Frankfurt, Stadt der Türme

Frankfurt, Stadt der Türme

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Oberbürgermeister

Frankfurt, Stadt der Türme

OB Peter Feldmann, Foto: Frank Widmann
OB Peter Feldmann, Foto: Frank Widmann © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Frank Widmann

Es war ein Schock, als unser Goetheturm im Oktober 2017 in Flammen stand. Das Wahrzeichen im Stadtwald war vollständig zerstört. Umso mehr freue ich mich, dass wir jetzt das Richtfest für den neuen Turm feiern konnten. Ist doch der Goetheturm das Herzblut für uns Frankfurter.

Ich habe mir den Wiederaufbau selber angeschaut. Mit Hilfe eines Autokrans setzten Zimmerleute das Bauwerk aus vorgefertigten Teilen an einem Tag zusammen, eine beeindruckende Meisterleistung. Bis wir ihn besteigen können, wird es allerdings noch etwas dauern. Zuerst müssen noch Sicherheitseinrichtungen installiert und der Betonsockel mit Sandstein verkleidet werden. Außerdem stellt das Grünflächenamt die Freiflächen wieder her, die durch den Brand und die Löscharbeiten stark gelitten hatten. Eine große Eröffnungsfeier ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen leider nicht möglich.

Besonders freut mich, dass die Abmessungen des neuen Aussichtsturms exakt seinem historischen Vorbild entsprechen -  wie es die Bürger wollten. Allerdings wirkt das neue, gut 43 Meter hohe Bauwerk heller, da das Holz nicht mehr wie früher mit Teeröl behandelt wird. Dieses Vorgehen dient dem Brandschutz.

Mindestens genauso freut mich die Unterstützungsbereitschaft der Frankfurter. Bürger und Unternehmen steuerten rund 200.000 Euro an Geld- und Sachspenden bei. Das macht mich stolz. Diese Hilfe erleichtert uns als Stadt die Finanzierung, da die Versicherung die 2,4 Millionen Euro für den Wiederaufbau nicht vollständig übernimmt. Das knüpft an die schöne Tradition von Bürgersinn in unserer Stadt an, die sich gerade am Goetheturm zeigt. Sein ursprünglicher Bau 1931 wurde durch eine Spende des Kaufmanns Gustav Gerst ermöglicht.

Unser Frankfurt ist eine Stadt der Türme, wie der Blick auf die charakteristische Skyline zeigt. Nur leider stehen die wenigsten davon dem Publikum offen. Möglicherweise ändert sich hieran mittelfristig etwas. Ein anderes Wahrzeichen Frankfurts, der Europaturm – gerne auch Ginnheimer Spargel genannt – ist seit 1999 für den Publikumsverkehr geschlossen. Neue Sicherheitsvorschriften brachten das Aus für den Ausblick aus luftiger Höhe. Damals luden eine Diskothek und ein Restaurant zum Besuch in 220 Metern Höhe ein.

Der Betreiber Deutsche Funkturm möchte die Kanzel wiedereröffnen und noch eine Freiluftetage auf dem Dach den Besuchern anbieten. Eine faszinierende Idee, wie ich finde. Denn ein solches Gebäude sollte allen Bürgern unserer Stadt offen stehen. Ein Konzept, wie dies technisch zu bewerkstelligen ist, gibt es bereits. Der Bund hat zugesagt, die Hälfte der Finanzierung zu übernehmen. Aktuell bemühe ich mich, das Land dazu zu bewegen, den anderen Teil beizusteuern.

Frankfurt und seine Türme - sei es die Skyline oder die historischen Bauwerke -  sind ein wesentlicher Teil unserer Stadt und untrennbar mit ihr verbunden. Sie sind das Erste, das Besucher von Weitem in unserer Stadt willkommen heißen. Ob alt oder neu, diese Wahrzeichen gilt es zu wahren und sich für diese einzusetzen.