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27.03.2019

Wie ein Garten mit Pool: Freibad Hausen öffnet seine Pforten zur neuen Saison

Noch ist das Kombi-Becken von einem Rolle verdeckt, um das Wasser vor Verschmutzung zu schützen, März 2019, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Rainer Rüffer
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(ffm) In ein paar Tagen, am Samstag, 30. März, eröffnet das Freibad Hausen die Freibadsaison in Frankfurt. Ab 6.30 Uhr dürfen die Gäste dann ins beheizte Becken eintauchen. Mit dem sogenannten „Anbaden“ wird eine alljährliche Tradition fortgeführt, die das Bad in Hausen aus dem Winterschlaf erweckt. Doch zuvor sorgt die Betriebsleiterin Anette Hamel dafür, dass auch alles startklar ist. Wenn sie Ende Januar aus dem Urlaub kommt, weiß sie, dass sie und ihr Team zwischen vier und sechs Wochen Zeit haben, bis das Bad betriebsbereit sein muss. Auf insgesamt 24.055 Quadratmetern erstrecken sich Grün- und Liegeflächen sowie ein Kombi- und ein Planschbecken mit einem Wasservolumen von 2300 Kubikmetern.

Zu allererst müssen das Laub der 152 Bäume vom Gelände entfernt, anschließend die Becken gereinigt und befüllt werden. Bis das kombinierte Schwimmer-/Nichtschwimmerbecken und das Planschbecken voll sind, können gut drei Tage vergehen. Aber das ist nicht alles, denn Hamel und ihr zwölfköpfiges Team überprüfen alle vorhandenen Handwerks- und Gartengerätschaften auf ihre Funktionsfähigkeit, sorgen für Ordnung und putzen das Bad fein säuberlich heraus.

Gärtnerin, Seelsorgerin, Wasserpanscherin

An einem normalen Tag beginnt die Betriebsleiterin des Bades um 5 Uhr am Morgen mit ihrer Arbeit und hat eine knappe Stunde Zeit, ehe die ersten Gäste kommen. Dann heißt es unter Hochdruck letzte Reinigungsarbeiten vorzunehmen, die Technik zu überprüfen, den Chlorstand zu kontrollieren oder gar die Überbleibsel ungebetener Besucher zu entsorgen, die immer mal wieder über den Zaun steigen, um ein nächtliches Bad zu nehmen. Im Anschluss wird die Kasse vorbereitet und dann kann es endlich losgehen. Im Freibad Hausen bedeutet das: „Man kommt rein und lädt erst mal seine Probleme ab, die man von draußen mitbringt“, so Hamel. Das 1961 erbaute Schwimmbad sei ein Ort, an dem hauptsächlich Freunde zusammenkommen und jeder auf den anderen aufpasst.

Hamel begann ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe vor 41 Jahren, danach arbeitete sie von 1981 bis 1993 im Stadtbad Mitte und von 1993 bis 2003 im Textorbad. Seit 2003 ist sie Betriebsleiterin des Hausener Freibades. Und mit Betriebsleiterin meint Anette Hamel augenzwinkernd „Gärtnerin, Seelsorgerin, Wasserpanscherin“ in einem. Am Freibad in Hausen schätzt sie vor allem die familiäre Atmosphäre und die Geographie des Geländes. So wird das Bad von der Nidda in zwei Flächen aufgeteilt, welche über eine Brücke wieder zueinanderfinden. Auf der einen Seite sind die Schwimmbecken und der gastronomische Bereich samt Kiosk platziert und auf der anderen findet man große Grünflächen, Fußballtore und eine Tischtennisplatte. Überall hört, manchmal sieht man Tiere, die das Bad zu ihrem Lebensraum erklärt haben. Dazu gehören ein Paar Nymphensittiche mit drei Kindern, verschiedene Eichhörnchen und immer wieder Nilgänse. Letztere veranlassten die Badleitung jedoch dazu, einen Kammerjäger zu rufen, da die Gänse die hygienischen Bedingungen erheblich verschlechterten.

Die Strandkörbe im Freibad Hausen vor ihrem Einsatz im Sommer, März 2019, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Rainer Rüffer
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Royales Frühstück unter Badefreunden

Da ihr die unterschiedlichen Bereiche ihres Jobs so viel Freude bereiten, engagiert sich Anette Hamel immer wieder, um neue Events für die Badegäste auf die Beine zu stellen. Dazu zählt unter anderem der Brauch des „Anbadens“, der normalerweise an Karfreitag zur Eröffnung einer neuen Saison stattfindet. Dabei treffen sich die Freunde und Gäste des Bades und gehen bei meistens frischen Außentemperaturen ins warme Becken. Anschließend gibt es für die bis zu 30 hartgesottenen Anbader Gulaschsuppe, Kaffee und Kuchen.

Doch die bisher ungewöhnlichste Veranstaltung ereignete sich mit einem royalen Frühstück, inspiriert durch den Frankfurt-Besuch von Queen Elisabeth II. im Jahr 2015. In königlichen Gewändern und an einer großen Tafel stellten die Badefreunde ein wahres Frühstücksfest im besten Stile des britischen Hochadels auf die Beine. Im Nachhinein ließ man der Queen sogar Fotos zukommen und bekam dafür die Antwort, dass man „ein verrückter Haufen“ sei und die Königin sich über die Bilder gefreut habe.

Die Besucher des Freibades Hausen dürfen sich auf jeden Fall über Erholung in freundlicher und grüner Atmosphäre freuen. Bei Interesse kann man ab dem 29. März Schränke für die neue Saison mieten, denn Hausen sei für seine Gäste eine Art „Garten mit Pool“ bekräftigt Anette Hamel und blickt zufrieden über den frisch gemähten Rasen. Grund für die zeitige Saisoneinleitung ist übrigens die Möglichkeit, die Becken des Bades zu heizen und somit bereits gegen Ende März wohlige Wassertemperaturen von 26 Grad zu gewährleisten.

Das Freibad Hausen öffnet ab dem 30. März täglich um 6.30 Uhr und schließt gegen 20 Uhr. Bei gutem Wetter kann Hamel die Schließzeit bis 22 Uhr ausweiten. Sowohl mit der Buslinie 34 als auch mit der U-Bahn-Linie U7 erreicht man das Freibad, wenn man bis zur Station „Fischstein“ fährt und dann noch eine knappe Minute zu Fuß geht. Weitere Infos gibt es unter http://www.frankfurter-baeder.de/freibad-hausen/ im Internet.

Text: Konrad Claus