Drohnenflug

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Bewegen

Drohnen über der Skyline? Bitte nicht!

Umweltamt gibt Tipps zum Betrieb von privaten Flugmodellen

Schon für unter 100 Euro sind Drohnen mit eingebauter Kamera und Smartphone-App zu haben. Jedoch: Für Hobby-Piloten ist Frankfurt kein lohnender Spot. Die Gründe dafür hat das Umweltamt in einem Flyer zusammengefasst. Den gibt es auch in Einfacher und in Leichter Sprache.

Ein Mann lässt eine Drohne fliegen
Ein Mann lässt eine Drohne fliegen © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Simon Schöfl

Rechtliche Grundlagen

Der Betrieb von Drohnen wird, wie auch z.B. derjenige von Modellfliegern, durch das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und die Luftverkehrsverordnung (LuftVO) sowie die aktuelle „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ (auch als „Drohnen-Verordnung“ bekannt) geregelt. Außerdem sind u.a. je nach Fluggebiet und Art der Nutzung die Vorgaben folgender Gesetze und Verordnungen einzuhalten: Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), Kunsturheberrechtsgesetz (KunstUrhG), Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), Hessisches Naturschutzgesetz HENatG) und Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „GrünGürtel und Grünzüge in der Stadt Frankfurt am Main“.

Konkret heißt das für

 

  • Nutzer: Ein Mindestalter ist für Drohnen-Piloten nicht gesetzlich festgelegt, von den Herstellern wird meist eine Nutzung ab 14 Jahren angegeben. Wer Geräte mit mehr als zwei Kilogramm fliegen lassen möchte, muss spezielle Kenntnisse nachweisen können, für die ein Mindestalter von 16 Jahren gilt.

  • Betrieb: Vor dem Start muss eine Luftfahrzeug-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Die reguläre (Privat-)Haftpflichtversicherung deckt das Drohnen-Hobby zumeist nicht ab.

  • Gewicht: Ab einem Gewicht der Drohne von mehr als 250 Gramm muss diese mit Namen und Adresse des Eigentümers gekennzeichnet sein. Wiegt sie mehr als 2 Kilogramm, ist zudem eine Kenntnisprüfung des Piloten Pflicht. Bei einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm ist eine Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt erforderlich.

  • Zeit: Es darf nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geflogen werden. Für einen Betrieb bei „Nacht“ ist eine Erlaubnis vom Regierungspräsidium Darmstadt erforderlich. Aus Lärmschutzgründen empfiehlt das Umweltamt nur an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr zu fliegen.

  • Umgebung: Auch Überflüge mit Aufnahmen von Baudenkmälern oder sonstigen Sehenswürdigkeiten (Kirchen, Brücken, historische Gebäude) sind nicht ohne weiteres möglich. Hier gilt das Kunsturheberrechtsgesetz. Eine Genehmigung vor einer Veröffentlichung ist erforderlich.

  • Ort: Grundsätzlich dürfen Freizeit-Drohnen maximal 100 Meter hoch fliegen. Außerdem muss der Pilot sein Fluggerät immer mit bloßem Auge sehen können. In der Nähe (Mindestabstand zum Flughafenzaun mindestens 1,5 Kilometer) von Flugplätzen oder –häfen dürfen Drohnen grundsätzlich nicht fliegen. Dieses Flugverbot gilt auch für die fünf offiziellen Hubschrauberlandeplätze in Frankfurt. Außerhalb davon dürfen Drohnen in der Kontrollzone des Frankfurter Flughafens maximal 50 Meter hoch fliegen. Verboten ist jeder Drohnen-Flug im Abstand von 100 Metern und über Krankenhäusern, militärischen Einrichtungen, Gebäuden von Polizei und Verfassungsorganen, Menschenansammlungen, Unfallorten, Gefängnissen, Autobahnen, Bahnanlagen, Flüssen, Konsulaten, Industrieanlagen und Kraftwerken. Auch Naturschutzgebiete sind grundsätzlich tabu, in Landschaftsschutzgebieten wie dem GrünGürtel oder in städtischen Parks ist der Betrieb allenfalls mit einer landschaftsschutzrechtlichen Genehmigung erlaubt.

  • Nachbarn: Nur wenn der Nachbar zustimmt, darf dessen Grundstück überflogen werden. Handelt es sich um eine Drohne mit Kamera, sind Persönlichkeitsrechte zu beachten. Film- oder Fotoaufnahmen Dritter bzw. deren gegen Einblicke geschützte Grundstücksbereiche bedürfen der vorherigen Zustimmung.

 

 

Fazit

Drohnen sind als Freizeitvergnügen in Städten wie Frankfurt so gut wie nicht nutzbar. Ohne Auflagen ist der Einsatz nur auf privatem Grund – sofern er nicht in Schutz- oder Kontrollzonen liegt – erlaubt, und dies je nach Größe des Geräts auch nur nach erfolgter Kenntnisprüfung und wenn dabei keine Luftaufnahmen von der Umgebung gemacht werden. In allen anderen Fällen - abgesehen von wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen außerhalb des Landschaftsschutzgebietes (z.B. im Frankfurter Norden) - ist eine legale Nutzung entweder ausgeschlossen oder nur mit privaten oder behördlichen Sondergenehmigungen möglich. Wer also dieses Hobby betreiben möchte, benötigt eine Versicherung für sein Fluggerät und sollte sich einem Modellflug-Verein mit eigenem Fluggelände anschließen. Dort gelten spezielle Regularien. Eine Umfrage des Umweltamts Frankfurt am Main hat ergeben, dass die allermeisten Vereine nichtkommerzielle Drohnen-Piloten aufnehmen.

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