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Boltz, Johann

Johann Boltz stammte aus Frankfurt und wurde unehelich geboren. Seine Mutter hatte mit dem Stiefvater fünf weitere Kinder. Bei dem Stiefvater absolvierte er eine Ausbildung zum Gemüsehändler. Im Ersten Weltkrieg wurde er im Frühjahr 1915 rekrutiert, im Sommer 1915 schwer verletzt. Der rechte Arm wurde amputiert und er blieb gehbehindert. Nach dem Krieg arbeitete er bei verschiedenen Firmen als Portier. Bis 1940 hatte er vier Vorstrafen wegen §§ 175/175a Strafgesetzbuch, Homosexualität.

Am 26.5.1940 wurde Boltz im Schwimmbad Nied verhaftet, wo er versucht hatte, mit einem 17-Jährigen in Kontakt zu kommen, wohl auch versucht hatte, ihn zu berühren. Der junge Mann zeigte ihn beim Revier in Rödelheim an. Da allein diese „wollüstige Absicht“ ausreichte, wurde Boltz am 26.5.1940 zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt und am 22.8.1940 ins Zuchthaus Ludwigsburg eingeliefert. Am 26.5.1941 wurde er nach Strafverbüßung an die Kripo Frankfurt übergeben, die ihn am 10.7.1941 nach Dachau verschubte. Dort starb er acht Monate später, angeblich an Herzversagen. Letzte Frankfurter Adresse: Savignystraße 55.

Personen
Johann Boltz
Geburtsdatum:19.9.1893
Deportation:Zuchthaus wegen § 175 und KZ Dachau
Todesdatum:4.3.1942
Stolperstein Savignystraße 55 Johann Boltz © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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