KA 21 vom 05.04.2008 Wie sehen die Ergebnisse „Pisa 2006“ in Frankfurt aus?

KA 21 vom 05.04.2008 Wie sehen die Ergebnisse „Pisa 2006“ in Frankfurt aus?

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KAV 2008 Anregungen und Anfragen

KA 21 vom 05.04.2008 Wie sehen die Ergebnisse „Pisa 2006“ in Frankfurt aus?

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 05.04.2008

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 23. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 04.02.2008 wird der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2006 belegen wieder, dass der Bildungserfolg in Deutschland wie in kaum einem anderen Land von der sozialen Herkunft abhängt.

Marianne Demmer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte sich dem Nachrichtenportal „spiegel-online“ gegenüber unzufrieden über die Ergebnisse der Studie. Die Verantwortlichen hätten seit der ersten Pisa-Studie insbesondere für die Migrantenkinder nichts zum Besseren wenden können. „Weltspitze bei der doppelten Benachteiligung der jungen Migrantinnen und Migranten zu sein - das sollte den Kultusministern eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben“, so Demmer.

In diesem Zusammenhang wird der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Trifft diese Feststellung auch für Frankfurt zu?

 

2. Wenn ja, was unternimmt die Stadt Frankfurt am Main gegen diese Entwicklung bzw. was will sie tun?

 

3. Ist das bedenkliche Ergebnis auf das dreigliedrige Schulsystem zurückzuführen?

 

4. Wie sehen die aktuellsten Ergebnisse der PISA-Studie bezüglich der Migrantenkinder in Frankfurt aus?

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 09.05.2008 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1:

In der Vergleichsstudie „Pisa 2006“ (PISA-Konsortium Deutschland Hrsg.): Die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie, Münster / New York 2007), die den Schwerpunkt Naturwissenschaften hat, wurde festgestellt, dass die Kompetenzunterschiede im Bereich der Naturwissenschaften zwischen Jugendlichen ohne Migrationshintergrund und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland und Belgien stark ausgeprägt sind. (Vergleichstudie Pisa 2006, S. 28)

Im Bereich der Lesekompetenz gehört Deutschland zusammen mit fünf weiteren OECD-Staaten zu der Gruppe, deren Lesekompetenz im Bereich des OECD-Durchschnitts liegt. (Vergleichstudie Pisa 2006, S. 230) In der Vergleichsgruppe der 15-jährigen ist diese Kompetenz in den vergangenen 6 Jahren tendenziell angestiegen. (Vergleichstudie Pisa 2006, S. 238) Eine Aussage über die Lesekompetenz von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird in dieser Studie nicht getroffen.Auch eine Aussage zur Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Stadt Frankfurt am Main lässt sich nicht treffen, da Pisa nicht über Ergebnisse einzelner Städte berichtet.

 

Zu 2:

Bildungspolitik, Bildungsinhalte und Bildungsentwicklung in den Schulen obliegen der Länderhoheit, insofern sind die Möglichkeiten der Stadt Frankfurt am Main sehr eingeschränkt. In dem Maße, wie die Stadt Frankfurt am Main dazu beitragen kann, den Bildungserfolg von Migrantenkindern zu erhöhen (z.B. durch Projekte wie „Deine, meine, unsere Sprache“, „MitSprache“), wird dies bereits getan.

 

Zu 3:

Es gibt viele Faktoren die den Schulerfolg beeinflussen, wie z.B. Motivation und Qualifikation von Lehrkräften, Organisationskultur der Schule, Lehr- bzw. Unterrichtsmethoden, Qualität des Schulprogramms u. a. gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Auswirkungen des dreigliedrigen Schulsystems, sodass hierzu keine Aussage getroffen werden kann.

 

Zu 4:

Siehe Frage 1

 

gez. Jutta Ebeling

(Bürgermeisterin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 27. Sitzung vom 02.06.2008, Kenntnisnahme

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