KA 6 vom 31.05.2011 Bildungsbericht 2010 – eine (erschreckende) Analyse: Jugendliche mit Migrationshintergrund befinden sich (immer noch) in den bildungsfernen Schichten! Fördert und unterstützt Migrantenkinder mit Hauptschulabschlüssen!

KA 6 vom 31.05.2011 Bildungsbericht 2010 – eine (erschreckende) Analyse: Jugendliche mit Migrationshintergrund befinden sich (immer noch) in den bildungsfernen Schichten! Fördert und unterstützt Migrantenkinder mit Hauptschulabschlüssen!

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KAV 2011 Anregungen und Anfragen

KA 6 vom 31.05.2011 Bildungsbericht 2010 – eine (erschreckende) Analyse: Jugendliche mit Migrationshintergrund befinden sich (immer noch) in den bildungsfernen Schichten! Fördert und unterstützt Migrantenkinder mit Hauptschulabschlüssen!

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 31.05.2011

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 6. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 30.05.2011 wird der Magistrat gebeten, nachfolgende Fragen zu beantworten:

 

Liegen dem Magistrat zu den gestellten Fragen Informationen vor:

 

1.) Inwieweit das Stadtschulamt, das Hessische Kultusministerium und das Jugend- und Sozialamt finanziell und logistisch IGS und Hauptschulen in den Stadtteilen mit sozialen Brennpunkten (z. Bsp. Gallus, Nordend, Bockenheim, Zeilsheim) unterstützen, um

 

1.1.) Schulsozialarbeitern, Pädagogen und Berufsberatern gemeinsame Arbeitsräume zu ermöglichen?

 

1.2.) eine Präsenzbibliothek mit deutsche und fremdsprachige Literatur für Jugendliche in Form einer Präsenzbibliothek einzurichten?

 

2.) Wie stark die Binnendifferenzierung in kleineren Lern- und Übungsgruppen jugendlicher Schülerinnen und Schülern nach der Inklusiven Pädagogik, damit

 

2.1.) sich Arbeitsgruppen mit Lehrern und lernschwachen Schülern bilden?

 

2.2) in Gruppenarbeit Synergieeffekte beim gemeinsamen Lernen entstehen?

 

Begründung:

Laut dem Bildungsbericht 2010 belegen Jugendliche mit Migrationshintergrund, insbesondere jene die aus bildungsfernen Schichten stammen die letzten Plätze. Dabei sind Jugendliche ausländischer Herkunft diejenigen, die seltener mit einem Hauptschulabschluss eine Berufsausbildung anstreben. Trotz steigender Bildungsinvestitionen hänge hierzulande der Bildungserfolg immer noch weitaus stärke von der sozialen und ethnischen Herkunft ab. Migranten bleiben die Verlierer. (Quelle: FR, Wissenschaft, Gastbeitrag, Nüchterne Diagnose)

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. II –Bildung und Frauen-

Amt/Betrieb: 40.52.1 - Stadtschulamt -

Frankfurt a. M., 02.08.2011

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 19.08.2011 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1)

Alle integrierten Gesamtschulen und ein Teil der Hauptschulen sind als Ganztagsschulen in unterschiedlichem Umfang und in unterschiedlicher Ausprägung anerkannt. Sie erhalten je nach Schulgröße zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen, die sich an der Richtlinlie für ganztägig arbeitende Schulen des Landes Hessen orientieren. Das Konzept dieser Ganztagsangebote sieht Bildungs-, Förder- und Freizeitangebote vor. Außerdem existiert an allen Schulen mit Bildungsgang Hauptschule Jugendhilfe in der Schule (Schulsozialarbeit) mit 1,5 bis 2 Sozialarbeiter / Sozialpädagogen – Stellen. Dies gilt nicht nur für soziale Brennpunkte. Mit den Angeboten an Förderschulen für Lernhilfe ist Schulsozialarbeit kontinuierlich an 30 Schulstandorten vertreten.

