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25.06.2018

Hoch auf dem Wilden Wagen

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig präsentiert neue Form der Umweltbildung

(ffm) Den gibt’s nur einmal, der kommt aber gerne wieder. „WildnisWagen“ heißt das Unikat, das von jetzt an mobile Werbung für das Projekt „Städte wagen Wildnis“ des Umweltamtes machen soll. Am Montag wurde es an der Hauptwache präsentiert.

Der neue 'WildnisWagen' an der Hauptwache, 25. Juni 2018, © Umweltamt Stadt Frankfurt, Foto: Stefan Cop
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Streng genommen handelt es sich bei dem Gefährt, das auf dem Platz vor der Hauptwache herumkurvte, gar nicht um einen Wagen. Der „WildnisWagen“ ist ein umgebautes Lastenfahrrad. Aber ein ganz besonderes: Innerhalb von wenigen Minuten lässt es sich zu einem mobilen Info-Stand umbauen, zwei Sonnenschirme inklusive. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig zeigte sich beeindruckt von dem Gerät: „Das ist eine wunderbare neue Form der mobilen Umweltbildung. Damit können wir die Ideen und Ziele des Wildnis-Projektes im gesamten Stadtgebiet bekannt machen.“

Frankfurt macht gemeinsam mit Hannover und Dessau-Roßlau bei dem Projekt „Städte wagen Wildnis“ mit. An zwei Orten in der Stadt – dem Nordpark Bonames und dem Monte Scherbelino – wird die Natur weitgehend sich selbst überlassen. Diese Wildnis soll für die Menschen erlebbar werden. Städte wagen Wildnis hat in diesem Jahr das Siegel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2018" erhalten. Gefördert wird es noch bis 2021 vom Bundesamt für Naturschutz im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Es gehe darum, „den Wert wilder Orte in der Stadt publikumswirksam begreifbar zu machen“, sagte Stadträtin Heilig. „Denn diese Fleckchen sind nicht nur schön, sondern werden auch immer nötiger. Aktuelle Probleme wie Insektensterben und Klimaerwärmung machen das zunehmend deutlich.“ Thomas Hartmanshenn vom Umweltamt, bundesweiter Koordinator des Projektes „Städte wagen Wildnis“, hob hervor, der Wildnis-Wagen sei im besten Sinne „ein Vehikel, um dieses Thema zu den Menschen zu bringen“.

Das Spezialfahrad dient als Werbeträger und Ort mobiler Umweltbildung zugleich. Aufgebaut beziehungsweise ausgeklappt wird er nicht nur zur Ausstellung des Projekts und der Frankfurter Projektflächen sondern auch zur Werkbank. Daneben beinhaltet er Utensilien wie etwa Mikroskop, Schmetterlingsnetz und eine Virtual-Reality Einheit. Neben dem Einsatz mit und für Schulklassen und KiTa-Gruppen sind zukünftig „wilde“ Präsentationen im Stadtraum geplant. Das Rad wird von den neuen WildnisLotsen bei Aktionsnachmittagen zu Insekten, Wildkräutern und anderen Themen rund um die Stadtnatur eingesetzt und kann für Umweltbildung auf den Projektflächen individuell gebucht werden.

Die Idee zum WildnisWagen entstand 2017. Nach gemeinsamer Weiterentwicklung der Idee wurde das Lastenrad seit Anfang des Jahres in der Projektschmiede des UX Umwelt-exploratoriums in Frankfurt konzipiert und in Betrieben im Rhein-Main Gebiet hergestellt: Das E-Bike stammt aus Darmstadt, die Aufbauten wurden in Reichelsheim gefertigt, Digitaldruck und die Abdeckung entstanden in Frankfurt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 15.000 Euro.

Weitere Auskünfte zum Projekt gibt es bei Thomas Hartmanshenn, Koordinator des Projekts „Städte wagen Wildnis“ im Umweltamt, Telefon 069/212-39145, E-Mail: thomas.hartmanshenn@stadt-frankfurt.de, oder im Internet unter http://www.städte-wagen-wildnis.de und http://biologischevielfalt.bfn.de/25331.html .