KA 12 vom 25.10.2011 Ein Denkmal für die Gastarbeiter – warum steht die Statue nach Beschluss der Stadt Frankfurt noch nicht?

KA 12 vom 25.10.2011 Ein Denkmal für die Gastarbeiter – warum steht die Statue nach Beschluss der Stadt Frankfurt noch nicht?

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KAV 2011 Anregungen und Anfragen

KA 12 vom 25.10.2011 Ein Denkmal für die Gastarbeiter – warum steht die Statue nach Beschluss der Stadt Frankfurt noch nicht?

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 25.10.2011

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 9. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 24.10.2011 wird der Magistrat gebeten, nachfolgende Frage zu beantworten:

 

Welche Hinderungsgründe führen dazu, dass die Statue zu Ehren der Gastarbeiter noch nicht aufgestellt wurde?

 

Begründung:

Bezugnehmend auf die Vorlage K 30 vom 05.08.2008 der KAV und den Bericht des Magistrats vom 30.10.2009, B 899 sieht der Ausländerbeirat seit 2009 einen Mangel in der Umsetzung. Offensichtlich wurden keine weiteren Schritte zur Realisierung und Umsetzung des Projektes, die Installierung der Statue betreffend, unternommen.

Die Überarbeitungsphase der prämierten Wettbewerbsbeiträge des städtebaulichen Wettbewerbs ist abgeschlossen, die Deutsche Bahn AG hat dem Plan, eine Statue VOR DEM Hauptbahnhof zu errichten, nicht zugestimmt.

 

Mit der Freigabe des Ideengebers, Hr. Giuseppe Bruno wurde angeregt, den Standort für das Gastarbeiterdenkmal am Kaisersack vorzusehen. Dieser Ort ist nicht im Besitz der Deutschen Bahn AG.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. XI -Integration-

Amt/Betrieb: -Amt für Multikulturelle Angelegenheiten-

Frankfurt a. M., 28.11.2011

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 06.02.2012 zur Kenntnis genommen.

 

Der Magistrat anerkennt und würdigt die Leistungen der sog. Gastarbeiter; sie und ihre Familien sind ein bereichernder Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft geworden.

 

Im Jahre 2009 hat der Magistrat mit einem Festakt in der Paulskirche die Leistungen der „Gastarbeiter“ insgesamt gewürdigt und stellvertretend 50 „erste“ Frankfurter Gastarbeiter persönlich geehrt.

 

Zum 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens von 1961 hat das Dezernat für Integration zusammen mit dem Generalkonsulat der Republik Türkei in Frankfurt und dem Historischen Museum Frankfurt einen Wettbewerb mit historischen Fotopostkarten veranstaltet, der die damalige Situation an Frankfurter Grundschulen vermittelte.

 

Auch für ein Gastarbeiterdenkmal hat sich der Magistrat positiv ausgesprochen und einen Gestaltungswettbewerb durchgeführt. Insofern der anvisierte Standort auf dem Grundstück der Deutschen Bahn AG liegt, liegt hier eine Eigentümerentscheidung vor.

 

Für die Aufstellung eines Denkmals ist der Kaisersack als alternative Standort wegen der hohen Pasantenzahlen und dem darauf resultierenden Raumbedarf stadtplanerisch ungeeignet. Um den Fußgängerströmen vom und zum Hauptbahnhof mehr Bewegungsraum zu verschaffen, hat die Stadt dort erst vor wenigen Jahren mit erheblichem finanziellen Aufwand den Zugang zur Tiefebene bzw. zu den U- und S-Bahn – Haltestellen baulich verkleinert.

 

Die im Bericht B 899 vom 30.10.2009 angesprochene Überarbeitung der prämierten Wettbewerbsbeiträge ist abgeschlossen. Anschließend an diese Überarbeitung sind zur Bewertung der Entwürfe vertiefende verkehrliche Untersuchungen durchgeführt worden. Die abschließende Bewertung wird in Kürze vorliegen.

 

Voraussichtlich Anfang des Jahres 2012 soll den Stadtverordneten eine Grundsatzvorlage zur Beschlussfassung unterbreitet werden, in welcher die Wettbewerbsergebnisse vorgestellt und ein Entscheidungsvorschlag dargestellt wird, auf welcher Basis die weitere Planung vorangetrieben werden soll.

 

Die Frage nach einem potentiellen Standort für ein Gastarbeiterdenkmal im Bereich der Bahnhofsvorplätze kann erst auf der Basis des noch zu fassenden Grundsatzbeschlusses im Rahmen der sich anschließenden weiteren Konkretisierung der Planung in Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG beantwortet werden.

 

gez. Dr. Eskandari-Grünberg

(Stadträtin)

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