Informationen für medizinisches Personal

Informationen für medizinisches Personal

header image

Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2

Informationen für medizinisches Personal

Informationen zum SARS-CoV-2 für medizinisches Personal
Informationen zum SARS-CoV-2 für medizinisches Personal © ©velimir - stock.adobe.com, Foto: Nikolaj Saevich

Sonderausgabe des Frankfurter Infekt-Infos

Am 15. März ist die Sonderausgabe Nr. 2 "Aktuelles Procedere in Bezug auf den Umgang mit der SARS-CoV-2 Pandemie" an alle Frankfurter Arztpraxen verschickt worden. Sollten Sie das Infekt-Info nicht erhalten haben, schicken Sie uns bitte Ihre E-Mail-Adresse, damit wir Ihnen das Infekt-Info mit Ansprechpartner für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen zuschicken können. Die E-Mail-Adresse schicken Sie bitte mit "Infekt-Info" im Betreff an: corona@stadt-frankfurt.de

______________

Testzentren in Frankfurt am Main

Wer kann den Testcentern Patienten zuweisen?
Seit dem 10. März gibt es in Frankfurt am Main 2 Testzentren, die zur Entlastung der Hausarztpraxen Abstriche vornehmen. Die Adressen der Testzentren werden durch die KV bekannt gegeben. Testungen werden werktags von 9 bis 13 Uhr durchgeführt.

 

Wichtig:

Die Patienten werden entweder von den niedergelassenen Ärzten, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) oder dem Gesundheitsamt den Testzentren zugewiesen. Ohne eine entsprechende Indikation zur Testung und Zuweisung werden die Patienten in den Testzentren nicht getestet.

_______________

Hinweis:
Die erste, zweite und Änderung der ersten und zweiten Verordnung des Hessischen Sozialministeriums für Soziales und Integration zur Bekämpfung des Coronavirus können im Downloadbereich heruntergeladen werden.

 

Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus (13.03.2020) - Auszug:

§1
(1) Zur Sicherstellung der notwendigen Personalausstattung in der gesundheitlichen Versorgung von Menschen und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung wird für Angehörige der in Abs. 2 bestimmten Personengruppen, die sich in den 14 Tagen vor In-krafttreten dieser Verordnung oder danach in einem Risikogebiet für Infektionen mit dem SARS-CoV-2—Virus aufgehalten haben, eine Absonderung nach § 30 Abs. 1 Satz 2 des Infektionsschutzgesetzes in der eigenen Häuslichkeit allgemein angeordnet.

Hinweis:

„(6) Soweit dies zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung oder der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zwingend erforderlich ist, kann die Absonderung oder das berufliche Tätigkeitsverbot im Einzelfall für die Dauer des Dienstes ausgesetzt werden."

Details, s. Verordnung im Original (in unserem Downloadbereich)

 

Welche Strategie gilt bei der Erkennung und Versorgung von COVID-19-Patienten in Frankfurt am Main?
Die medizinischen Leistungserbringer untersuchen und behandeln COVID-19-Patienten auf der Schutzstufe von Influenza. Grundsätzlich muss jeder niedergelassene Arzt und jedes Krankenhaus einen COVID-19-Patienten versorgen. Bei engem Kontakt zu einem Verdachtsfall (etwa bei der Untersuchung oder der Probengewinnung) schützt sich das Personal gegen Tröpfcheninfektionen mit:

  • Schutzbrille
  • Mund-Nasenschutz, mindestens FFP2-Maske
  • Handschuhe
  • Schutzkittel

 

Wie ist der Ablauf beim niedergelassen Arzt?

Der Verdachtsfall meldet sich beim Hausarzt telefonisch an.
Termin mit räumlicher oder zeitlicher Trennung von anderen Patienten wie bei Influenza.
Anamnese, Untersuchung.
Bei Indikation (s. u.) gewinnt der Hausarzt einen Rachenabstrich zur Testung auf SARS-CoV-2.
Die Probe wird in ein geeignetes Labor versandt (Frankfurt: Uniklinik Frankfurt, Hessen: Virologie Marburg).
Stationäre oder ambulante Betreuung
Patienten, die nur leicht erkrankt sind, müssen nicht zwangsläufig stationär aufgenommen werden. Nach Materialgewinnung für den Test und Meldung des Verdachtsfalls an das zuständige Gesundheitsamt können sie unter häusliche Beobachtung gestellt werden. Sobald das Laborergebnis vorliegt (i.d.R. am gleichen Tag, wenn die Probe bis mittags im Labor eintrifft, sonst am Folgetag), wird das weitere Vorgehen vom Gesundheitsamt festgelegt. Die stationäre Behandlung muss in einem Isolierzimmer mit der oben beschriebenen Schutzausrüstung erfolgen.


Wann soll eine Person auf SARS-CoV-2 untersucht werden?
Bei begründetem Verdachtsfall nach RKI-Definition:
I. Respiratorische Symptome unabhängig von deren Schwere
UND
Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19 während der vorangehenden 14 Tage

II. Akutes respiratorisches Syndrom (mit oder ohne Fieber sowie mit oder ohne Husten), bei der basierend auf klinischen, radiologischen oder histopathologischen Hinweisen auf ein entzündliches Infiltrat der Verdacht besteht, dass die unteren Atemwege betroffen sind (z.B. Pneumonie oder Akutes Atemnotsyndrom)
UND
Aufenthalt in einem Risikogebiet während der letzten 14 Tage.

III. Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in betroffenen Ländern,  nicht jedoch in den ausgewiesenen Provinzen/Städten, aufgehalten haben und grippale Symptome aufweisen, sollten auf Influenza untersucht und bei negativem Befund nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt auf SARS-CoV-2 getestet werden.


