OB-Kolumne

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Oberbürgermeister

Jetzt kommt es auf uns alle an!

Oberbürgermeister, Peter Feldmann
Oberbürgermeister, Peter Feldmann © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Frank Widmann

Liebe Frankfurterinnen und Frankfurter,

seien wir ehrlich: 2020 haben wir uns alle etwas anders vorgestellt. Frühjahr und Frühsommer waren dieses Jahr für jede und jeden von uns eine ganz neue Erfahrung, eine Zeit mit wenigen sozialen Kontakten, Entbehrungen, ruhigen Straßen und beunruhigenden Nachrichten. Dann kam der Sommer und mit ihm viele Lockerungen, die uns allen so gutgetan haben: Denn die warmen Abende mit Freunden, die langen Spaziergänge und Schwimmbadbesuche mit der Familie haben sich fast wieder wie ein ganz normaler Sommer angefühlt. So normal, dass manch einer schnell vergaß, dass die Corona-Pandemie noch lange nicht überwunden ist.

Nun ist der Herbst da und wir spüren leider deutlich, dass die Gefahr alles andere als gebannt ist. Steigende Infektionszahlen in ganz Deutschland – auch hier in Frankfurt sind die Zahlen der Corona-Infizierten wieder so hoch, dass in unserer Stadt die vierte Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes Hessen in Kraft tritt. Wir als Stadt Frankfurt haben schnell reagiert: Verstärkte Kontrollen der Umsetzung verfügter Auflagen, Maskenpflicht in weiterführenden Schulen, mehr Personal zur Rückverfolgung von Infektionsketten im Gesundheitsamt. Eine neue Allgemeinverfügung hat nun die Maskenpflicht auf belebten Straßen, Plätzen und Parks sowie innerhalb des Anlagenrings ausgeweitet und eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr eingeführt. Diese Maßnahmen sind für viele lästig und schmerzhaft – derzeit aber unerlässlich. Verstärkung bekommt das Gesundheitsamt dabei von 60 Soldaten der Bundeswehr. Sie werden bei der Kontaktverfolgung die „Corona-Detektive“ des Gesundheitsamtes unterstützen. Einen entsprechenden Hilfeleistungsantrag habe ich kürzlich unterschrieben. Strengere Regeln und bessere Kontaktnachverfolgung – diese Doppelstrategie ist unsere Antwort auf die höhere Zahl an Neuninfektionen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes leisten hervorragende Arbeit. Aber auch sie stoßen irgendwann an ihre Grenzen. Es ist gut, dass sie nun von medizinisch qualifizierten Soldaten unterstützt werden

Aber damit diese Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind, brauchen wir Ihre Hilfe. Ich weiß, dass Sie es leid sind, Masken zu tragen und Abstand zu halten. Dass Sie es leid sind, ständig neue schlechte Nachrichten lesen, hören und sehen zu müssen. Mir geht es genauso: Das unbeschwerte Leben fehlt uns allen. Aber jetzt heißt es, durchzuhalten. Wir alle müssen stark bleiben und uns an die Regeln halten. Denn wenn nur ein paar aus der Reihe tanzen, hat das möglicherweise ernste Konsequenzen für alle von uns.

Denken Sie daran, für wen wir Abstand halten und Masken tragen. Bei vielen von uns sind das in erster Linie nicht wir selbst. Doch jede und jeder von uns kennt Menschen, für die eine Erkrankung an Covid-19 schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen hätte – ältere Verwandte, Vorerkrankte. Wenn wir an sie denken, fällt es uns leichter, die Maske (richtig!) zu tragen. Denn wir alle wollen die Menschen, die uns nahestehen, schützen.

Ich möchte Sie von ganzen Herzen bitten, weiterhin mitzumachen und dabei zu helfen, das Virus unter Kontrolle zu halten. So schwer es uns manchmal auch fallen mag, auf Dinge, die uns Freude bereiten, zu verzichten – momentan bleibt uns keine andere Möglichkeit. Wir alle müssen jetzt nicht nur durchhalten, sondern auch zusammenhalten. Frankfurt hat schon so manche Krise durchgestanden, und auch diese werden wir meistern. Wir haben schon viel erreicht, jetzt müssen wir gemeinsam daran arbeiten, unsere Erfolge nicht zu verspielen.

Frankfurt ist stark. Wir schaffen das – mit Abstand, aber zusammen.

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