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Leitungs-Tandem am Künstler*innenhaus Mousonturm verlängert

20.02.2025, 12:17 Uhr

Marcus Droß und Anna Wagner übernehmen die Leitung des Mousonturms, Foto: Maximilian von Lachner
Marcus Droß und Anna Wagner übernehmen die Leitung des Mousonturms © Künstlerhaus Mousonturm, Foto: Maximilian von Lachner

Auf Vorschlag von Kulturdezernentin Ina Hartwig hat der Magistrat der Stadt Frankfurt den Vertrag mit Anna Wagner und Marcus Droß für die Intendanz und Geschäftsführung des Künstler*innenhauses Mousonturm um fünf Jahre bis zum 31. August 2030 verlängert. Wagner und Droß leiten das Haus als Doppelspitze seit September 2022. Gleich in ihrer ersten Intendanz-Saison 2022/23 begeisterten sie das Frankfurter Publikum mit zwei Theaterfestivals die bundesweit für Beachtung sorgten: „Politik im Freien Theater 2022“ und „Theater der Welt 2023 Frankfurt – Offenbach“.  

Neuausrichtung von Festivals

Mit neuen Ideen für Kooperationen schafften Wagner und Droß als Leitungen der beiden Festivals andere Zugänge und Handlungsräume in der freien Frankfurter Kulturszene: Zum ersten Mal in der Geschichte von „Politik im Freien Theater“ war die regionale Freie Szene nicht nur im Titel, sondern auch als Veranstalter am Festival beteiligt. Für „Theater der Welt“ kam es zu einer neuen Zusammenarbeit von Theater und Museum, mit dem Mousonturm, Schauspiel Frankfurt und Museum Angewandte Kunst Frankfurt mit der Stadt Offenbach.

Kulturdezernentin Hartwig freut sich über das kreative Duo an der Spitze des Hauses: „Anna Wagner und Marcus Droß schmieden am Mousonturm lebendige, tragfähige und wegweisende Bündnisse zwischen den verschiedenen Akteuren in der Frankfurter Kulturszene und darüber hinaus. Es freut mich, dass wir diese gewinnbringende Arbeit der beiden an der Spitze des Mousonturms jetzt um fünf Jahre verlängern und damit auch ein Stück weit verstetigen konnten.“  

Droß ist froh, die Arbeit mit seiner Kollegin weiterführen zu können. Er sagt: „Als dritte städtische Bühne ist der Mousonturm Frankfurts Dreispartenhaus. In den Bereichen Tanz, Theater und Musik bietet unser Programm künstlerische Highlights sowie Entwicklungs- und Vernetzungsprogramme.“ Auch Wagner findet die Intendanz in der Doppelspitze gewinnbringend: „Die gemeinsame Arbeit stärkt uns und führt zu immer neuen Programmformaten und Kooperationen mit Frankfurts Kulturinstitutionen und der Stadtöffentlichkeit. Das eröffnet uns neue Perspektiven, die wir weiter erschließen möchten.“  

Preise für Künstlerinnen und Künstler zeugen von erfolgreicher Arbeit

Seit Beginn ihrer Intendanz stärken Wagner und Droß die Relevanz des Mousonturms als Residenz- und Produktionsort international bedeutsamer Künstlerinnen und Künstler wie zum Beispiel Wen Hui. Chinas Pionierin des zeitgenössischen Tanzes lebt mittlerweile in Frankfurt und produziert ihre Werke am Mousonturm, mit denen sie dann weltweit auf Tournee geht. Auch die philippinische Choreografin Eisa Jocson arbeitet für das Künstler*innenhaus. Sie wurde mit dem wichtigsten deutschen Theaterpreis für die internationalen darstellenden Künste, dem Tabori Award 2023, ausgezeichnet, was den Erfolg der Arbeit von Wagner und Droß unterstreicht. Auch Mousonturm-Künstlerinnen und -Künstler aus Frankfurt feiern Erfolge: Die von Wagner und Droß am Haus kontinuierlich produzierten und dramaturgisch begleiteten Künstlerinnen Janna Pinsker und Wicki Bernhardt wurden 2023 mit dem Theaterpreis Faust ausgezeichnet, die Choreografin Joanna Tischkau erhielt den mit 100.000 Euro dotierten Tabori Preis 2024.

Barrierefreiheit und Inklusion schreiben Wagner und Droß groß

Maßstäbe für Kulturinstitutionen in Frankfurt und der Metropolregion setzten Wagner und Droß zu Beginn ihrer Intendanz, als sie, erstmals an einem hessischen Theater, die Position einer Koordinatorin für Barrierefreiheit und inklusive Kulturpraxis schufen. In hohem Maße ließen sich so kontinuierlich die Präsenz inklusiver Theater-, Tanz- und Performance-Produktionen etablieren, genauso wie Zugangs-, Vermittlungs- und Weiterbildungsangebote.  

Machtkritische Begegnungen auf Augenhöhe bilden für Anna Wagner und Marcus Droß eine zentrale Arbeitsgrundlage. „Künstlerinnen und Kuratoren mit gelebten Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen entwickeln am Mousonturm ihre Inszenierungen und Festivals. Sie sind explizit künstlerisch Verantwortliche in eigener Sache und werden so politisch ermächtigend wirksam“, betont Droß. „Wir freuen uns, dass unsere bisherige Arbeit auch in der Stadtpolitik auf so viel positive Zustimmung trifft“, sagt Wagner. Beide empfinden die Verlängerung ihrer gemeinsamen Intendanz als Anerkennung durch die Frankfurter Stadtpolitik und fühlen sich dadurch bestärkt, den von ihnen eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

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