Wie gehen Ärzte und Krankenhäuser bei der Laboruntersuchung vor?
Für den PCR-Nachweis von SARS-CoV-2 genügt nach aktueller Einschätzung ein tiefer Rachenabstrich (alternativ: ein tiefer Nasen-/Rachenabstrich
oder ein kombinierter Nasen- und Rachenabstrich), da sich das Virus auch im oberen Atemtrakt nachweisen lässt.
Wichtig ist, dass sogenannte „Virusabstriche“ (am besten mit Universaltransportmedium – keinesfalls Gelabstriche) verwendet werden.
Eine Untersuchung kann u.a. im Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt durchgeführt werden oder im Institut für Virologie der Philipps-Universität in Marburg. Die Proben müssen über eine Arztpraxis abgenommen und für eine Untersuchung in Frankfurt am Main mit ausgefülltem Begleitschein (im Internet verfügbar unter:
https://www.kgu.de/einrichtungen/institute/zentrum-der-hygiene/medizinische-virologie/diagnostik/
an das Institut per Post oder Boten transportiert werden. Die Untersuchungskosten von ca. 130,- € pro Probe werden als Privatrechnung in Rechnung gestellt, bei entsprechender Indikation aber von der Krankenkasse übernommen. Die Testdauer beträgt 1-4 Tage – abhängig vom aktuellen Probenaufkommen.


Sind Hausärzte, Krankenhäuser, Rettungsdienst sowie Gesundheitsämter für diesen Fall informiert und gerüstet?

Die Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen sind vom Robert Koch-Institut und von den Gesundheitsämtern darüber informiert worden, wie sie sich im Verdachtsfall zu verhalten haben. Dazu gehören das Anlegen der Schutzausrüstung, die aus Atemschutz, Schutzbrille und Handschuhen besteht sowie die Isolierung des Verdachtsfalles durch Einzelunterkunft. Grundsätzlich sind alle Krankenhäuser in Hessen darauf vorbereitet, Erkrankte mit solchen Erregern zu versorgen. Ob eine Behandlung auf einer Isolierstation erfolgen muss, wird je nach Schwere der Erkrankung entschieden.
Welche Maßnahmen werden getroffen, wenn die Praxis nicht über eine ausreichende Schutzausrüstung verfügt?
In vielen Arztpraxen fehlen die entsprechenden Schutzausrüstungen. Vor allem fehlt es den niedergelassenen Ärzten an Atemmasken. Daher können viele Ärzte, die im niedergelassenen Bereich arbeiten, keine Abstriche auf COVID-19 vornehmen, da sie sich und ihr medizinisches Personal schützen müssen. In diesem Fall sollte die kassenärztliche Vereinigung kontaktiert werden (Telefonnummer: 116 117), um zu erfragen, welche Praxen über die nötigen Schutzausrüstungen verfügen und entsprechend die Personen testen können.  
Müssen alle SARS-CoV-2 positiv getestete Personen stationär aufgenommen werden?
Schwer erkrankte Personen (z.B. radiologisch nachweisbare Lungenentzündung, Atemnot etc.) müssen im Krankenhaus behandelt und versorgt werden. Auch Personen, die in einer Wohngemeinschaft leben und keine ausreichende Isolation zu Hause gewährleistet ist, sollten stationär aufgenommen werden, um eine Übertragung der Infektion zu vermeiden.
Personen, die nur leichte Symptome aufweisen, können ambulant versorgt werden. In diesem Fall wird vom Gesundheitsamt eine häusliche Isolation über 14 Tage angeordnet.


Was ist zu beachten bei Kontaktpersonen, auch beim medizinischen Personal?

Siehe dazu das Dokument des Robert Koch-Intituts:
Kontaktpersonennachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2External Link

 

Kann man sich auch bei fehlenden typischen Symptomen auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen?
Eine Testung wird erst durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht.
Kann man sich im Gesundheitsamt testen lassen?
Das Gesundheitsamt Frankfurt testet ausschließlich symptomfreie Kontaktpersonen, die sich auf Anordnung des Gesundheitsamtes in häuslicher Quarantäne befinden. In diesem Fall wird eine Ärztin / ein Arzt aus dem Gesundheitsamt einen Rachenabstrich durchführen. Ein generelles Screening wird derzeit nicht angeboten.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung HessenExternal Link.


HOTLINE DES LANDES HESSEN

Hessenweite Hotline zu medizinischen Fragen:  0800- 555 4666 - täglich von 8 bis 20 Uhr

Alle anderen Fragen beantwortet das Bürgertelefon der Landesregierung unter: 0611 - 32 111 000 und unter buergertelefon@stk.hessen.de

Wichtiger Hinweis: Über die Hotline können generell keine Testergebnisse abgefragt werden. Zuständig für die Mitteilung des Testergebnisses ist der behandelnde bzw. zuweisende Arzt.

 

Die landesweite Rufnummer gilt auch für Frankfurter Bürgerinnen und Bürger - es gibt keine separate Hotline für Frankfurt. Bei Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern werden im begründeten Verdachtsfall auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 durch das Frankfurter Gesundheitsamt weitere Maßnahmen in die Wege geleitet. 

Für Bürgerinnen und Bürger aus allen Landkreisen Hessens stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotline gerne zur Verfügung, bei konkreten Verdachtsfällen sind die örtlichen Gesundheitsämter für die weiteren Maßnahmen zuständig. Das zuständige GesundheitsamtExternal Link finden Sie über das PLZ-Tool des Robert Koch-Instituts.

inhalte teilen