Wohin soll die Reise gehen

Wohin soll die Reise gehen

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KEK-WEB 2021 Ergebnisse

Wohin soll die Reise gehen

Anreize setzen, Ehrenamt stärken

Vom Pflichtgefühl zur Spaßgesellschaft? Ohne die Engagierten gäbe es keine Kleingartenvereine. Aber die Motive, sich zu engagieren, haben sich verändert. Welche Ideen für den Nachwuchs im Verein gibt es ? Wie kann die Stadt dabei unterstützen?

Eingang Anlage
Eingang Anlage © Stadt Frankfurt am Main, Foto: TGP Lübeck

Organisationsformen

Von Stadtseite gibt es einen großen Respekt vor der Arbeit der Vorstände. Das Kleingartenwesen ist durch besondere gesetzliche Grundlagen und eine lange Tradition geprägt. Die ehrenamtlichen Vereinsvorstände haben eine Fülle von Aufgaben zu bewältigen, insbesondere in den großen Kolonien, da kann auch mehr Öffentlichkeitsarbeit als zusätzliche Belastung empfunden werden („ein KGV-Vorstand ist kein SocialMedia-Profi“). In dem Zusammenhang wurden auch optimale Vereinsgrößen diskutiert. 

Die verschiedenen Gartenformen werden auch von unterschiedlichen Organisationsformen getragen. Es gibt lockere Netzwerke, die dann häufig aber auch einem Dachverband beitreten. Je mehr Menschen in diesen Aktivitäten gebunden sind, desto mehr Aufwand bedeutet es auch, diese zu koordinieren. Je aufwändiger und vielfältiger die Aktivitäten sind, desto eher werden Ressourcen gebraucht, die zum Teil über das Einwerben von Fördermitteln beschafft werden. Auch der Wunsch nach Öffnung bedeutet, dass man mehr Ressourcen für die Koordination der Anspruchsgruppen braucht. Eine Unterstützung der Stadt ist dringend erwünscht.

Die Arbeit der Vereinsvorstände

Die Vereinsvorstände berichten, dass das Vorstandsamt sehr belastend ist und einen erheblichen Zeitaufwand erfordert. Oft bewirbt man sich nicht, sondern man wird gefragt und kann nicht nein sagen. Ein Grund sind vielfältige Konflikte, die oft sogar vor das Gericht gehen. Dies liegt auch daran, dass Verträge nicht auf Probe geschlossen werden dürfen (Kleingartenordnung).
Schulungen zum Thema Mediation werden angeboten. Bevor ein Fall zu Gericht geht muss er vor den Schlichtungsausschuss. Informelle regelmäßige Aussprachen helfen, die Konflikte weniger formal zu behandeln (Datenschutzprobleme, Probepacht, etc.). Man lernt so von den Tricks und Tipps der anderen. Die Gartenordnung könnte pragmatisch überarbeitet werden und evtl. hilfreiche konfliktmindernde fallbezogene Lösungsmöglichkeiten zulassen.
Die Vereine sind unterschiedlich weit in der Digitalisierung (Exceltabelle / Serienbriefe) vorangekommen (Wertermittlung durch Programm).

Bewerbungen

Es geht auch darum zu vermitteln, dass man mit einem Garten kein Recht auf privates Gärtnern hat, sondern, dass man eine Verpflichtung für die Gemeinschaft eingeht. Es ist eine Ehre, eine Parzelle zu haben und nicht zuletzt muss die Vorstandsarbeit auch Spaß machen. Vielleicht könnten mehrere Mitglieder sich die Bewerberinnen und Bewerber anschauen, um nach einer Probezeit gemeinsam zu entscheiden, ob sie passen (WG-Modell).
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