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Was Frankfurt von Toronto gelernt hat

03.04.2025, 15:55 Uhr

Hoher Besuch aus Kanada im FWIC, Foto: Michael Braunschädel
Hoher Besuch aus Kanada im FWIC © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel
Torontos Finanzstadträtin Shelley Carroll besucht das FWIC
 
Toronto war und ist für die Stadt Frankfurt mit seiner Diversitäts-Politik ein Vorbild. Schon die Gründung des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten (Amka) 1989 fußte auf Erfahrungen der kanadischen Metropole. Auch bei der Gründung des Frankfurt Welcome and Information Center (FWIC) im vergangenen Jahr diente eine Behörde in Toronto als Modell. Am Donnerstag, 3. April, war Councillor Shelley Carroll, die für Finanzen zuständige Stadträtin der Stadt, auf Einladung von Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg zu Gast im FWIC an der Mainzer Landstraße.

Wie das in acht Sprachen übersetzbare Empfangsterminal des FWIC funktioniert, welche Art der Beratung das FWIC leistet, welche Informationen den Besuchenden angeboten werden können, erläuterte Abteilungsleiterin Veronika Katic dem Gast aus Kanada.  „Fantastic“ war der Kommentar von Carroll zu der Einschätzung von Amka-Leiter Armin von Ungern-Sternberg, dass das Amt „Informationen bereit hielte, die man nicht googeln könne“.

Besonders die Tatsache, dass im „Stadtraumfrankfurt“, dem Sitz des Amka, auch Dutzende zivilgesellschaftlicher Organisationen angesiedelt sind, beeindruckte Councillor Carroll. Das sei in Kanada undenkbar, dort müsse man sogar fürs Sporttreiben bezahlen.

Harpreet Cholia, Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung im Diversitätsdezernat, erläuterte die Strategie Frankfurts auf dem Weg zu einer „Arrival City“. Ein Baustein sei dabei auch das EU-Projekt „Inclusion of Migrants and Refugees“, bei dem Frankfurt und Toronto kooperieren.

„Mir ist wichtig, dass wir in Kontakt mit den Menschen sind und nicht nur im Büro sitzen“, sagte Eskandari-Grünberg. Das sei auch einer der Beweggründe gewesen für den Pavillon der Demokratie, der 2025 in die zweite Saison geht. Und natürlich auch für den Pride Month, den die Diversitätsdezernentin aus welcher Stadt nach Frankfurt geholt hat? Natürlich Toronto.  

„Städte müssen sich zusammenschließen, um gegen Ausgrenzung, Hass und Intoleranz wirksam vorgehen zu können“, lautete Carrolls Fazit. Wie notwendig das sei, zeige sich gerade bei den Vorbereitungen für den Pride Month 2025 in Toronto. Viele queere Gruppen aus den USA hätten den Besuch abgesagt, „weil sie befürchten, hinterher nicht wieder heimreisen zu können“, sagte Carroll.  

Weitere Informationen zum Foto: 

Hoher Besuch aus Kanada im FWIC (v.l.): Councillor Shelley Carroll, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Torontos Protokollchefin Aretha Phillip und Amka-Leiter Armin von Ungern-Sternberg

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