Logo FRANKFURT.de

Cahn, Leopold

Der Kaufmann Leopold Cahn stammte aus München und war mit der nichtjüdischen Frieda, geb. Pfeiffer, verheiratet, die 1942 starb. Ihr Sohn Ernst wurde 1920 geboren. Nach nationalsozialistischer Definition handelte es sich um eine „Mischehe“. Leopold Cahn hatte zwei Brüder. An beide - Dr. Robert Cahn und Benedikt Cahn - und ihre Familien erinnern Stolpersteine in der Rosseggerstr. 17 und Eschersheimer Landstraße 10.
Seit 1903 war Leopold Cahn als Prokurist bei der Frankfurter „Privat-Telefon-Gesellschaft mbH“ (PRITEG) angestellt, wo er bis 10. Januar 1939 tätig war. Verfolgungsbeding musste er ab 1935 Gehaltskürzungen hinnehmen verkraften und wurde am 12. November 1938 schließlich

Es erfolgte eine Zwangsleistung der „Judenvermögensabgabe“ in Höhe von 6.015 Reichsmark. Das Vermögen von Leopold Cahn unterlag einer „Sicherungsanordnung“ der Devisenstelle vom 24. November 1939, die den monatlichen „Freibetrag“ auf 300 Reichsmark festsetzte und am 9. April 1940 auf 450 Reichsmark erhöhte. Sein Vermögen belief sich laut Devisenakten im Dezember 1939 noch auf 16.487 Reichsmark. Zum Zeitpunkt der Deportation war Leopold Cahn laut Entschädigungsakten völlig mittellos.

Er wohnte zunächst Auf der Körnerwiese 21, dann in der Eppsteiner Straße 5, im Baumweg 32, ab 30. April 1943 in der Ostendstaße 18, ab etwa August 1943 im Hermesweg 5-7, ab Oktober 1943 wieder in der Ostendstraße 18, ab Dezember 1943 wieder beim Sohn in der Eppsteiner Straße 5, ab etwa Mitte Dezember 1943 Berger Straße 71/III bei Knoll, zuletzt im Baumweg 32.

Bei der Anschrift Ostendstraße 18 handelte es sich um eine „Gemeinschaftsunterkunft für Juden“, ein „Judenhaus“, in dem antisemitisch Verfolgte vor ihrer Deportation aus Frankfurt zwangsweise konzentriert wurden.

Für die Entlassung seines Vaters aus der „Gemeinschaftsunterkunft“ wurde der Sohn gezwungen, seine Wohnung in der Eppsteiner Straße 5 aufzugeben. Daraufhin wurde der Vater kurzzeitig entlassen, musste jedoch am 6. Januar 1944 in die Ostendstraße zurückkehren.

Personen
Leopold Cahn
Geburtsdatum:12.11.1878
Deportation:8.1.1944 nach Theresienstadt
Todesdatum:1.4.1944

Quelle

Die Stolpersteine wurden von der Hausgemeinschaft der Eppsteiner Straße 5 finanziert.

Stolperstein Eppsteiner Straße 5 Leopold Cahn   © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
Dieses Bild vergrößern.