KA 26 vom 06.05.2008 Sportstätten

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KAV 2008 Anregungen und Anfragen

KA 26 vom 06.05.2008 Sportstätten

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 06.05.2008

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 26. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 05.05.2008 wird der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Unter welchen Kriterien werden die Sportstätten, sprich Fußballplätze der Stadt Frankfurt vergeben?

 

2. Unter welchen Kriterien werden die Betreuungsverträge der Stadt Frankfurt mit den jeweiligen Vereinen abgeschlossen?

 

3. Wie viele Sportvereine mit Migrationshintergrund stehen in einem Betreuungsvertragsverhältnis über eine Sportanlage mit der Stadt Frankfurt?

 

4. Erhalten die Sportvereine, die in einem solchen Vertragsverhältnis mit der Stadt stehen, Geldfördermittel von der Stadt? Wenn ja, in welcher Höhe?

 

5. Wie viele Vereine haben sich in den letzten drei Jahren für die Nutzung einer Sportstätte beworben?

 

6. Wie viele von diesen Vereinen hatten/haben einen Migrationshintergrund?

 

7. Wie lange müssen in der Regel die Vereine warten, bis Ihnen eine Sportstätte zugewiesen wird?

 

Begründung:

In der Ausgabe vom Montag den 07.04.2008 der Frankfurter Neuen Presse war zu lesen, dass einige Vereine vom Sportamt gesperrt wurden, weil sie Kosten für die Sportstättennutzung nicht begleichen konnten. Bei diesen Vereinen handelt es sich um Fußballvereine deren Mitglieder Migrationshintergrund besitzen. Die Traditionsvereine der Stadt Frankfurt a. M. müssen sich nicht mit solchen Problemstellungen auseinandersetzen und sind demzufolge auch im Sportbetrieb gegenüber den Migrantenvereinen bevorzugt.

 

Wir möchten den Magistrat bitten, die o. g. Fragen zu beantworten und zu gewährleisten, dass in Zukunft ein fairer Ausgleich zwischen Traditionsvereinen und Vereinen mit Migrationshintergrund möglich wird, für den die Stadt Frankfurt Sorge zu tragen hat, damit alle Fußballvereine ihren Sport gleichberechtigt ausüben können.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. VIII – Soziales, Senioren, Jugend und Sport –

Amt/Betrieb: 53.AL/S – Stadtgesundheitsamt –

Frankfurt a. M., 22.08.2008

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 05.09.2008 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1.

Die städtischen Sportanlagen werden in der Regel seit vielen Jahren von den dort ansässigen Vereinen genutzt und sind überwiegend ausgelastet. Bei Vereinsneugründungen oder dem Wunsch nach Wechsel der Sportstätte richtet sich die Vergabe nach verfügbaren freien Kapazitäten. Sollten hiervon vereinsbetreute Sportanlagen betroffen sein, geschieht dies im Einvernehmen mit dem betreuenden Verein.

 

Zu 2.

1994 haben Magistrat und Stadtverordnetenversammlung beschlossen, städtische Sportanlagen in die Betreuung durch Vereine zu überführen und entsprechende Betreuungs- und Nutzungsverträge abzuschließen. Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.01.2005, § 8605, wurde festgelegt, dass von den 54 städtischen Sportanlagen nur die Sportanlagen am Brentanobad, Dornbusch, Nieder-Eschbach, Hahnstraße, Rebstock und Bockenheim auf Dauer von der Stadt verwaltet werden.

Betreuungs- und Nutzungsverträge werden mit dem jeweils im Stadtteil beheimateten Verein abgeschlossen, der über eine feste Basis verfügt und in der Lage ist, die übernommenen Verpflichtungen auch wahrzunehmen. In vielen Fällen ist der Trainings- und Spielbetrieb von mitnutzenden Vereinen, die häufig Migrationshintergrund haben, vertraglich abgesichert.

Zurzeit stehen 43 Sportanlagen in Vereinsbetreuung.

 

Zu 3.

Für die Sportanlage Lärchenstraße ist ein gemeinsamer Betreuungs- und Nutzungsvertrag mit den Vereinen SG Griesheim, Spvgg. Griesheim 02 und Griesheim Tarik vorgesehen. Letztgenannter ist ein Verein mit Migrationshintergrund.

 

Zu 4.

Um die übernommenen Aufgaben auch mit Personal- und Sachleistungen erfüllen zu können, erhalten betreuende Vereine eine monatliche Pauschale, die sich nach der jeweiligen Größe und den besonderen Umständen der Sportanlage richtet. Die Rahmen wurden in der unter Ziffer 2 genannten Beschlussfassung 1994 festgelegt und im Jahr 2001 um 20% erhöht.

 

Zu 5. und 6.

In den letzten drei Jahren haben sich fünf Vereine um Spielstätten beworben, die auch zur Verfügung gestellt werden konnten. Alle diese Vereine haben Migrationshintergrund.

 

Zu 7.

Dies steht im Zusammenhang mit den unter Ziffer1 genannten Einschränkungen. Mögliche Wartefristen können nicht angegeben werden.

 

gez. Prof. Dr. Daniela Birkenfeld

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 30. Sitzung vom 20.10.2008, Kenntnisnahme als Zwischenbericht

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