KA 22 vom 13.03.2012 Libri amici, libri magistri - Bücher sind Freunde, Bücher sind Lehrer Wie hoch ist der literarische Bildungsgrad von Schüler/-innen, Jugendlichen und Erwachsenen in Frankfurt am Main?

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KAV 2012 Anregungen und Anfragen

KA 22 vom 13.03.2012 Libri amici, libri magistri - Bücher sind Freunde, Bücher sind Lehrer Wie hoch ist der literarische Bildungsgrad von Schüler/-innen, Jugendlichen und Erwachsenen in Frankfurt am Main?

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 13.03.2012

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 13. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 12.03.2012 wird der Magistrat gebeten, die nachfolgenden Fragen zu beantworten:

 

1. Werden oder wurden durch Beauftragung des Magistrats Studien zur erworbenen Buchkultur und dem literarischen Bildungsgrad der o.g. Zielgruppe erhoben?

 

2. Inwieweit wird von Schulen, Kultureinrichtungen und Bildungsträgern deutsche und multikulturelle Literatur angeboten oder durch Bildungs- und Literaturveranstaltungen für die genannte Zielgruppe (beispielsweise an Stadtteilfesten etc.) gefördert?

 

3. Können z. B. Autoren mit Migrationshintergrund an Frankfurter Universitäten, Schulen, in Sozialzentren, Bibliotheken und/oder an Stadtteilfesten etc. Vorträge halten bzw. ihre Werke präsentieren?

 

4. Sofern die letzte Frage mit ja beantwortet wurde, welche Autoren/-innen können in Frankfurt genannt werden?

 

Begründung:

Frankfurt am Main ist eine Kulturstadt par excellence. Neben der Buchmesse und den Uferfesten ist das Kulturangebot enorm. Sollte tatsächlich eine Studie zur Buchkultur bzw. dem literarischen Bildungsgrad vorliegen, könnte die Stadt gezielt in sozial benachteiligten Stadtteilen auch auf diese Weise den Bildungsgrad erhöhen.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. IV –Bildung und Frauen-

Amt/Betrieb: - Stadtbücherei – 44.1 Oc -

Frankfurt a. M., 15.05.2012

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 22.06.2012 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1)

Fehlanzeige

 

Zu 2)

Ein Schwerpunkt der Stadtbücherei Frankfurt am Main ist die interkulturelle Bibliotheksarbeit: Bibliothekarische Angebote (Medien, Veranstaltungen, Vermittlung) für die internationale Einwohnerschaft Frankfurts gehören seit den 70er Jahren zum Repertoire der Stadtbücherei. Sie bietet in ihren öffentlichen Bibliotheken der Stadtgesellschaft über 665.000 Medien und mittels der Onleihe Zugriff auf über 14.000 elektronische Medien, darunter sowohl deutsche als auch internationale Literatur. Im Angebot der Stadtbücherei finden sich u. a. Tageszeitungen in arabischer Sprache, aus England, Frankreich, Israel, Italien, Russland, Spanien, der Türkei…

 

Die Stadtbücherei Frankfurt am Main bietet übers Jahr eine Reihe von Veranstaltungen interkulturellen Bereich und fördert die genannte Zielgruppe (vor allem Kinder) z. B. bei zweisprachigen Bilderbuchlesungen, mehrsprachigen Vorleseveranstaltungen („Viele Sprachen – Viele Chancen“) oder auch im Rahmen der Interkulturellen Wochen. Die Stadtbücherei ist außerdem Ko – Veranstalterin der internationalen Kinder- und Jugendbuchausstellung „LeseEule“ und zeichnet für die Literaturauswahl verantwortlich.

 

In den Vorschlagsverzeichnissen zum Bestandsaufbau in Schulbibliotheken, die die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle sba 2x jährlich herausgibt, werden immer auch fremdsprachige oder zweisprachige Titel empfohlen. Die endgültige Medienauswahl treffen dann die verantwortlichen Lehrerinnen aus den 90 Schulen, die dem Schulbibliotheksverbund der sba angehören.

 

Zu 3)

Die Stadtbücherei bietet ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm an. 2011 fanden in den Bibliotheken allein 256 Abendveranstaltungen statt, darunter Lesungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen, zu dem wurden 39 Ausstellungen eröffnet. Auch Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund sind im Rahmen der Veranstaltungen in den Bibliotheken aufgetreten. Hinzu kommen Lesungen für Kinder, z. B. las vor Kurzem die belgische Kinderbuchautorin Anne Crahay in einer mehrsprachigen Lesung in der Bibliothek in Rödelheim.

 

Ein besonders Merkmal der Veranstaltungsarbeit ist, dass die meisten Veranstaltungen gemeinsam mit Kooperationspartner präsentiert werden. In diesem Zusammenhang arbeitet die Stadtbücherei auch eng mit ausländischen Kulturvereinen und Institutionen zusammen. In den Zentralen Bibliotheken wurden beispielweise im Jahr 2011 Veranstaltungsreihen mit dem italienischen Kulturinstitut, dem brasilianischen Kulturzentrum CCBF durchgeführt sowie Veranstaltungen mit dem US – Generalkonsulat, Litprom, dem deutsche-slowakischen Kulturklub. Darüber hinaus sind z. B. Africa Alive, Kubi – Verein für Kultur und die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika langjährige Partner bei Veranstaltungen.

 

In der Stadtteilbibliothek Bornheim trifft sich regelmäßig ein Kurs von „Berami – berufliche Integration e. V.“, an dem Frauen mit und ohne Migrationshintergrund teilnehmen. Die Teilnehmerinnen arbeiten an der eigenen Biografie und erstellen hier auch eigene Texte.

 

Mit dem „Literaturclub der Frauen aus aller Welt“ fanden bereits einige Veranstaltungen in den Bibliothekszentren Höchst und Sachsenhausen statt.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit dem Ehrengastland der Buchmesse. Rund um die Buchmesse präsentieren sich jedes Jahr in den Bibliotheken der Stadtbücherei Autorinnen und Autoren aus dem jeweiligen Ehrengastland, zuletzt Island. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Veranstaltungen – überwiegend mit Kooperationspartnern – im Rahmen der Interkulturellen Wochen.

 

Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltungsreihe „Frankfurter Leseherbst in Schulbibliotheken“ besteht immer wieder die Möglichkeit, dass Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund Lesungen für Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen durchführen.

 

Zu 4

In der Zentralbibliothek traten unter anderem im letzten Jahr folgende Autorinnen und Autoren auf: Liz Murray, Emilio Gentile, Juan Gabriel Vasquez, Leticia Wierz, Kristin Steinsdottir, Einar Gudmundsson, Gyridir Eliasson, Ömer Özsoy, Santiago Nazarian, Adriana Lisboa, Joao Noll, Raffaele Donnarumma; außerdem in weiteren Biblioteken: Zsuzsa Bank Rosa Ribas…

 

Zuletzt lasen in Schulbibliotheken des sba – Verbundes u. a. Adela Basch (2010), Aygen – Sibel Celik (2009) sowie Yücel Feyzioglu (2008).

 

Einen Überblick über die aktuellen Veranstaltungen bietet der Veranstaltungskalender der Stadtbücherei.

 

gez. Sarah Sorge

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 18. Sitzung vom 24.09.2012, Kenntnisnahme

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