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Klimareferat

Frankfurt treibt Wärmewende voran: Auftrag für kommunale Wärmeplanung vergeben

10.03.2025, 11:30 Uhr

Müllheizkraftwerk Heddernheim
Ohne Ausbau der Fernwärme - hier ein Blick in das Müllheizkraftwerk Heddernheim - wird die kommunale Wärmewende nicht gelingen. © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Maurer
Die Stadt Frankfurt am Main geht einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung klimaneutrale Wärmeversorgung: Mit der Erstellung des kommunalen Wärmeplans für die Stadt wurden jetzt der Frankfurter Energieversorger Mainova und das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) sowie die Forschungs- und Beratungsorganisation e-think-energy research aus Wien gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) beauftragt. Die Unternehmen haben sich im Ausschreibungsprozess gegen sieben weitere Bietende durchgesetzt. Gemeinsam sollen sie eine zukunftsweisende Strategie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung entwickeln. Der Wärmeplan soll bis spätestens Juni 2026 vorliegen, so sieht es das Wärmeplanungsgesetz vor.

Vier Unternehmen haben überzeugt

„Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentrales Instrument, um den Weg zu einer klimaneutralen, wirtschaftlichen und versorgungssicheren Wärmeversorgung in Frankfurt aufzuzeigen. Die vier ausgewählten Unternehmen haben uns im Bewerbungsverfahren mit ihrer umfassenden Fachkompetenz überzeugt. Gemeinsam werden wir tragfähige Szenarien für eine fossilfreie Wärmeversorgung entwickeln und die Grundlage für eine zukunftsfähige Wärmeinfrastruktur in Frankfurt schaffen“, erklärt Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez. „Der Umbau zur klimaneutralen Wärmeversorgung ist ein komplexer Prozess, der viele Bereiche der Stadt betrifft. Eine transparente Kommunikation und die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die vier Unternehmen bringen nicht nur fachliche Expertise, sondern auch wertvolle Erfahrung in der Vermittlung komplexer Prozesse mit, um diesen Wandel verständlich und nachvollziehbar zu begleiten.“

„Wir freuen uns über das von der Stadt Frankfurt entgegengebrachte Vertrauen. In der Wärmeversorgung, die über 50 Prozent des Energiebedarfs ausmacht und noch überwiegend aus fossilen Brennstoffen bereitgestellt wird, liegen große Potenziale für den Klimaschutz. Mainova setzt sich seit langem mit wirksamen Maßnahmen zur Dekarbonisierung dafür ein. Mit unserem Transformationsplan haben wir bereits 2024 vorgestellt, wie die Fernwärme künftig klimaneutral erzeugt und massiv ausgebaut werden kann. Auf dieser Grundlage tragen wir mit unseren Experten gerne dazu bei, den künftigen Masterplan für die Wärmewende zu erstellen“, sagt Martin Giehl, Technik-Vorstand der Mainova AG.

Potenziale identifizieren für zukunftsfähige Wärme ohne fossile Brennstoffe

„Mit dem kommunalen Wärmeplan werden wir konkrete Maßnahmen und Aktivitäten definieren, wie die Stadt gemeinsam mit ihren Bürger:innen zügig in Richtung klimaneutraler Wärmeversorgung umsteigen kann", sagt Marcus Hummel, Geschäftsführer von e-think-energy research. „Diese Maßnahmen werden wir aber natürlich nicht hinter verschlossenen Türen festlegen, sondern gemeinsam mit den relevanten Akteur:innen und Beteiligten abstimmen. Ich freue mich sehr, für diesen Abstimmungsprozess unseren langjährigen Kooperationspartner IREES im Team dabei zu haben, mit dem wir seit vielen Jahren erfolgreich kommunale Wärmeplanung durchführen."

Die kommunale Wärmeplanung bildet die strategische Grundlage für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung. Sie definiert, wie die Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe gestaltet werden kann und welche Maßnahmen notwendig sind, um die Infrastruktur umzubauen. Mainova und das Fraunhofer IFAM werden in den nächsten Monaten unter anderem die aktuelle Versorgungslage, verfügbare klimafreundliche Alternativen sowie den zukünftigen Wärmebedarf in verschiedenen Stadtgebieten analysieren. Dabei identifizieren sie Potenziale für treibhausgasneutrale Lösungen, die auf die Klimaziele der Stadt einzahlen.

Am Projektmanagement, der Entwicklung der kommunalen Wärmewendestrategie und der Kommunikationsarbeit wird die Forschungs- und Beratungsorganisation e-think in Kooperation mit IREES arbeiten. e-think hatte bereits die Konzeptstudie zur Vorbereitung der Wärmeplanung Frankfurts erstellt. Im aktuellen Projekt sind sie verantwortlich für die Koordination, die Öffentlichkeitsarbeit und die Einbindung relevanter Akteur:innen wie Netzbetreiber, Immobilieneigentümer:innen, Handwerksbetriebe und Verbände.

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