K 37 vom 09.02.2010 Pflegestützpunkte unter Berücksichtigung von kultur- und religionssensiblen Aspekten

K 37 vom 09.02.2010 Pflegestützpunkte unter Berücksichtigung von kultur- und religionssensiblen Aspekten

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KAV 2010 Anregungen und Anfragen

K 37 vom 09.02.2010 Pflegestützpunkte unter Berücksichtigung von kultur- und religionssensiblen Aspekten

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 09.02.2010

Anregung an die Stadtverordnetenversammlung

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 43. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 08.02.2010 wird folgende Bitte an die Stadtverordnetenversammlung gerichtet:

Stellungnahme des Dez. VIII – Soziales, Senioren, Jugend und Recht -

Amt/Betrieb: - Jugend- und Sozialamt -

Frankfurt a. M., 15.06.2010

 

In den hessischen Städten und Landkreisen, so auch in Frankfurt am Main, wird zunächst nur 1 Pflegestützpunkt eingerichtet. Die Personalgrundausstattung beläuft sich in der Anfangsphase auf 2 Vollzeitstellen, die paritätisch von der Pflegekasse und dem Jugend- und Sozialamt besetzt werden.

 

Aufgrund des bereits bestehenden und gut etablierten Beratungs- und Vermittlungssystems ist vorgesehen, dass der noch einzurichtende Pflegestützpunkt eine zentrale Lotsenfunktion haben wird, um die Ratsuchenden an das bestehende Beratungs- und Vermittlungssystem heranzuführen.

 

Mit den Sozialdiensten für ältere Bürger und Menschen mit Behinderungen in den Sozialrathäusern des Jugend- und Sozialamtes sowie mit den Beratungs- und Vermittlungsstellen (BuV) der Träger der freien Wohlfahrtspflege, die über das vielfältige Angebot beraten und ambulante Hilfen (hauswirtschaftliche Dienste, Pflegedienste, Essen auf Rädern, Hausnotruf etc.) sowie teilstationäre Hilfeangebote vermitteln, verfügt Frankfurt am Main über ein gut ausgebautes Beratungs- und Vermittlungssystem für ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Im Rathaus für Senioren des Jugend- und Sozialamtes bestehen 2 zentrale Servicestellen: die „Zentrale Koordinierungsstelle Stationäre Pflege“ und die „Koordinierungsstelle Wohnen und Pflege zuhause“, die im Beratungssystem wichtige Schnittstellenaufgaben wahrnehmen und die Sozialrathäuser sowie die BuV – Stellen in ihren Aufgabenstellungen entlasten. Die „Zentrale Koordinierungsstelle Stationäre Pflege“ übernimmt alle Aufgaben rund um eine qualitätsorientierte Heimplatzvermittlung sowie die Kostenregelung vor Heimaufnahme. Die „Koordinierungsstelle Wohnen und Pflege zuhause“ befaßt sich mit den Themenstellungen rund ums Wohnen im Alter.

 

Der Magistrat plant, die in den Sozialrathäusern des Jugend- und Sozialamtes sowie in den BuV-Stellen bereits bestehenden Beratungs- und Vermittlungsangebote gemäß den Handlungsempfehlungen der Partizipativen Altersplanung zu adressatenorientierten „Beratungsstellen für selbstständige Lebensführung im Alter“ weiterzuentwickeln und auszubauen. Ziel ist es, regional orientiert, mit erweiterten Servicezeiten, verbindlichen fachlichen Standards sowie einem einheitlichen Qualitätsmanagement Beratung, Versorgung und Hilfen aus einer Hand anzubieten. Die Aufgaben sollen sich auf der zugehende Beratung und Prävention, Wohnberatung und Wohnraumsanpassung, Vermittlung von Serviceleistungen und Bringdiensten, Hilfs- und Pflegediensten bis hin zu komplexen Hilfestellungen für Risikogruppen konzentrieren.

 

Bei der Einrichtung des Pflegestützpunktes in Frankfurt am Main sowie dem Ausbau und der Weiterentwicklung des bestehenden Beratungssystems werden die Bedarfe von allen hilfs- und pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen berücksichtigt, selbstverständlich auch all derer mit Migrationshintergrund.

 

Die derzeitige Ausrichtung und Umrüstung des Hilfesystems in der Altenarbeit und –pflege impliziert ein individuelles Angebot, um auf die Vielfältigkeit des Alterns integrativ und nicht segregativ zu reagieren. Der kulturelle sowie der religiöse Hintergrund aller pflege- und hilfebedürftigen Menschen und deren Angehörigen werden dabei selbstverständlich berücksichtigt. Die Vorhaltung von Personal mit den notwendigen Sprachkompetenzen und kulturellen Kenntnissen in den Beratungsstellen wird angestrebt.

 

Bei der Organisation und Durchführung von Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden die Erfahrungen des Frankfurter Verbands für Alten- Behindertenhilfe und anderer Wohlfahrtsverbände, die seit einigen Jahren im Bereich religions- und kultursensibler Altenhilfe tätig sind, von großem Nutzen sein.

 

gez. Prof. Dr. Birkenfeld

(Stadträtin)

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