Die moderne Hospizbewegung in Deutschland

Die moderne Hospizbewegung in Deutschland

header image

Palliativ- und Hospizbewegung

Die moderne Hospizbewegung in Deutschland

60’er Jahre

Kennzeichnend für die moderne Hospizbewegung waren die Entwicklung eines umfassenden Pflegekonzeptes und die Erforschung der Schmerztherapie und -bekämpfung.

1967 gründete Cicely Saunders in London das St.Christopherus Hospice, dort verwirklichte sie ihre Idee der ganzheitlichen Betreuung von Betroffenen.

 

Der Ansatz verband nicht nur das medizinische und pflegerische Wissen sondern auch die Einbeziehung von seelsorgerischer und ehrenamtlicher Unterstützung. Die Idee der Hospizbewegung basiert nicht auf dem Prinzip der Heilung, sondern auf dem Prinzip den Sterbenden mit Leib und Seele zu betreuen und zu pflegen und den Sterbevorgang zuzulassen.

 

Im gleichen Zeitraum publizierte die Schweizer Ärztin und Psychiaterin Elisabeth Kübler Ross in den USA ihr Buch "Interviews mit Sterbenden" und gab damit einen weiteren wichtigen Impuls für die moderne Hospizbewegung.

 

70’er Jahre

Die Idee der Hospizbewegung erregte im Gesundheitswesen weltweit Aufsehen, jedoch fand sie nicht überall Zustimmung. Die Darstellung des St.Christopherus Hospice in den Medien Anfang der 70’er hatte zur Folge, dass der Begriff Hospiz in der breiten Bevölkerung eine Abwehrhaltung auslöste. Es entstand das Bild, dass es sich bei Hospizen um reine "Sterbekliniken" handelte. Diese "Sterbekliniken" erschienen als Orte ohne Hoffung und lösten so bei Politik und Kirche zunächst eine Abwehrhaltung gegen die Hospizbewegung aus.

Man einigte sich darauf, nur die Betreuung im Krankenhaus und im familiären Umkreis zu fördern. Die Hospizbewegung wurde zu dieser Zeit daher überhaupt nicht finanziell gefördert.

 

Nur durch den unermüdlichen Einsatz und das hohe Engagement einiger Freiwilliger gelang es, neue Hospizinitiativen zu errichten. Die Entwicklung der Hospize in Deutschland war in ihren Anfängen eine Bewegung, die stark von katholischen Priestern getragen wurde.

80’er Jahre

  • 1983 erfolgte in Deutschland die erste Eröffnung einer Palliativstation am Kölner Uniklinikum, initiiert durch den Krankenhausseelsorger und die Unzufriedenheit einiger Ärzte mit der Tatsache, dass die Nachbehandlung von Krebspatienten endete, sobald die Heilungschancen nicht mehr bestanden und es buchstäblich keinen Platz mehr für "austherapierte" Patienten gab.
  • 1984 entstand der erste deutsche Ambulante Hospizdienst: "Zu Hause sterben".
  • 1985 wurde in München der Christopherus Hospiz Verein gegründet.
  • 1986 folgte die Eröffnung des Hospizes "Haus Horn" in Aachen und 1987 wurde das Hospiz "Zum heiligen Franziskus" in Recklinghausen eröffnet.

 

Neben stationären Hospizen entwickelten sich zusätzliche noch Hospizgruppen, die eine ambulante Betreuung der Sterbenden zu Hause anboten und ermöglichten.

  • 1988 nahm sich die Gernalsynode der Vereinigten evangelisch-lutherischen Kirchen Deutschlands des Themas Hospiz an. Dadurch wurden frische Impulse zu einer Entwicklung von offiziellen Initiativen im Hospizbereich gegeben. 

 

90’er Jahre

  • 1991 motivierten öffentliche Stellungnahmen der evangelischen und katholischen Kirche den Auftakt einer Hospizarbeit und eröffneten eine breite Unterstützung auf Landes und Bundesebene durch die Diakonischen Werke.

 

Zu Beginn der 90er Jahre begann die Hospizbewegung sich durch übergreifende Dachorganisationen und Stiftungen zu formen und zu ordnen. Diese Initiativen vertreten Hospize, Einrichtungen und Betroffene gegenüber Politik und unterstützen diese durch Öffentlichkeitsarbeit und Spenden. Beispiele dafür sind der Deutsche Hospiz Verein oder der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband.

  • 1999 wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen Krankenkassen und Hospizträgern (gem. § 39a Satz 4 SGB V) abschlossen. Dieser ergab ganz neue und tragfähige Finanzierungsmöglichkeiten stationärer Hospize und bedeutete einen entscheidenden Entwicklungsschub in der Hospizbewegung.

inhalte teilen