KA 17 vom 17.01.2012 Integration von Kurdinnen und Kurden

KA 17 vom 17.01.2012 Integration von Kurdinnen und Kurden

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KAV 2012 Anregungen und Anfragen

KA 17 vom 17.01.2012 Integration von Kurdinnen und Kurden

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 17.01.2012

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 11. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 16.01.2012 wird der Magistrat gebeten, nachfolgende Fragen zu beantworten:

 

1. Wie viele Menschen kurdischer Herkunft leben in Frankfurt am Main?

 

2. Inwieweit werden mehrsprachig verbreitete Informationsschriften, Formulare etc. von Ämtern der Stadt Frankfurt am Main auch in der kurdischen Sprache verfasst und verbreitet?

 

3. Welche Beratungs- und Fortbildungseinrichtungen, die spezifische Maßnahmen zur Erleichterung der Integration von Kurdinnen und Kurden anbieten, gibt es in Frankfurt am Main?

 

4. Wenn keine bekannt sind: sind welche geplant?

 

5. Welche kurdischen Gemeinschaften oder Gesellschaften oder andere Institutionen und Migrantenselbstorganisationen erhalten Zuwendungen der Stadt Frankfurt am Main, um unter anderem die Integration von Kurden, aber auch die kurdische Sprache und Kultur der Kurdinnen und Kurden zu fördern?

 

Begründung:

Kurdinnen und Kurden sind in der Bundesrepublik Deutschland nicht als eigenständige Migrantinnen- und Migrantengruppe anerkannt. Die Bundesregierung geht von einer geschätzten Anzahl von circa 800.000 in Deutschland lebenden Kurdinnen und Kurden aus. Entsprechend ihrer Herkunftsstaaten gelten sie in der Regel als türkische, syrische, iranische oder irakische Staatsangehörige, beziehungsweise als deutsche Staatsangehörige. Analog zu der Forderung der kurdischen Bevölkerung in diesen Staaten nach Gleichstellung mehren sich auch in der Bundesrepublik die Stimmen, die die Anerkennung der kurdischen Identität als Grundlage für ein gleichberechtigtes Zusammenleben einfordern. Dies kann aber nur geschehen, wenn man auch entsprechende Schritte ergreift und die Stadt Frankfurt am Main die Kurden als eigenständige ethnische Gruppe begreift, anerkennt und behandelt.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. XI –Integration-

Amt/Betrieb: - Amt für Multikulturelle Angelegenheiten -

Frankfurt a. M., 11.04.2012

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 27.04.2012 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1.

Im Melderegister wird die Staatsangehörigkeit erfasst, nicht jedoch die Zugehörigkeit zu verschiedenen soziokulturellen oder sprachlichen Gruppen. Daher ist die Zahl der Menschen mit kurdischer Herkunft unbekannt.

 

Zu 2.

Informationsschriften oder Formulare in kurdischer Sprache halten die städtischen Ämter nicht vor.

Seit Anfang April 2003 wird jedoch ein verwaltungsinterner „Dolmetscherservice“ angeboten, der auf einen entsprechenden Beschluss der Frankfurter Stadtverord-netenversammlung vom November 2002 zurückgeht. (§ 4056). Dahinter steckt die Idee, das vorhandene Potential zu nutzen, das in der Internationalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Frankfurter Stadtverwaltung steckt.

Sofern es am Arbeitsplatz Verständigungsschwierigkeiten mit vorsprechenden Bürgerinnen und Bürgern oder städtischen Beschäftigten gibt, die die deutsche Sprache schlecht oder gar nicht beherrschen, kann ein in einer Liste aufgeführter Bediensteter (nach Fremdsprachen alphabetisch sortiert) für einen „Dolmetscherservice“ zu Rate gezogen werden.Diese Mitarbeiterin¬nen und Mitarbeiter haben sich freiwillig dazu bereit erklärt, bei Bedarf kurzfristig fremdsprachliche Kommunikationshilfe in 32 verschiedenen Sprachen zu leisten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Frankfurt, die Kurdisch sprechen können sich jederzeit in diese Liste eintragen lassen.

 

Zu 3. und zu 4.

Kurdischsprachige Mediatoren werden in Projekten des Amts für multikulturelle Angelegenheiten eingesetzt in der Stadtteilkonfliktvermittlung, kurdischsprachige Beraterinnen und Berater finden Einsatz in Projekten des AmkA im Bereich der Bildungs- und Elternberatung und der Renteninformation.

 

Zu 5.

Im Rahmen der Vereinsförderung durch das Amt für multikulturelle Angelegenheiten erhält das Mesopotamische Zentrum e.V. auf Antrag Zuwendungen der Stadt Frankfurt am Main.

 

gez. Dr. Nargess Eskandari-Grünberg

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 16. Sitzung vom 11.06.2012, Zurückweisung

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