ABG überträgt das neue Main Bad Bornheim an die BäderBetriebe Frankfurt
06.03.2025, 14:39 Uhr

900 Quadratmeter Wasserfläche und eine große Saunalandschaft / Baugrund, Preisentwicklungen und Logistik stellten Herausforderungen dar
Die
ABG Frankfurt Holding überträgt das neue Main Bad Bornheim an die
BäderBetriebe Frankfurt: Frank
Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG, und Boris Zielinski,
Geschäftsführer der BäderBetriebe Frankfurt, haben Ende Februar den notariellen
Vertrag für die Übertragung des neuen Hallenbades an die BäderBetriebe
unterzeichnet. Die von der ABG für den Neubau gegründete Projektgesellschaft
Bäderbau GmbH & Co. KG, die das neue Erlebnisbad in Bornheim errichtet hat,
ist damit in den Besitz der BäderBetriebe Frankfurt übergegangen. In den
kommenden Wochen wird sich die 100-prozentige Tochtergesellschaft der
Stadtwerke Frankfurt am Main Holding auf den Publikumsbetrieb vorbereiten und
die technischen Installationen im Detail testen, bevor das Bad voraussichtlich
Mitte Mai eröffnen wird.
Das neue Erlebnisbad bietet rund 900 Quadratmeter Wasserfläche und ist rund 30
Prozent größer als das Panoramabad am Bornheimer Hang, das schließen wird. Die
ABG plant, auf dem Grundstück neue Mietwohnungen zu bauen. Neben verschiedenen
Erlebnisbecken, einer Röhrenrutsche und einer breiten Wellenrutsche gibt es im
neuen Bad auch ein flaches Becken für Kleinkinder. Das mit einem verstellbaren
Hubboden flexibel nutzbare 25 Meter lange Sportbecken hat sechs Bahnen und einen
Drei-Meter-Sprungturm. Außerdem bietet das Bad ein Lehr- und Lernschwimmbecken.
Dieser Bereich des Schwimmbades kann auch von Sportvereinen oder Schulen für
Schwimmkurse genutzt werden. Im oberen Stockwerk befindet sich die
Saunalandschaft mit vier Themen-Saunen, einem Dampfbad und Ruhezonen.
„Eine in vielerlei Hinsicht höchst
anspruchsvolle Aufgabe“
„Die ABG konnte hier einmal mehr eine in vielerlei Hinsicht höchst
anspruchsvolle Aufgabe für die Stadt Frankfurt lösen. Corona war für uns noch
ein Fremdwort, als wir dieses Projekt geplant haben. Auch die Folgen, die der
russische Überfall auf die Ukraine für die Weltwirtschaft, die
Energieversorgung und die Preise im Bau haben würde, war nicht absehbar“, sagt
Junker über die Herausforderungen bei dem Neubau. Beim Spatenstich im September
2021 habe man mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren geplant. „Als die Preise
für Stahl und energieintensive Baustoffe in Folge des Ukrainekriegs regelrecht
durch die Decke gegangen sind, waren wir in der Bauphase, in der wir viel Stahl
für die Stahlbetonbecken und die Edelstahlwannen gebraucht haben“, beschreibt
Junker die Auswirkungen auf das Projekt.
Auch die Preise für Glas, Bitumen und Kunststoffe seien erheblich gestiegen.
Hinzu kamen Zeitverzögerungen durch Lieferschwierigkeiten für Baumaterialien
bis hin zur Insolvenz von Lieferanten von Spezialteilen. Mit Erschwernissen war
bereits bei den sehr aufwändigen Tiefbauarbeiten zu rechnen. Das Hallenbad am
Ratsweg steht auf dem Gelände, auf dem die Trümmer der Stadt aus dem Zweiten
Weltkrieg abgelagert und aufbereitet wurden. Im Baugrund fanden sich ganze
Erker von Häusern, große Schrott- und Maschinenteile, Kabel, Öltanks und
Kanalrohre, außerdem Munition, darunter eine 250-Kilo schwere Bombe. „Wir
mussten vor den Betonarbeiten an der Bodenplatte das gesamte 8000 Quadratmeter
große Grundstück schachbrettartig mit 15 Meter tiefen Bohrungen im Abstand von
75 Zentimetern auf Kampfmittel untersuchen“, führt Junker aus. Die
komplizierten Gründungsarbeiten wurden von der Firma Züblin geleistet, die auch
die Bodenplatte und den Rohbau erstellt hat.