Daneben bezuschusst das Jugend- und Sozialamt Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die insbesondere von Personen mit Migrationshintergrund und / oder ausbildungsfernen Schichten genutzt werden. Die entsprechenden Einrichtungen kooperieren bei Bedarf projektbezogen mit Schulen. Darüber hinaus werden dort neben aufsuchender Arbeit auch Beratungen und schulnahe Unterstützungsleistungen angeboten. Im Sinne des subjektorientierten Ansatzes der offenen Kinder- und Jugendarbeit erhalten Kinder- und Jugendliche in den insgesamt mehr als 100 Einrichtungen mit offenem, niedrigschwelligem Zugang Hilfe und Unterstützung.

Auch die Gruppenangebote der Kinder- und Jugendverbände in Frankfurt am Main haben einen großen Anteil im Bereich der Prävention. Von den Jugendverbänden wurden im Durchschnitt der Jahre 2007 und 2008 insgesamt 691 Gruppen in den Stadtteilen vorgehalten.

Des Weiteren unterstützt das Jugend- und Sozialamt ein breites Spektrum von Angeboten der Jugendberufshilfe. Eine Übersicht findet sich im letzten Bericht zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung (B229 / 11).

 

Zu1.1)

Das Modellraumprogramm für integrierte Gesamtschulen sieht gemeinsam genutzte Arbeitsräume vor. Bei Schulneubauten bzw. bei Komplettsanierungen wird dieses Raumprogramm zugrunde gelegt. Im Rahmen der Jugendhilfe in der Schule sind als Raumstandard mindestens zwei Räume zur eigenständigen Nutzung durch die Jugendhilfe vorgesehen. Zudem ist in den Kooperationsvereinbarungen mit den Schulen vereinbart, dass Plätze für Jugendhilfemitarbeiter / innen im Lehrerzimmer zur Verfügung stehen.

Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit und die Beratung des Frankfurter Hauptschulprojektes (20 Schulen) findet z. T. in Jugendhilferäumen, z. T. in Beratungsräumen/Klassenräumen der Schule statt.

 

Zu 1.2)

Schulbibliotheken gibt es in allen integrierten Gesamtschulen und den meisten Hauptschulen bzw. Schulen mit Hauptschulzweigen. Bis zum Ende der Legislaturperiode sollen alle Schulen mit Schulbibliotheken ausgestattet sein.

In fast jeder Schulbibliothek gibt es einen kleinen Präsenzbestand, d. h. Medien, die nicht ausgeliehen werden dürfen (meist Lexika, Wörterbücher u. ä.). Der überwiegende Teil der Medien kann jedoch ausgeliehen werden – für den Unterricht im Klassenzimmer und nach Hause. Aus schulbibliothekarischer und pädagogischer Sicht hat sich die Fokussierung auf reine Präsenzbibliotheken nicht bewährt.

 

Bei der Ausgestaltung ihrer Schulbibliotheken können die Schulen auf verschiedene Unterstützungsdienstleistungen der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle I sba der Stadtbücherei zurückgreifen. Beispielweise gibt die sba 2 mal jährlich Vorschlagsverzeichnisse zum Bestandsaufbau mit empfehlenswerten Büchern und andren Medien, die die Schulen bestellen können, heraus. Die Verzeichnisse enthalten ein breites Titelangebot inklusive Medien zur speziellen Förderung der sprachlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Damit liefert die sba den Schulen ein professionelles Auswahlinstrument und trägt dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler bei ihren Bibliotheksbesuchen einen abwechslungsreichen motivierenden Bestand vorfinden; für den Ausbau von Lese- und Sprachkompetenz durch Bibliothek ist dies unverzichtbar.

 

Zu 2)

Diese Fragen können vom Magistrat nicht beantwortet werden. Die konkrete Planung bzw. Gestaltung des Unterrichts und die jeweils favorisierten pädagogischen Konzepte unterliegen gemäß § 3 Abs. 5 HSchG der Autonomie der Schule und werden vom Schulträger nicht vorgegeben. Der Schulträger unterstützt Schulen jedoch durch eine Vielzahl von Programmen, die dazu beitragen ein Klima zu schaffen, in dem jedes Kind in seiner Individualität gefördert werden kann. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen der Schulen so zu gestalten, dass auch Schüler/innen mit besonderen Schwierigkeiten im emotionalen und sozialen Bereich und im Lernverhalten Entwicklungsmöglichkeiten an ihrer Schule vorfinden.In Vertretung

 

gez. Dr. Manuela Rottmann

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 8. Sitzung vom 12.09.2011, Zurückweisung

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