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13.06.2018

Oberbürgermeister Feldmann verleiht Nachhaltigkeitsdiplome zum ‚Schuljahr der Nachhaltigkeit‘ an 24 Schulklassen

(ffm) Ein echter Hingucker in Frankfurt – an den bunten Botschaften für die Zukunft sind viele Passanten auf der Hauptwache stehen geblieben: Mit ihrem „Nachhaltigkeits-Kreide-Graffiti“ zeigten Kinder zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, wie intensiv sie sich mit Zukunftsthemen und ihren eigenen Handlungsmöglichkeiten im Alltag auseinandergesetzt haben. Denn mehr als 700 Kinder aus 11 Frankfurter Schulen durften ein Jahr lang am sechsten Durchgang des Programms „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ 2017/2018 teilnehmen. Zur feierlichen Verleihung ihrer erworbenen Nachhaltigkeitsdiplome sind am Mittwoch, 13. Juni, 400 Schülerinnen und Schüler an die Hauptwache gekommen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann überreicht bei der Verleihung der Nachhaltigkeitsdiplome zum 'Schuljahr der Nachhaltigkeit' an der Hauptwache einen bunten Fußball an Schülerinnen und Schüler, 13. Juni 2018, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Rainer Rüffer
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Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßte seine jungen Gäste zu einer bunten Feier: „Dieses tolle Programm ist etwas Besonderes in Frankfurt. Elf Schulen konnten in diesem Jahr teilnehmen. Und Ihr wart dabei! Schön, dass Ihr da seid.“ Zum Beispiel wissen die Schulkinder nun, wie sie beim Pausenbrot Abfall vermeiden können und kennen den ökologischen Rucksack des Recyclingpapiers. Ihnen ist klar, dass man das Klima schützt, wenn man viel Fahrrad fährt und energiesparend heizt. Und sie erkennen beim Einkauf fair gehandelte Waren. „Wir haben drei Wochen lang das ‚plastikfreie Frühstück‘ ausprobiert“, berichtete Yumna von der Merianschule am Park. „Das sollte jeder machen“, riet die Zehnjährige und freute sich, dass nun auch in ihrer Familie mehr darauf geachtet wird, Verpackungsmüll zu vermeiden und auch Fairtrade-Produkte zu kaufen.

Oberbürgermeister Feldmann lenkte den Blick auf die Aktivitäten an den Schulen: „Ihr habt Ideen entwickelt, damit es an Euren Schulen nachhaltiger zugeht. Als Energiespardetektive wart Ihr unterwegs und habt aufgedeckt, wo im Schulbetrieb Energie verloren geht. Ihr habt Mülltrennung in Euren Klassen betrieben, Spielzeug-Tauschbörsen organisiert und ein faires Frühstück auf den Tisch gebracht. Als Oberbürgermeister bin ich stolz auf Eure Aktivitäten. Vielen Dank für den Einsatz. Ihr bereichert das Frankfurter Schulleben“, beschrieb Feldmann das vergangene „Schuljahr der Nachhaltigkeit“. Als Anerkennung ihrer Leistung erhielten die Schulen einen fair produzierten Fußball.

Umweltlernen in Frankfurt hat das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ entwickelt und veranstaltet es nun bereits zum sechsten Mal mit Frankfurter Grundschulen. Gefördert wird das Leuchtturmprojekt von der Dr. Marschner Stiftung und dem Unternehmen FES. Stadtschulamt und Staatliches Schulamt Frankfurt unterstützen das Programm.

„Je früher sich die Kinder mit den Themen Klimaschutz und Energie auseinandersetzen, umso leichter fällt es ihnen, sich klimafreundlich zu verhalten“, sagte Petra Kappler von der Dr. Marschner Stiftung. Das konnte Claudia Wucherpfennig vom Verein Umweltlernen nur bestätigen. Sie leitet das Projekt in Frankfurt und stellte fest: „Die Frankfurter Bildungslandschaft ist seit vielen Jahren beim Thema ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘ (BNE) richtungweisend. Das ‚Schuljahr der Nachhaltigkeit‘ ist so erfolgreich, dass es nicht auf Frankfurt beschränkt bleibt!“ Denn aufgrund seines innovativen Charakters wurde es in die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen aufgenommen und wird über Frankfurt hinaus in fünf weiteren Kommunen Hessens angeboten. Nach den Ferien startet in Frankfurt bereits der siebte Durchgang des Projekts.

Auf der Hauptwache sammelten sich die Klassen nach der Abschlussveranstaltung für den Rückweg an die Schulen. Bettina Berns, Klassenlehrerin an der Bonifatiusschule, begutachtete die Graffiti-Botschaften der Klassen auf dem Asphalt: „Spart Strom!“, „Benutzen Sie das Fahrrad“ und „Kinder haben Rechte!“ war an der Hauptwache zu lesen. Berns freute sich über die Feierstunde mitten in der Öffentlichkeit: „Die Bedeutung des Projekts wird damit richtig klar. Eine schöne Wertschätzung für die Arbeit der Schülerinnen und Schüler – und eine gute Möglichkeit für die Passanten, einmal innezuhalten und nachzudenken.“ Genau das taten viele Fußgänger, kaum waren die Klassen vom Platz verschwunden. Einige Radfahrerinnen stoppten, Grüppchen fotografierten mit den Handys, und Einzelne hielten an, lasen hier und da. Einer von ihnen war Nils C. (24), der bei der Botschaft „Wiederverwertbare Verpackungen kaufen“ stehen blieb. „Die Anregungen sind richtig gut“, lobte er.