Lückenhafte Überdachung am Bahnsteig verhindert
24.02.2025, 16:34 Uhr
Stadt Frankfurt unterstützt DB beim barrierefreien Umbau des Ostbahnhofs
Trockenen
Fußes vom Gleis zum Aufzug? Das wäre am Ostbahnhof nicht so ohne weiteres
möglich gewesen, wenn die Planungen wie ursprünglich vorgesehen umgesetzt
würden. Am Montag, 24. Februar, sind die Arbeiten der DB-Maßnahme zum
barrierefreien Umbau des Ostbahnhofs gestartet, in deren Zentrum neue Aufzugs-
und Treppenanlagen zwischen Regionalbahnsteig und U-Bahn-Station stehen. Der
Aufzug wird in der Verlängerung des Mittelbahnsteigs eingerichtet. Mit 235
Metern wird der Steg knapp 14 Meter länger sein als vorher.
In der ursprünglichen Planung sollte das Dach über dem Bahnsteig, das die
Fahrgäste vor Wind und Wetter schützt, jedoch nicht bis zum Aufzug reichen – es
endete einige Meter vor der Aufzugkonstruktion im Nichts. Der Grund: Ein
komplettes Dach ist nicht förderfähig. Wie viele Quadratmeter Dachfläche über
Bahnsteigen gefördert werden, orientiert sich laut Förderrichtlinie des Bundes
an der prognostizierten Anzahl an Reisenden. Entsprechend ist ein durchgängiger
Wetterschutz bis zum neuen Aufzug – aufgrund der 20.822 Fahrgäste pro Tag, die
im Jahr 2040 am Ostbahnhof erwartet werden – zu lang für eine komplette
Förderung. Deshalb wurde in der ursprünglichen Planung kurzerhand auf die
Verlängerung des Dachs verzichtet.
„Was bringt ein Dach, das Lücken hat? Die Förderrichtlinien gehen teilweise so
an der Realität vorbei, dass sie dysfunktionale Ergebnisse erzwingen, die an
bisweilen Schildbürgerstreiche erinnern“, sagt Mobilitätsdezernent Wolfgang
Siefert. „Zum Glück konnten wir rechtzeitig einlenken und die DB bei der
Realisierung eines durchgängigen Dachs vom Gleis bis zum Aufzug unterstützen.“
So wird der Wetterschutz über dem Regionalbahnsteig am Ostbahnhof nun auf
Wunsch der Stadt Frankfurt bis zum Aufzug verlängert. Dabei greift die Stadt
Frankfurt der DB mit rund 200.000 Euro finanziell unter die Arme.
„Ich freue mich, dass der zweite Teil des barrierefreien Umbaus des Ostbahnhofs
jetzt startet und wir mit diesem Detail dazu beitragen können, etwas für die
Aufenthaltsqualität am Gleis zu tun“, sagt Siefert. „Die Verlängerung des Dachs
macht für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und bei schlechtem Wetter einen
großen Unterschied.“
Barrierefreiheit im Ostbahnhof – ein Bauprojekt in zwei Teilen
Als vorbereitende Maßnahmen für den barrierefreien Ausbau der Station am
Ostbahnhof hatte die DB InfraGO von 2014 bis 2016 bereits die nicht mehr
notwendigen Infrastrukturanlagen zurückgebaut und Modernisierungsmaßnahmen am
Mittelbahnsteig durchgeführt, etwa die Erhöhung der Bahnsteigkanten, den Einbau
taktiler Leitelemente und andere Maßnahmen zur Verbesserung der
Barrierefreiheit. Die Stadt Frankfurt hatte das Projekt bereits mit 3,5 Million
Euro unterstützt.
Nun wird der barrierefreie Ausbau komplettiert und die Verbindung zwischen dem
Regionalbahnsteig und dem vorhandenen Fußgängerdurchstich über der
U-Bahnstation der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) durch den
Bahndamm hergestellt. Um den Aufzug an den Bahnsteig der DB anzubinden,
verlängert die DB der Mittelbahnsteig 3 und 4 und damit auch das Bahnsteigdach
bis zum Aufzug, was mit zusätzlichen 200.000 Euro durch die Stadt finanziert
wird. Auch die Beleuchtungsanlage wird modernisiert. Die Arbeiten des Projektes
haben aktuell begonnen und sollen voraussichtlich Ende 2025 abgeschlossen sein.
„Diese Kooperation zeigt, dass wir als Stadt auch im Detail durchdachte
Lösungen umsetzen, um den öffentlichen Verkehr so komfortabel und barrierefrei
wie möglich zu gestalten“, betont Siefert. „Die ergebnisorientierte
Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Frankfurt
unterstreicht die gemeinsame Verantwortung für eine zeitgemäße, gut zugängliche
Verkehrsinfrastruktur.“