Stadtverordnetenversammlung beschließt neue Förderrichtlinien für geförderten Wohnungsbau
04.04.2025, 14:46 Uhr

Frankfurt
setzt starkes Signal für bezahlbaren Wohnraum: Mit großer Mehrheit hat die
Frankfurter Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 3. April, die neuen
Förderrichtlinien für den geförderten Wohnungsbau beschlossen. Der Magistrat
hatte den Entwurf bereits am 21. März verabschiedet. Nun tritt die Neuregelung
offiziell in Kraft.
„Die verbesserten Förderbedingungen geben einen deutlichen Impuls für den
Wohnungsbau in Frankfurt und sind zugleich ein klares Signal an die
Wirtschaft“, betont Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, und
fügt hinzu: „Mit einer Mietpreisbindung von bis zu 40 Jahren schaffen wir
attraktive Bedingungen – nicht nur für Mieter:innen, sondern dank unserer
höheren Fördermittel und Zuschüsse auch für Bauträger:innen.“
Bezahlbares Wohnen dank kommunaler Fördermittel
Ohne kommunale Förderung würden Mieten im Rahmen der Landesförderung bei etwa
25 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete (OVM) liegen – für viele
Haushalte in Frankfurt wäre das zu hoch. Die Stadt Frankfurt am Main setzt
deshalb zusätzliche finanzielle Mittel ein, um die Mieten weiter zu senken. Mit
Einstiegsmieten ab 6,50 Euro pro Quadratmeter, die im regionalen und
bundesweiten Vergleich sehr niedrig sind, bleiben die geförderten Wohnungen
unter einer Mietbelastungsquote von 30 Prozent eines durchschnittlichen
Haushaltseinkommens – vor allem bei kleinen Haushalten von Seniorinnen und
Senioren, Alleinerziehenden und bei Familien. Neben der sozialen Komponente
fördert die Stadt auch ökologische, inklusive und soziale Aspekte des Wohnens:
Zusatzförderungen gibt es für den Einsatz nachhaltiger Dämmstoffe, für
Universal Design sowie für Gemeinschaftsräume, die das soziale Zusammenleben im
Haus und darüber hinaus stärken sollen.
Anschub für mehr bezahlbare Wohnungen
Die neuen Richtlinien eröffnen die Möglichkeit, künftig auch Fördermittel für
eine Bindungsdauer von 40 Jahren zu beantragen. Das bedeutet eine deutliche
Verbesserung, die langfristige Mietpreisbindung und wirtschaftliche
Planungssicherheit miteinander verbindet. Zudem bleiben bewährte Instrumente
wie der Ankauf von Belegungsrechten erhalten, um auch im Bestand die Zahl der
Sozialwohnungen zu stabilisieren. Insgesamt sollen zeitnah durch die neuen
Förderrichtlinien über 2000 weitere geförderte Wohnungen in Frankfurt
entstehen, wie zum Beispiel im Schönhof-Viertel (Nassauische Heimstätte), im
Wohnquartier Lyoner Straße in Niederrad (ehemaliges Siemens-Areal,
Nassauische Heimstätte) und im Quartier am Hilgenfeld (ABG Frankfurt Holding).
Wirtschaftspolitische Bedeutung des Wohnens
„Die hohen Wohnkosten werden sowohl von Unternehmen als auch von potenziellen
Arbeitskräften als wesentlicher Standortnachteil in Ballungsräumen wie
Frankfurt wahrgenommen“, sagt Planungsdezernent Gwechenberger und
betont: „Mit der heutigen Entscheidung schaffen wir die Voraussetzungen,
um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen. Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur
eine soziale, sondern auch eine wirtschaftspolitische Daueraufgabe.“
Gemeinsam für ein lebenswertes Frankfurt
„Ich danke allen Stadtverordneten, die den neuen Förderrichtlinien mit breiter
Mehrheit zugestimmt haben. Das gemeinsame Votum schafft Verlässlichkeit für
alle Akteure am Wohnungsmarkt“, erklärt Gwechenberger. „Mit dieser Entscheidung
schaffen wir einen Rahmen, in dem wirtschaftliche Dynamik, soziale
Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung miteinander in Einklang gebracht
werden können.“
Im Anhang befinden sich die zugrundeliegenden Vorträge des
Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung sowie die Anlagen zu den
jeweiligen Förder-Richtlinien als PDF-Download.