Neugestaltung des Riedbergplatzes: Mehr Grün, mehr Schatten, bessere Wassernutzung
04.04.2025, 15:26 Uhr

Magistrat beschließt Bau- und Finanzierungsvorlage
Versiegelte Flächen, wenige
Schatten spendende Bäume und Gebäude, die bei starker Hitze zusätzlich den
Platz aufheizen: Der Riedbergplatz im Norden Frankfurts ist laut
Klimaplanatlas eine der Hitzeinseln in der Stadt. Gleichzeitig entspricht der
2006 geplante Stadtplatz nicht den Anforderungen hinsichtlich vermehrt
auftretender Starkregenereignisse. Das soll sich nun ändern. Am 28.
März hat der Magistrat der Bau- und Finanzierungsvorlage für die
Neugestaltung des Platzes zugestimmt. Der Baubeginn ist für Herbst 2026
geplant, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung.
„Plätze haben nur dann einen echten Wert für die Menschen in Frankfurt, wenn
sie auch an heißen Sommertagen angenehm nutzbar sind. Die vorgelegte Planung
hat dies in den Mittelpunkt genommen“, sagt Klima- und Umweltdezernentin
Tina Zapf-Rodríguez. „Am Riedberg entsteht ein grüner, kühlerer und
lebenswerter Raum, der den Menschen das bietet, was sie brauchen: Einen Platz,
der vielen Bedürfnissen genüge tut – als angenehmer Rückzugsort in der
trubeligen Großstadt, als sozialer Begegnungsraum im Viertel und als kühle Oase
in heißen Sommern.“
Die Neugestaltung sieht vor, die Grundstruktur des fast 4000 Quadratmeter
großen Platzes zu erhalten, während gleichzeitig neue große Stauden- und
Beetflächen angelegt werden. Insgesamt sollen 29 neue Bäume gepflanzt werden,
darunter klimafreundliche Arten der Frankfurter Baumliste wie die Immergrüne
Magnolie, Felsenbirne und der Amber. Diese Bäume sollen auf lange Sicht für
mehr Schatten sorgen. Die zehn bereits vorhandenen Platanen und Purpur-Eschen
werden in große Staudenflächen integriert. Für eine kurzfristige Verbesserung
der Aufenthaltsqualität auf dem Platz werden drei begrünte Schattendächer über
den Sitz- und Spielbereichen angebracht und bestehende
Betonmauern begrünt.
Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert ergänzt: „Die Entsiegelung von insgesamt
knapp einem Viertel der Fläche und die neuen Vegetationsflächen reduzieren
nicht nur die Hitze im Sommer, sondern tragen auch zur Bewältigung von
Starkregenereignissen bei. Das Regenwasser bleibt vor Ort, versorgt die
Pflanzen und wird in Zisternen gespeichert, um es zur Baumbewässerung zu
nutzen. Diese nachhaltige Maßnahme entlastet das öffentliche Kanalnetz,
verhindert Überflutungen und fördert eine effiziente Wassernutzung.“
Zusätzlich wird ein Trinkbrunnen in der Nähe der bestehenden
Wasserfontänenanlage installiert. Die Neugestaltung des Riedbergplatzes geschah
unter anderem auch auf Initiative der Klimaschutz-Initiative Riedberg und dem
Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg).
Die Gesamtkosten der Neugestaltung belaufen sich auf etwa 3,2 Millionen Euro.
Fördermittel des Bundes aus dem Programm „Anpassung urbaner Räume an den
Klimawandel“ in Höhe von 1088 Millionen Euro sind zugesagt. Während der etwa
einjährigen Bauphase bleibt der Marktbetrieb bestehen.
Die Neugestaltung folgt den Prinzipien des Leitfadens zur klimaangepassten
Platzgestaltung der Stadt Frankfurt. Dieser Leitfaden setzt auf Begrünung,
Verdunstungskühlung und nachhaltige Wassernutzung, um die Lebensqualität in der
Stadt nachhaltig zu verbessern.