KA 8 vom 31.05.2011 Wie können auch Migrantenvereine ein Sportgelände pachten?

KA 8 vom 31.05.2011 Wie können auch Migrantenvereine ein Sportgelände pachten?

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KAV 2011 Anregungen und Anfragen

KA 8 vom 31.05.2011 Wie können auch Migrantenvereine ein Sportgelände pachten?

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 31.05.2011

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 6. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 30.05.2011 wird der Magistrat gebeten, nachfolgende Fragen zu beantworten:

 

1. Wie viele Sportgelände sind zurzeit durch die Stadt Frankfurt am Main an Migrantenvereine verpachtet?

 

2. Gibt es Gründe dafür, dass die Verpachtung zumeist oder gar ausschließlich an „deutsche“ Vereine erfolgt?

 

3. Sieht der Magistrat eine Möglichkeit, dem Bedarf von Migrantenvereinen entgegen zu kommen?

 

Begründung:

Unseren Recherchen zufolge sind die Sportgelände der Stadt Frankfurt am Main in überwiegender Mehrheit, wenn nicht gar ausschließlich, an Vereine verpachtet, die von Deutschen ohne Migrationshintergrund geführt werden.

Dies stellt eine erhebliche Hürde für Migrantenvereine dar, in eigener Regie Sportver-anstaltungen durchzuführen, oder auch nur zu trainieren.

Im Zeitalter der Vielfalt und eines Integrationskonzeptes wäre es wünschenswert, auch hier das Gebot der Fairness zu beachten und die Migrantenvereine den „deutschen“ Vereinen gleichzustellen. Das würde bedeuten: Auch den Migrantenvereinen wird die Möglichkeit der Pacht von Sportgeländen eingeräumt.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. IX –Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr-

Amt/Betrieb:- Sportamt -

Frankfurt a. M., 11.07.2011

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 08.08.2011 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1.)

Gemäß Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.01.2005, § 8605, werden von den derzeit 54 städtischen Sportanlagen 48 Sportanlagen in die Vereinsbetreuung überführt. Die Sportanlagen am Brentanobad, Bockenheim, Dornbusch, Hahnstraße, Nieder-Eschbach und Rebstock verbleiben in Verwaltung der Stadt Frankfurt am Main.Keine der Sportanlagen ist verpachtet.

Bei den meisten Vereinen, die eine der städtischen Sportanlagen betreuen, handelt es sich um die traditionellen, stadtteilgebundenen Sportvereine aus dem Quartier bzw. Ortsteil die die jeweilige Sportanlage seit Jahrzehnten nutzen und mit Leben füllen.

 

Zu 2.)

Beim Abschluss der Betreuungsvereine hat man sich an unterschiedlichen Parametern orientiert. Kriterien waren z.B. die Tradition im Stadtteil oder die Häufigkeit der Nutzung, bzw. die Anzahl der gemeldeten Mannschaften.

 

Zu 3.)

Da zahlreiche Betreuungsverträge eine Mitnutzung der Sportanlagen durch weitere Vereine vorsehen, ist gewährleistet, dass alle Vereine, unabhängig davon, ob sie eine eigene Sportanlage betreuen, eigene Veranstaltungen durchführen können. Die terminliche Koordination dieser Veranstaltungen ist Angelegenheit der Vereine. Das zuständige Fachamt vermittelt nur im äußerst seltenen Konfliktfall.

Darüber hinaus stehen in Absprache mit dem Fachamt die sechs oben genannten Sportanlagen in städtischer Verwaltung zur Verfügung.

 

Abschließend sei bemerkt, dass das zuständige Fachamt sich als Dienstleister aller Sportvereine sieht. Nationalitäten, Ethnien oder Religionen spielen bei der Wahrnehmung der Aufgaben des Amtes selbstverständlich keine Rolle.

 

gez. Markus Frank

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 8. Sitzung vom 12.09.2011, Zurückgestellt

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 9. Sitzung vom 24.10.2011, Ablehnung

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