KA 53 vom 15.06.2010 Sprachlose Kinder III

KA 53 vom 15.06.2010 Sprachlose Kinder III

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KAV 2010 Anregungen und Anfragen

KA 53 vom 15.06.2010 Sprachlose Kinder III

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 15.06.2010

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 47. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 14.06.2010 wir der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Werden die sprachlosen Kinder ausreichend im Integrationskonzept bedacht?

 

2. Was gedenkt das Integrationsdezernat zu unternehmen, um neben der Förderung der deutschen Sprache bei Kindern aus Migrantenfamilien auch das Erlernen der Muttersprache und damit die Mehrsprachigkeit zu fördern?

 

3. Soweit Projekte („mitSprache“, „Hippy“) existieren – gibt es bereits eine Evaluation?

 

4. Gibt es Untersuchungen oder Dokumentationen über die schulische Entwicklung und den schulischen Erfolg von Kindern, die bilinguale Kindertagesstätten besucht haben?

 

Begründung:

Mehrsprachigkeit ist ein großes Anliegen der KAV und eines der Ziele der EU. „Innerhalb der Europäischen Union verfolgt die Kommission langfristig das Ziel, die individuelle Mehrsprachigkeit zu fördern, bis alle Bürgerinnen und Bürger zusätzlich zu ihrer Muttersprache über praktische Kenntnisse in mindestens zwei weiteren Sprachen verfügen.“ (Integrationskonzeptentwurf, S.131).

In der pädagogischen Diskussion besteht ein weitgehender Konsens darüber, dass Mehrsprachigkeit eine wichtige Ressource ist, die gefördert werden soll.

Die Förderung der Muttersprache steht nicht im Gegensatz zum Erlernen der deutschen Sprache. Sie kann vielmehr als Anerkennung und Respekt gegenüber dem Migrantenkind eine zusätzliche Motivation für das Erlernen der deutschen Sprache sein. Zweisprachigkeit oder auch Mehrsprachigkeit geschieht nicht auf Kosten der deutschen Sprache.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. II - Bildung und Frauen -

Amt/Betrieb: -Stadtschulamt / 40.51.1-

Frankfurt a. M., 25.11.2010

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 10.12.2010 zur Kenntnis genommen.

 

1. Siehe Integrationskonzept Handlungslinien 19 – 24.

 

2. „Kindertagesstätten und Schulen sollen auf einen kompetenten Umgang mit Mehrsprachigkeit vorbereitet werden. Erziehungsberechtigte sollen in der Förderung mehrsprachiger Kinder früh unterstützt werden.“ (Integrationskonzept, Handlungslinie 21). Dies wird bereits in den Modellprojekten von 10A „mitSprache“ und „Hippy“ realisiert. Eine Veröffentlichung zu Projekten zur Förderung der Mehrsprachigkeit in mitSprache-Schulen ist für 2011 geplant.

 

Darüber hinaus unterstützt 10A finanziell Migrant/innenvereine, die Herkunftsprachlichen Unterricht in den Sprachen anbieten, für die es keine schulischen Angebote gibt. Für 2011 ist von 10A eine Fortbildung für Unterrichtende in diesen Vereinen geplant.

 

3. Zu mitSprache gibt es eine interne Evaluation.Zu Hippy Frankfurt gibt es keine Evaluation. Hippy Bayern hat eine Evaluation durchgeführt.

 

4. In Deutschland gibt es erst wenige Untersuchungen. Der „Verein zur frühlindlichen Mehrsprachigkeit“ www.fmks-online.de und das Netzwerk www.bilikita.org arbeiten zu diesem Thema.

 

gez. Jutta Ebeling

(Bürgermeisterin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 4. Sitzung vom 28.03.2011, Kenntnisnahme

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