KA 41 vom 18.11.2008 Aufbau und Organisation bilingualen Unterrichts in unserer Stadt - Gibt es Ziele, Visionen?

KA 41 vom 18.11.2008 Aufbau und Organisation bilingualen Unterrichts in unserer Stadt - Gibt es Ziele, Visionen?

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KAV 2008 Anregungen und Anfragen

KA 41 vom 18.11.2008 Aufbau und Organisation bilingualen Unterrichts in unserer Stadt - Gibt es Ziele, Visionen?

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 18.11.2008

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 31. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 17.11.2008 wir der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

Bezug nehmend auf den Zwischenbericht des Magistrats vom 19.09.2008, B 600 fragt die KAV an:

 

 

1. Wer entscheidet, welche Schulen, welches bilinguales Angebot bekommen?

 

 

2. Nach welchen Kriterien erfolgt die Zusammensetzung der bilingualen Klassen?

 

3. Inwieweit sieht der Magistrat Möglichkeiten, die bilingualen Angebote in unserer Stadt auszuweiten?

 

4. Gibt es Ziele, Visionen des Magistrats betreffend bilinguale Bildung seiner sehr jungen Bürger?

 

gez.Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. II –Bildung und Frauen

Amt/Betrieb: 40.52.2 - Stadtschulamt -

Frankfurt a. M., 05.01.2009

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 23.01.2009 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1.

Die Standortfrage für ein bilinguales Angebot wird zunächst vom Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt mit dem Hessischen Kultusministerium und dem zuständigen Konsulat abgestimmt, da die Lehrerversorgung gesichert sein muss. Des Weiteren wird der Standort mit dem Schulträger kommuniziert, da ein solches Angebot Auswirkungen auf Anzahl der Räume im Gebäude und ggf. auch auf das vorgehaltene Betreuungsangebot hat.

 

Zu 2.

Die Zusammensetzung einer bilingualen Klasse erfolgt zu 50% mit0 bilingualen bzw. z.B. italienischsprachigen Schülerinnen und Schülern, sowie zu 50% mit Kindern aus dem Schulbezirk. Hierbei gilt der Grundsatz, dass es allein auf die tatsächlichen Sprachkenntnisse ankommt und nicht auf die Nationalität.

Hiermit soll eine sprachliche Mischung geschaffen werden, bei der die Kinder voneinander die Sprache lernen können.Sofern im Einzelfall mangels entsprechender Anmeldungen diese Quote nicht erfüllt werden kann, ist eine adäquate Verschiebung der genannten Quote möglich, wobei die oberste Priorität die ausgewogene Klassenzusammensetzung bleiben muss.

Die sinnvolle Fortführung in Klasse 5 ist ebenfalls eine Bedingung für die Einrichtung von bilingualen Angeboten. Regelmäßige Treffen der Grundschulen unter Hinzuziehung der weiterführenden Schulen garantiert eine sinnvolle Fortsetzung der Fremdsprache.

 

Zu 3.

Aktuell gibt es bilinguale Angebote mit den Sprachen Deutsch/Italienisch, Deutsch/Englisch, Deutsch/Spanisch und Deutsch/Französisch. Der Magistrat befindet sich über eine Ausweitung der bilingualen Angebote in Gesprächen mit dem Staatlichen Schulamt. Auch die Sprachen Türkisch, Russisch und Arabisch sollen Berücksichtigung finden.

 

Zu 4.

Zwei- und Mehrsprachigkeit hat im Entwicklungs- und Bildungsprozess junger Menschen eine hohe Bedeutung. Bilinguale Konzepte werden daher vom Magistrat begrüßt und unterstützt. Aktuell gibt es im Vorschulbereich 17 bilinguale Einrichtungen, hier werden Kinder im Alter von 0,2 Jahren bis zum Alter von 6 Jahren betreut. Hierbei handelt es sich überwiegend um Deutsch/Englisch und Deutsch/Spanisch, aber auch Deutsch/Türkisch, Russisch, Französisch und Japanisch wird angeboten.

 

gez. Jutta Ebeling

(Bürgermeisterin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 33 Sitzung vom 09.02.2009, Kenntnisnahme

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