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Neubau Historisches Museum

Modell der Alt- und Neubauten, © LRO Architekten, Foto Jörg Baumann
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Projektbeschreibung

Das Historische Museum Frankfurt besteht aus einem Ensemble von historischen Gebäuden aus dem 12./13., 15.,18., und 19. Jahrhundert, sowie einem Neubau aus dem Jahre 1972. Die Bauten des 12.-19. Jahrhunderts wurden im Krieg stark zerstört und teilweise in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. Dabei wurden die Fassaden im Wesentlichen rekonstruiert, der Innenausbau entspricht aber einem eher einfachen schlichten Standard dieser Zeit. Da der Gebäudeteil von 1972 nicht mehr den heutigen Anforderungen an Gestaltung, Funktion und Brandschutz entspricht, wird er durch einen Neubau ersetzt. Im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs wurde der Entwurf des international renommierten Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei / Stuttgart ausgewählt.


Modell Gebäudekomplex Historisches Museum, © LRO Architekten, Foto Jörg Baumann
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Zwei neue Baukörper in zeitloser Qualität

Die Analyse der historischen Typologie der Frankfurter Altstadt bildet die Grundlage des Entwurfs. So greifen die neuen Gebäudeteile den alten historischen Stadtgrundriss auf. Das Museum gliedert sich zukünftig in die zwei Bereiche „Block und Solitär“.

Das Eingangsgebäude vervollständigt als Anbau die historischen Bauten zu einem Gesamtensemble. Zwischen den beiden neuen Baukörpern entsteht ein großzügiger öffentlicher Platz mit großer Freitreppe, der eine Bühne für viele öffentliche Aktivitäten bietet. Die Längsfassaden des Ausstellungsgebäudes werden durch große Wandnischen geprägt. Diese dienen als Ausstellungsfläche für wetterfeste Schnitzarbeiten und andere historische Fassadenelemente.

Historisches Museum, Visualisierung des nördlichen Baukörpers mit öffentlichem Platz, © LRO Architekten
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Das Ausstellungsgebäude wird als Solitär räumlich abgerückt. Die historische Ost-West-Achse, die Saalgasse, wird durch diesen langgestreckten Ausstellungsbaukörper wieder in Erinnerung gerufen. Zudem dient das Gebäude mit der Traufseite zur Straße hin als ein ruhiges „Hintergrundbild“ für die mittelalterliche Nikolaikirche.

Ausgrabung Historische Kaimauer, © Hochbauamt der Stadt Frankfurt a.M., Jörg Winkler
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Archäologische Grabungsfunde

Im Zuge der tieferen Verbauarbeiten Ende Mai 2012 sensationelle Grabungsfunde entdeckt. Die staufische Südmauer des Saalhofes verläuft in der gesamten Baugrube in nordwestlicher Richtung. Bisher konnte ein Teil der Balken, die zur Mauerbegrenzung verwendet wurden, etwa dem Jahr 1303 eingeordnet werden. Vermutet wird, dass die mittelalterliche Uferbefestigung Teil einer repräsentativen Hafenanlage war und möglicherweise den direkten Zugang zum staufischen Frankfurt des 13. Jahrhunderts darstellte. Die über die Jahrhunderte verschüttete, einmalig gut erhaltene Anlage bietet einen anschaulichen Eindruck, wie das Mainufer zur Stauferzeit ausgebildet war und genutzt wurde.

Gelungene Integration der Funde

Es bestand die Chance, die einzigartigen Funde der Frankfurter Stadtgeschichte in das Museum zu integrieren. Die Entscheidung fiel auf eine Präsentation im offenen Innenhof zwischen Alt- und Neubauten. Eine großzügige Öffnung verbindet dort mit den Funden im Untergeschoß. Unmittelbar am Eingang erlebt der Besucher damit einen der historisch bedeutendsten Plätze Frankfurts. Im Untergeschoß des historischen Bernusbaus entsteht zusätzlich ein Zugang in den Innenhof unmittelbar auf Höhe des alten Hafenkais. Aufgrund der Ausgrabungen war eine Umplanung in Teilbereichen des Neubaus erforderlich. Die im Bereich der Grabungsfunde vorgesehenen Nebenflächen von 210 qm konnten in einer Erweiterung des 2. UG untergebracht werden. Das architektonische Gesamtkonzept konnte erhalten bleiben.

Bauherr

Stadt Frankfurt am Main
Dezernat VII-Kultur und Wissenschaft, Kulturamt

Projektsteuerung

Hochbauamt Frankfurt am Main

Planung und Bauleitung

Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei
Stuttgart

Bauzeit

09/2013 - 04/2017