KA 36 vom 02.09.2008 Besucherstatistik der Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Jahr 2007

KA 36 vom 02.09.2008 Besucherstatistik der Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Jahr 2007

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KAV 2008 Anregungen und Anfragen

KA 36 vom 02.09.2008 Besucherstatistik der Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Jahr 2007

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 02.09.2008

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 29. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 01.09.2008 wird der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

Vorg.: Besucherstatistik der Frankfurter Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Jahr 2007 Anfrage vom 11.03.2008, A 463 Zwischenbericht des Magistrats vom 13.06.2008, B 374

 

1. In wie weit haben sich die erhöhten Eintrittspreise der Freibäder negativ ausgewirkt?

 

2. In welchem Zusammenhang stehen diese Ergebnisse mit den tatsächlich reduzierten Einkommen der Bürgerinnen und Bürger Frankfurts?

 

3. Wurden die ausgewählten Ausstellungen so konzipiert, dass sich Besucherinnen und Besucher angesprochen fühlten und ihr Interesse geweckt wurde?

 

4. Wären andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit geeignet, eine höhere Besucherzahl zu erzielen?

 

5. Wird diesbezüglich Handlungsbedarf gesehen, oder ist die oben genannte Überlegung irrelevant bei der Vergabe von Aufträgen, Projekten und Dienstleistungen, auch wenn diese mit öffentlichen Mitteln durchgeführt werden?

 

Begründung:

In dem Zwischenbericht des Magistrats werden die gestellten Fragen nur knapp beantwortet. Die Ausführungen zu manchen Einrichtungen und deren rückläufigen Besucheranzahl sind nicht so ausführlich dargelegt wie vom Antragsteller angefordert. Es werden lediglich Daten und knappe Aussagen zu negativen Ergebnissen angeführt, die zum Hinterfragen Anlass geben, vor allem dann, wenn externe Faktoren - wie Baumaßnahmen oder die schlechte Wetterlage als einzige Gründe dafür genannt werden. Dies mag zwar eine Verringerung der Besucheranzahl mitbewirkt haben, hier bedarf es jedoch einer vielseitigen Betrachtungsanalyse.

 

Da der Magistrat zunächst einen Zwischenbericht abgegeben hat, sollten weitere Aspekte, die den Besucherrückgang erklären können, zumindest als Arbeitshypothesen für die Zukunft berücksichtigt werden.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. VII –Kultur und Wissenschaft

Amt/Betrieb: 41.11 - Kulturamt -

Frankfurt a. M., 01.12.2008

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 05.01.2009 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1. und 2

Die zum 01.01.2008 durchgeführte Eintrittspreiserhöhung hat sich auf die Besucherstatistik der Frankfurter Freibäder nicht negativ ausgewirkt. Während im Jahr 2007 insgesamt rund 535.000 Gäste in den Freibädern gezählt wurden, waren dies im Jahr 2008 rund 580.000.

 

Zu 3.

Besucherorientierung ist selbstverständlich ein Hauptkriterium bei der Auswahl der Ausstellungsthemen in den Frankfurter Museen. Es liegt allerdings in der Natur der Sache, dass nicht jedes Thema, das z.B. als stadtgeschichtlich relevant oder als aktuell wichtig angesehen und daher ausgewählt wird, in allen Kreisen auf die gleiche Resonanz stößt. Die Frankfurter Museen bieten daher insgesamt, aber auch auf die einzelnen genannten Häusern bezogen, ganzjährig ein großes Themenspektrum mit Ausstellungen für die unterschiedlichsten Besucherzielgruppen, das gilt auch für die drei genannten Häuser. Da es „den Standard-Besucher“ nicht gibt, werden die Themen entsprechend breit gefächert ausgewählt, im Sinne von Goethes: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“.

 

Zu 4. und 5.

Selbstredend gibt es für verschiedene Formen der Öffentlichkeitsarbeit keine Obergrenze, es handelt sich vielmehr um eine Frage der Ressourcen. Jede Ausstellung wird im Rahmen des jeweiligen Budgets und der bei den genannten Häusern ebenfalls durchaus unterschiedlichen Personalausstattung in der Öffentlichkeitsarbeit extra beworben (Einladung zur Ausstellungseröffnung, Flyer, Plakat, Website, Pressekonferenz etc.) und mit einem auf die verschiedenen Alters- und Bevölkerungsschichten abgestimmten Begleitprogramm versehen. So gab es beispielsweise im Historischen Museum zu den migrationsspezifischen Ausstellungen „Susan Hijab – Eine Palästinenserin aus Frankfurt“ und „Container/Contenedor – Frankfurt - Stuttgart – Montevideo“ jeweils speziell abgestimmte Führungs- und Gesprächsprogramme. Die Kunsthalle Schirn ist für ihre wirksame Öffentlichkeitsarbeit bekannt und kürzlich für ihre Marketingstrategie bei „Impressionistinnen“ als „Kulturmarke des Jahres“ ausgezeichnet worden. Das Archäologische Museum hatte mit seiner Sonderausstellung im Nordwestzentrum 2006 außergewöhnlich gute Besucherzahlen, hier hat neben dem Thema „Die Römer“ auch das Konzept der Kooperation mit einer publikumsstarken Einrichtung gegriffen, das sich aber nicht bei jeder Ausstellung in der gleichen Weise anbietet.

 

gez. Prof. Dr. Felix Semmelroth

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 33 Sitzung vom 09.02.2009, Kenntnisnahme