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05.06.2018

Anne Frank-Tag 2018: Stadt Frankfurt und Bildungsstätte Anne Frank gedenken mit vielen Partnerorganisationen der Jüdin Anne Frank

Anne Frank
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(ffm) Nach einem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr werden die Stadt Frankfurt und die Bildungsstätte Anne Frank gemeinsam mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern auch in diesem Jahr am Dienstag, 12. Juni, den Anne Frank-Tag mit einem vielfältigen und umfangreichen Veranstaltungsprogramm durchführen.

Neben der erstmaligen Verleihung des Frankfurter Schulpreises sind auch SchülerInnenworkshops, geführte Touren durch Stadt und Synagoge sowie die Eröffnung der neuen Dauerausstellung der Bildungsstätte Anne Frank „Anne Frank. Morgen mehr“ geplant. Im Zentrum des Gedenkens steht in diesem Jahr die Jüdin Anne Frank und das Motto lautet: „Wir können niemals nur Niederländer oder nur Engländer oder was auch immer werden, wir müssen daneben immer Juden bleiben. Aber wir wollen es auch bleiben.“ (Anne Frank, 11.4.1944)

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte bei der Pressekonferenz am Dienstag, 5. Juni: „Mich begeistert das Programm, das maßgeblich von meinem Freund und Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, auf die Beine gestellt wurde. Als er mich 2016 angesprochen hat, war ich sofort begeistert! Denn der Anne Frank-Tag und sein Programm passen gut zu Frankfurt, weil der Tag die Vielfalt Frankfurts mit ihren unterschiedlichen Nationen widerspiegelt. Frankfurt nimmt dadurch das Schicksal einer seiner bekanntesten Töchter zum Anlass, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Mich hat als Jugendlicher das Tagebuch sehr bewegt, denn es hat mir, wie ich heute weiß, die Möglichkeit der Identifikation mit ihrem Schicksal ermöglich. Was wäre aus Anne Frank für eine großartige Schriftstellerin geworden, diese Frage bewegt viele Menschen – auch mich – noch heute. Das Schicksal Anne Franks und ihr Ringen um Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung verweist uns gleichzeitig auf den unermesslichen Verlust, zu dem die Nazi-Verbrechen geführt haben. Unsere Lehre daraus? Nie wieder Nazismus und Ausgrenzung, gemeinsam wachsam bleiben!“

Sylvia Weber, Bildungsdezernentin, © Stadt Frankfurt am Main
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Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung, sagte: „Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank in Frankfurt geboren. Ihre Geschichte von Flucht und Verfolgung steht für das Schicksal von Millionen europäischer Jüdinnen und Juden, die im Holocaust von den Nazis ermordet wurden. An dem Tag, an dem Anne Frank 89 Jahre alt geworden wäre, möchten wir als Stadt Frankfurt darum an Anne Frank erinnern und die Botschaft ihres weltberühmten Tagebuchs ins Zentrum des Gedenkens und des Engagements stellen. In Zeiten eines erstarkenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft ist uns das ein besonderes Anliegen. Aus diesem Grund haben wir den diesjährigen Anne Frank-Tag unter ein Motto gestellt, das die Jüdin Anne Frank zur Geltung bringt. Wir möchten alle Frankfurterinnen und Frankfurter herzlich dazu einladen, sich bei den unterschiedlichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen des zweiten Anne Frank-Tags mit aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit auseinanderzusetzen.“

Im Rahmen eines Fachbeirates haben mehrere städtische Einrichtungen und Vereine ein vielfältiges Programm für den ersten Anne Frank-Tag zusammengestellt. Zum Fachbeirat gehörten neben dem Dezernat für Integration und Bildung und der Bildungsstätte Anne Frank Vertreterinnen und Vertreter des Kulturdezernats, des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), des Stadtschulamts, des Anne Frank Fonds, des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), der Evangelischen Kirche, des Frankfurter Jugendrings, des Fritz Bauer Instituts, der Jüdischen Gemeinde, des Jüdischen Museums, der Katholischen Kirche und des Rats der Religionen.

Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, in einer Ausstellung, © Bildungsstätte Anne Frank
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Den Impuls für einen Anne Frank-Tag in Frankfurt hatte Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Jahr gegeben. „Die Etablierung des Anne Frank-Tags ist für mich und die Bildungsstätte Anne Frank ein ganz wichtiges Anliegen, um in Frankfurt, wo Anne Frank geboren wurde und ihre Vorfahren schon lange Zeit lebten, an die Geschichte von Judenhass, Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus zu erinnern, und sich außerdem mit aktuellen Fragen des Zusammenlebens in der Stadtgesellschaft auseinanderzusetzen“, sagte Dr. Mendel. „Nach unserer Erfahrung kann die aktive Aneignung der Geschichte dann gut gelingen, wenn sie mit den Lebensrealitäten von Menschen in unserer Gesellschaft heute verknüpft wird. Die Geschichte von Anne Frank bietet zugleich einen einzigartigen Zugang, sich mit aktuellen Formen von Menschenfeindlichkeit auseinanderzusetzen. Gedenken und Engagieren – diese Ziele werden mit dem vielfältigen Programm des Tages schon sehr erfolgreich umgesetzt.“