Wissenschaftliche Studien

Wissenschaftliche Studien

Warum Lärm krank macht

Wissenschaftliche Studien

Schlaflosigkeit durch Fluglärm (Symbolbild) , Foto: Adobe Stock, Andrey Popov, #88698872

Ab dem Jahr 2000 hat sich die Epidemiologie verstärkt mit dem Thema Fluglärm und Gesundheit beschäftigt. Neben dem Straßenlärm ist der Luftverkehr die Verkehrslärmquelle mit den meisten verfügbaren wissenschaftlichen Ergebnissen. Dass Lärm krank machen kann, belegen viele verschiedene Studien. Menschen, die auf Dauer Lärm ausgesetzt sind, leiden demnach häufiger an Herzinfarkten und Schlaganfällen. Bei Kindern kann Lärm sogar die Entwicklung verzögern.

Eine Auswertung der bis zum Jahr 2018 entstandenen Studien hat dazu geführt, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO 2018 neue Leitlinien für Umgebungslärm für die europäische Region veröffentlicht hat und für den Fluglärm tagsüber eine durchschnittliche Lärmbelastung von maximal 45 dB(A) und nachts von 40 dB(A) empfiehlt. Weitere Informationen zu den Leitlinien der WHO lesen sie hierInternal Link auf unserer Website und auf der Website der WHOExternal Link.

Eine Auswahl an wissenschaftlichen Studien

Einfluss des Lärms auf psychische Erkrankungen des Menschen

Umweltbundesamt 2023

Nur wenige Studien beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und der psychischen Gesundheit. Als Beitrag zur Schießung dieser Wissenslücke untersucht dieses Forschungsvorhaben den Wirkungszusammenhang zwischen der Verkehrslärmbelastung und dem Risiko für verschiedene psychische Erkrankungen mit Hilfe von drei unterschiedlichen methodischen Ansätzen:  ein systematisches Review mit Metaanalyse; eine Auswertung der NORAH-Studie zu Krankheitsrisiken im Kohortenansatz; eine prospektive Studie auf der Grundlage der Leipziger LIFE-Kohortenstudie

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Auswirkungen von Lärm auf das Herz-Kreislauf-System

Recurrence and Noise (RaN)-Studie 2023

In der Recurrence and Noise (RaN)-Studie - abgeschlossen im Jahr 2023 - wurde Verkehrslärm und Rückfallhäufigkeit bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit am Beispiel des Fluglärms in der Umgebung des Frankfurter Flughafens untersucht. Im Rahmen der Studie wurden 737 Patienten aus elf Krankenhäusern im Rhein-Main Gebiet nachbeobachtet. Alle Patienten waren hospitalisiert wegen eines akuten Koronarsyndroms. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Menschen in dieser Patientenkohorte mit einer solchen Erkrankung in der Vorgeschichte zehnmal stärker von Lärm – hier Fluglärm - betroffen sind als die Normalbevölkerung. Das Risiko für ein wiederkehrendes Herz-Kreislauf-Ereignis oder Tod erhöhte sich etwa um 30 % pro 10 dB Anstieg des Fluglärms.

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Gutenbergstudie 2018

Es wurde eine selektive Literaturrecherche epidemiologischer und experimenteller Studien in PubMed von 2007–2018 zum Zusammenhang von Lärm und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit den Suchbegriffen „noise AND cardiovascular effects“ und „noise cardiovascular effects“ durchgeführt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Verkehrslärm, und hier insbesondere Fluglärm einen bislang nicht ausreichend untersuchten, bedeutsamen Herz-Kreislauf-Risikofaktor darstellt.

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Wie wirkt sich Verkehrslärm auf die Lebensqualität, Gesundheit und Entwicklung von Kindern aus?

Noise-Related Annoyance, Cognition and Health (NORAH) 2015

Diese drei Hauptfragen standen im Zentrum der NORAH-Studie. NORAH (Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health) ist die bislang umfangreichste Untersuchung zum Thema Lärmwirkung. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten: Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaft, Physik und Akustik. Gemeinsam suchten sie nach Antworten auf Fragen, die in der bisherigen Lärmwirkungsforschung offen geblieben waren.

Die Studie wurde vom Umwelt und Nachbarschaftshaus des Landes Hessen in Auftrag gegeben und hat insgesamt 9,85 Millionen EUR gekostet. Einen Großteil dieser Kosten trug das Land Hessen – zum Teil direkt, zum Teil über die Gemeinnützige Umwelthaus GmbH als ihre Tochter. Etwa 11,4% des Budgets trugen die Luftverkehrsunternehmen Fraport AG und Lufthansa. Die Art der Finanzierung sowie die Ergebnisse, die teilweise nur zu einem geringen Nachweis der Auswirkung auf die Gesundheit führen, hat zu erheblicher Kritik geführt.

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Nächtlicher Lärm als Ursache für Bluthochdruck

Hyena Studie von Cordis, 2008

Nächtliche Lärmbelästigungen durch vorüberfliegende Flugzeuge oder starke Verkehrsgeräusche können zur Erhöhung des Blutdrucks führen, selbst wenn der Schlafende davon nicht aufwacht. Dies ist das Ergebnis dieser Studie im Rahmen des EU-Projekts HYENA („Hypertension and exposure to noise near airports“), die im European Heart Journal veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Reduzierung des Geräuschpegels von Fluglärm ist, um damit die Gesundheit von Flughafenanrainern zu schützen.

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Übersichtsarbeit - Gesundheitliche Auswirkungen von Fluglärm

Studie von Kaltenbach / Maschke / Klinke, 2008

Für die Jahre 2000 bis März 2007 erfolgte eine Recherche zu epidemiologischen Studien zum Fluglärm hinsichtlich Erkrankungen, Belästigungen und Lernstörungen.

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