KA 34 vom 15.01.2013 Drogensüchtige Schwangere und Säuglinge

KA 34 vom 15.01.2013 Drogensüchtige Schwangere und Säuglinge

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KAV 2013 Anregungen und Anfragen

KA 34 vom 15.01.2013 Drogensüchtige Schwangere und Säuglinge

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 15.01.2013

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 21. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 14.01.2013 wird der Magistrat gebeten, die nachfolgenden Fragen zu beantworten:

 

1) Gibt es Studien zu diesem Thema?

 

2) Wie groß ist die Anzahl der drogensüchtigen Neugeborenen in Frankfurt oder in Deutschland?

 

3) Wie groß ist die Anzahl der drogensüchtigen Schwangeren?

 

Begründung:

Der Drogen-, Alkohol-, oder Medikamentenkonsum während der Schwangerschaft hat Folgen für Neugeborene. Nach einer amerikanischen Studie zeigten die Babys klassische Entzugserscheinungen, dazu gehörten Atemprobleme, Krampfanfälle und Zuckungen. Viele hätten außerdem ein geringes Geburtsgewicht oder seien leicht reizbar. Zusätzlich kann es noch zu weiteren Spätfolgen, wie zum Beispiel Lernbehinderungen, Entwicklungsstörungen des Körpers, der Organe und des Gehirns kommen.

Außerdem sind solche Kinder im späteren Leben sozial benachteiligt. In vielen Fällen werden sie zur Adoption freigegeben, aber diese ist wenig aussichtsreich, da die Säuglinge außer gesundheitlichen meistens auch geistige Störungen zeigen.

Dieses Phänomen ist in den USA sehr stark verbreitet. Aber auch in Frankfurt sowie anderen großen Städten in Deutschland gibt es zahlreiche Fälle.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. X – Umwelt und Gesundheit -

Amt/Betrieb: Drogenreferat

Frankfurt a. M., 18.03.2013

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 19.04.2013 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1)

Es ist hinlänglich bekannt, dass der Konsum legaler und illegaler Drogen in der Schwangerschaft die Kinder schädigen kann. Hinsichtlich der legalen Substanzen gibt es zahlreiche Studien, bezüglich illegaler Substanzen jedoch ist die Datenlage sowohl bei der Internetrecherche als auch in der Fachliteratur nicht sehr ergiebig. Darüber hinaus weisen die vorliegenden Studien zumeist methodische Fehler auf, die verlässliche Aussagen nicht ermöglichen.

Beispiele hierfür sind:

Berenson AB, Wilkinson GS, Lopez LA. Int J Addict. 1995 Jan;30(2):135-45., Substance use during pregnancy and peripartum complications in a triethnic population; Donnelly JC, Cooley SM, Walsh TA, Sarkar R, Durnea U, Geary MP. J Perinat Med. 2008;36(1):70-2. doi: 10.1515/JPM.2008.006 Illegal drug use, smoking and alcohol consumption in a low-risk Irish primigravid population).

 

Zu 2) und 3)

Genaue Zahlen über betroffene Neugeborene suchtmittelabhängiger Mütter liegen in Frankfurt am Main sowie deutschlandweit nicht vor. Das gleiche gilt für die Anzahl der drogensüchtigen Schwangeren.

 

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche schätzt das Bundesministerium für Gesundheit im Drogen- und Suchtbericht 2012, dass „…2,6 Millionen Kinder und Jugendliche einen alkoholabhängigen Vater oder Mutter oder beides haben. Etwa 30.000 Kinder haben Eltern, die von illegalen Drogen abhängig sind.“ (S.51)

 

gez. Rosemarie Heilig

(Stadträtin)

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