Ausgefeilte Logistik: DGNB-zertifizierte
Baustelle, Dippemess und Löwen-Aufstieg
„Eine weitere große Herausforderung war bei dieser Baumaßnahme die Logistik“,
erklärt Junker. Der Baustellenverkehr musste bei der Dippemess, die mit
zahlreichen Schaustellern und tausenden Besuchern zweimal jährlich auf dem
Festplatz am Ratsweg stattfindet, sowie weiteren publikumsstarken
Veranstaltungen eng mit der Feuerwehr und den Rettungskräften abgestimmt
werden. Auch bei den Heimspielen der Frankfurter Löwen im benachbarten
Eisstadion, die während der Bauarbeiten in die erste Bundesliga aufgestiegen
sind, war eine sorgfältige Koordination notwendig. Zusätzlich wurde der
Hospitality-Bereich der Löwen verlagert, damit die Bautätigkeit und das
Spieltagserlebnis sich nicht im Wege standen.
Zahlreiche Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass Anwohnerinnen und Anwohner
möglichst wenig durch Lärm- und Staubemissionen beeinträchtigt wurden. So wurde
auf der DGNB-zertifizierten Baustelle für eine besonders ressourcenschonende
sowie abfall- und emissionsarme Ausführung der Bauarbeiten gesorgt. „Dieses
Projekt war wirklich nicht einfach und ich danke deshalb ganz besonders allen
am Bau beteiligten Unternehmen, Partnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für
die intensive Zusammenarbeit“, sagt Junker. „Trotz aller unvorhersehbaren
Herausforderungen ist es uns gelungen, den Bau des neuen Schwimmbades in
Bornheim mit einem noch überschaubaren Zeitverzug und in einem Kostenrahmen von
67 Millionen Euro netto erfolgreich fertigzustellen“, sagt der
ABG-Geschäftsführer. Gebaut wurde nach Plänen des im Schwimmbadbau erfahrenen
Stuttgarter Büros 4a Architekten.
„Ein besonderer Erholungsort“
„Das Main Bad Bornheim wird mit seinem Erlebnis-, Sport- und
Wellnessangebot für Familien und alle schwimmbegeisterten Frankfurterinnen und
Frankfurter ein besonderer Erholungsort sein“, freut
sich BäderBetriebe-Geschäftsführer Zielinski auf die baldige
Eröffnung. „Nach der Übergabe des Bades werden mit den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern jetzt die Abläufe festgelegt, letzte Arbeiten an der
Inneneinrichtung ausgeführt und die Schwimmbadtechnik getestet und
eingestellt“, sagt Zielinski. Die Eröffnung ist noch im Frühjahr geplant.
Niedrige Betriebskosten durch den Einsatz
regenerativer Energien
Das Schwimmbad ist durch moderne Wärmetechnik und den Einsatz regenerativer
Energien besonders energieeffizient und nachhaltig im Betrieb. Auf dem Dach ist
eine große Photovoltaikanlage mit 450 PV-Modulen installiert, die mit einer
Spitzenleistung von 150 Kilowatt-Peak (kWp) im Jahr bis zu 150.000
Kilowattstunden Strom produzieren kann. Auch das Blockheizkraftwerk, das
gleichzeitig Strom und Wärme produziert, arbeitet äußerst energieeffizient.
Außerdem reduzieren Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus den Lüftungsanlagen und
aus der Badewassertechnik den Heizenergiebedarf erheblich. Weiteres Potenzial
bietet künftig auch die Wärmerückgewinnung aus Kältemaschinen der
Eissporthalle. Die erforderliche Technik ist im Schwimmbad bereits installiert
und die Rohrleitungen sind bis in die Eissporthalle geführt. Ein für die
Wärmegewinnung erforderlicher Anschluss in der Eissporthalle steht noch aus.
Durch den Einsatz von LED-Leuchten, die sparsam im Betrieb sind und eine
deutlich längere Lebenszeit haben als konventionelle Beleuchtung, werden auch
Wartungen und Reparaturen auf ein Minimum begrenzt. Für die Reinigung und
Bewässerung der Außenanlagen wird Regenwasser statt Trinkwasser verwendet. Ein
Regenrückhaltesystem speichert bei Starkregen überschüssiges Regenwasser und
gibt es zeitversetzt in die öffentliche Kanalisation ab, wodurch einer
Überlastung des Kanalsystems vorgebeugt wird.
Das neue Schwimmbad, das nach einem Online-Wettbewerb der BäderBetriebe den Namen
Main Bad Bornheim trägt, steht am Ratsweg in unmittelbarer Nachbarschaft
zur Eissporthalle und ersetzt das Panoramabad Bornheim, das nach über 50 Jahren
seine technische Lebenszeit erreicht hat.