KA 14 vom 21.08.2007 Wirtschaftliche Hochkonjunktur auch in Frankfurt? Ist die gute Konjunktur bei den Arbeitslosen mit Migrationshintergrund angekommen?

KA 14 vom 21.08.2007 Wirtschaftliche Hochkonjunktur auch in Frankfurt? Ist die gute Konjunktur bei den Arbeitslosen mit Migrationshintergrund angekommen?

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KAV 2007 Anregungen und Anfragen

KA 14 vom 21.08.2007 Wirtschaftliche Hochkonjunktur auch in Frankfurt? Ist die gute Konjunktur bei den Arbeitslosen mit Migrationshintergrund angekommen?

Frankfurt a.M., 21.08.2007

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 17. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 20.08.2007 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

 

Monat für Monat kommen aus Nürnberg (Bundeszentrale der Arbeitsagentur) frohe Botschaften darüber, dass die seit längerer Zeit anhaltende gute wirtschaftliche Konjunktur auch den Arbeitsmarkt erreicht hat und die Arbeitslosigkeit permanent zurückgeht.

 

1. Hat die gute Konjunktur auch den Frankfurter Arbeitsmarkt erreicht? Wie hat sich die Arbeitslosenstatistik seit einem Jahr geändert?

 

2. Profitieren die Ausländer von der guten Konjunktur genauso wie die Deutschen?

 

3. