KA 5 vom 31.05.2011 Alexanderplatz, auf Wiedersehen! Berlin fährt mit einer Einzelfahrtkarte (2,30 € - 3,00 €) eine Strecke ununterbrochen - weshalb verkauft der RMV nicht am Wochenende eine Fahrkarte mit dem gleichen Tarif?

KA 5 vom 31.05.2011 Alexanderplatz, auf Wiedersehen! Berlin fährt mit einer Einzelfahrtkarte (2,30 € - 3,00 €) eine Strecke ununterbrochen - weshalb verkauft der RMV nicht am Wochenende eine Fahrkarte mit dem gleichen Tarif?

header image

KAV 2011 Anregungen und Anfragen

KA 5 vom 31.05.2011 Alexanderplatz, auf Wiedersehen! Berlin fährt mit einer Einzelfahrtkarte (2,30 € - 3,00 €) eine Strecke ununterbrochen - weshalb verkauft der RMV nicht am Wochenende eine Fahrkarte mit dem gleichen Tarif?

logo_kav_stadtlogo_150x80
© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 31.05.2011

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 6. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 30.05.2011 wird der Magistrat gebeten, nachfolgende Fragen zu beantworten:

 

Der Magistrat möge bei der Rhein-Main-Verkehrsgesellschaft GmbH anfragen, weshalb sie nicht eine Fahrkarte für ein sozialverträgliches Budget an Wochenenden anbietet?

 

Begründung:

In der Hauptstadt werden Fahrkarten nach dem Strecken- und Stempelprinzip verkauft und genutzt. Die Tickets sind in bestimmten Bereichen günstiger als in Frankfurt, beispielsweise wird eine Einzelfahrtkarte für maximal 3,00 € angeboten. Die „Einzelfahrscheine berechtigen zu einer Fahrt mit beliebig häufigem Umsteigen in Richtung auf das Fahrtziel und zurück auf derselben Strecke. Sie gelten maximal 2 Stunden.“

(siehe http://www.bvg.de/index.php/de/131792/name/Einzelfahrschein.html)

Ein Ticket mit diesem Betrag könnte sowohl für Einwohner als auch Touristen und Besucher ein Anreiz sein, stärker die öffentlichen Verkehrsmittel in unserer Stadt zu nutzen.

Darüber hinaus würde an Wochenenden und Feiertagen auch für die VGF ein finanzieller Vorteil entstehen.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. VI –Verkehr-

Amt/Betrieb: - traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH -

Frankfurt a. M., 28.11.2011

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 09.12.2011 zur Kenntnis genommen.

 

In Frankfurt am Main werden Bürgerinnen und Bürgern mit geringem Einkommen, die im Besitz eines Frankfurt Passes sind, ermäßigte Monatskarten angeboten. Ganz ohne Aufpreis können Erwachsene außerdem an Wochentagen ab 19 Uhr einen weiteren Erwachsenen und alle eigenen Kinder oder drei fremde Kinder bis einschließlich 14 Jahre mitnehmen. Samstags und sonntags sowie an gesetzlichen Feiertagen in Hessen, Heiligabend und Silvester gelten diese Mitnahmemöglichkeiten ganztags.

Für Inhaber von Zeitkarten (nicht: Job-Ticket, Semester- oder Ausbildungsticket), die keinen Frankfurt Pass besitzen, werden die o.g. Mitnahmemöglichkeiten ebenso angeboten.

Dadurch lassen sich die Kosten für die Fahrt einzelner Personen erheblich reduzieren und Wochenendausflüge für Familien sind durchaus kostengünstig möglich.

 

Für mehrere Fahrten am Tag, insbesondere auch für die angesprochene Zielgruppe der Touristen, bieten sich in erster Linie Tageskarten an, die mit 6,20 € noch günstiger sind als das beispielhaft angeführte Berliner Angebot (6,30 €). Für Gelegenheitsfahrer (auch Touristen) gibt es zudem noch das Angebot der Gruppentageskarte, bei dem bis zu fünf Personen beliebig viele Fahrten für 9,20 € unternehmen können. Zwei Personen, die zu ihrem Ziel und zurück fahren, zahlen so für die einzelne Fahrt 2,30 € und damit bereits weniger als für einen Einzelfahrschein.

Die in der Begründung zur Anfrage KA 5 formulierte Annahme, dass „Rückfahrten“ im Berliner Einzelfahrschein enthalten sind, ist nicht Bestandteil der dortigen Tarifbestimmungen. Die Einzelfahrkarte in Berlin berechtigt in einem Zeitraum von zwei Stunden zum Umsteigen und zu Fahrtunterbrechungen, schließt Rück- und Rundfahrten aber aus.

 

Bezug nehmend auf den in der Begründung angeführten Preis für eine Einzelfahrkarte weist der Magistrat darauf hin, dass gerade in Berlin der Kostendeckungsgrad des städtischen ÖPNV erheblich unter dem in Frankfurt (54 %) liegt. Das bedeutet auch, dass in Berlin pro Fahrt deutlich höhere Subventionen aus Steuermitteln als in Frankfurt anfallen, die letztendlich wieder von allen Steuerzahlern zu tragen sind.

 

gez. Stefan Majer

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 12. Sitzung vom 13.02.2012, Kenntnisnahme

inhalte teilen