Logo FRANKFURT.de

May, Julius und Hermine

Der Kaufmann und Vertreter Julius May stammte aus Frankfurt am Main. Seine Eltern waren Josef May und Jeanette, geb. Hecht. Er war mit der gebürtigen Offenbacherin Hermine, geb. Drucker, verheiratet. Deren Eltern waren Arnold Drucker und Klara, geb. Aub.

Julius und Hermine May hatten drei Kinder: Ernst, Irma und eine weitere 1911 geborene Tochter, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA lebte.

Julius May war seit etwa 1910 als Vertreter für Tabakwaren und Molkereiprodukte unter andern für die Käsefabriken „Alfred Hindelang“, München, und „Ottmar Herz“, Sonthofen, selbstständig tätig. Seit der Boykotte 1933 hatte er erheblichen Umsatzrückgang. Verfolgungsbedingt gab er sein Geschäft im Sommer 1938 auf. Laut Krohn/Rauschenberger führte er eine Futtermittelhandlung mit Geschäftsadresse Am Tiergarten 46.

Julius May und seine Ehefrau betrieben vergeblich ihre Flucht in das Exil. Die in den USA lebende Tochter und der Schwiegersohn hatten bereits Kuba-Visa für die Eheleute beschafft, die sie aber wegen der Auswanderungssperre für Juden nicht mehr verwenden konnten.

Die letzten Frankfurter Adressen waren Röderbergweg 17 und zuletzt Röderbergweg 8.

Die Tochter Irma May war nach nationalsozialistischer Definition in „Mischehe“ verheiratet mit dem Diplomkaufmann Dr. Friedrich Wilhelm Enders. Der Schwiegersohn wollte sich nicht von Irma Enders, geb. May, trennen. Aus Verzweiflung schieden die Tochter und der Schwiegersohn durch Freitod aus dem Leben. Das weitere Schicksal des Sohnes Ernst May ist ungeklärt.

Personen
Hermine May, geb. Drucker
Geburtsdatum:17.4.1880
Deportation:22.11.1941 nach Kaunas
Todesdatum:25.11.1941
Julius May
Geburtsdatum:1.4.1876
Deportation:22.11.1941 nach Kaunas
Todesdatum:25.11.1941
Stolperstein Niddagaustraße 21 Julius May  © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
Dieses Bild vergrößern.
Stolerstein Niddagaustraße 21 Hermine May  © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
Dieses Bild vergrößern.