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Bechhold, Heinrich

Heinrich J. Bechhold wurde in Frankfurt geboren. Sein Vater war Heinrich Hirsch Bechhold, Buchhändler, Verleger und Mitbegründer des „Freien Deutschen Hochstifts“. Heinrich J. Bechhold war mit Marie Bechhold, der Tochter des Sanitätsrats Theodor Neubürger, verheiratet, und wohnte in der Niederräder Landstraße 26-28 (heute 46-48).

Heinrich Bechhold war promovierter Chemiker und Professor. Er forschte und lehrte unter anderem am Paul Ehrlich-Institut für experimentelle Therapie zu Fragen der Virusforschung, der Desinfektion und der Pathologie. Er zog viele, besonders ausländische Schüler an. Er war auch Herausgeber der „Umschau“, einer illustrierten Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik.

1935 wurden seine Lehrbefugnis für „erloschen“ erklärt und sein Name und seine wissenschaftlichen Leistungen ab sofort totgeschwiegen. Die Witwe Marie Bechhold flüchtete nach der Pogromnacht 1938 in die Schweiz. Sie starb am 11. Februar 1949 in Colombier bei Neuchatel in der Schweiz.

Im Dezember 1939 wurde der „Kaufvertrag“ für die Villa aufgesetzt, gemäß der Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens: Man nannte den Vorgang „Entjudung des Grundbesitzes“. Die neuen Bewohner des Hauses, die Schüler des Musischen Gymnasiums, nannten die Villa „Graues Haus“ im Gegensatz zum ebenfalls beschlagnahmten Nachbarhaus, dem sogenannten „Weißen Haus“.

Personen
Heinrich Jakob Bechhold
Geburtsdatum:13.11.1866
Todesdatum:17.2.1937 (Suizid)
Stolperstein Niederräder Landstraße 46-48 Heinrich Jakob Bechhold © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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