KA 6 vom 16.01.2007 Wie steht es um die Sicherheitsvorkehrungen in den Bussen?

KA 6 vom 16.01.2007 Wie steht es um die Sicherheitsvorkehrungen in den Bussen?

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KAV 2007 Anregungen und Anfragen

KA 6 vom 16.01.2007 Wie steht es um die Sicherheitsvorkehrungen in den Bussen?

Frankfurt a.M., 16.01.2007

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 11. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 15.01.2006 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

 

Es ist in den letzten Monaten und Jahren des Öfteren zu Unfällen in Bussen gekommen, weil diese Vollbremsungen vorgenommen haben, die Fahrgäste aber nicht ausreichend gesichert waren.Diesbezüglich fragen wir den Magistrat:

 

1. Was gedenkt die Stadt Frankfurt am Main bezüglich der Sicherheit von Fahrgästen in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit der VGF zu unternehmen?

2. Welche Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen?

 

Begründung:

Durch die Zunahme des Verkehrs in Frankfurt kommt es immer häufiger zu Verspätungen, durch die wiederum die Busfahrer zunehmend unter Druck stehen. Es häufen sich Vollbremsungen, bei denen ältere Menschen, Kleinkinder, aber auch andere Personen, die in den Bussen stehen müssen, einer großen Unfallgefahr ausgesetzt sind.In Autos müssen bestimmte Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Gurtpflicht, Kindersitz) getroffen werden. Dies gilt aber nicht für Busse.Wir möchten wissen, ob hier ebenfalls besondere Sicherheitsvorkehrungen geplant sind und welche dies im Einzelnen sind.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

 

Stellungnahme des Dez. VI – Verkehr –

Amt/Betrieb: – traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main –

Frankfurt a. M., 26.04.2007

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 29.05.2007 zur Kenntnis genommen.

Die Fahrzeuge in Frankfurt sind gemäß den Anforderungen des Auftraggebers, der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Frankfurt am Main, traffiQ, ausgerüstet. D.h. im Einzelnen: Die Fahrzeuge verfügen über Haltestangen (längs und quer), wobei die Querstangen mit Haltegriffen versehen sind. Zusätzlich befinden sich senkrechte Haltestangen beidseitig im Bereich der Türen. Bei den Standardbussen ab dem Baujahr 2005 sind zusätzlich noch 10 Halteschlaufen an den waagerechten Haltestangen angebracht - von jedem Stehplatz innerhalb eines Busses kann also bequem eine Haltemöglichkeit erreicht werden.

 

Die Fahrgastsitze gangseitig sind zusätzlich mit Haltegriffen versehen. Im Stehperron ist ein Gurt für die Befestigung von Rollstühlen angebracht. Die Fahrzeuge sind zur Überwachung des Innenraumes durch die Fahrpersonale mit Spiegel versehen, so dass das Fahrpersonal erkennen kann, wann ein potentiell gefährdeter Fahrgast sich im Gang bewegt. Eine weitere Anforderung an das Fahrpersonal von traffiQ ist, dass sich das Verhalten des Fahrpersonals durch eine stetige Fahrweise zu kennzeichnen hat, die besonders die Belange von Kindern, älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen sowie stehenden Fahrgästen zu berücksichtigen hat.

 

Aufgrund der stufenlosen Gänge, ist die Sturzgefahr im Bus sehr gering. Die Rutschgefahr im Bus bei einer Notbremsung ist ebenfalls sehr gering. Auf die schnell wirkenden Bremsen in den Bussen wird durch besondere Aufkleber hingewiesen und alle Fahrgäste sind gebeten, eine Haltemöglichkeit zu suchen. Auch in den Beförderungsbedingungen des RMV, § 3 (3) wird auf die Verpflichtung aller Fahrgäste hingewiesen, „sich im Fahrzeug stets einen sicheren Halt zu verschaffen“.

 

Grundsätzlich gilt die Anweisung der Unternehmen an das Fahrpersonal, erst von der Haltestelle anzufahren, wenn potentiell gefährdete Personen eine Sitzposition eingenommen haben oder, falls nicht möglich, einen festen Standplatz erreicht haben.Die Fahrzeuge sind mit extra gekennzeichneten Sitzplätzen für mobilitätseingeschränkte Personen bestückt. Diese können von den Personen beansprucht werden. Die Fahrer geben Hilfestellung bei der Freigabe der Sitzplätze, wenn nötig.

 

Vor diesem Hintergrund kam es auch zu keinen Personenschäden von Fahrgästen, die einen Sitzplatz hatten.

 

Die Vermutungen der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung bezüglich der Zunahme von Verletzungen nach „Vollbremsungen“ können nicht bestätigt werden. Die Zahl der Verletzungen nach Voll- oder Notbremsungen hat sich in den letzten Jahren nicht signifikant verändert und betrug nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) in ihrem Verantwortungsbereich:

 

2003 - 44 Vorfälle

2004 - 39 Vorfälle

2005 - 40 Vorfälle

2006 - 44 Vorfälle.

 

Obwohl selbstverständlich jeder dieser Vorfälle bedauerlich ist, kann angesichts von rd. 36,8 Mio. Fahrgästen (im Jahr 2005) im Busbereich von einer sehr geringen Anzahl von verletzten Fahrgästen gesprochen werden; Zweifel an einer sicheren Fahrt müssen nicht entstehen.

 

gez. Sikorski

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 16. Sitzung vom 11.06.2007, Kenntnisnahme

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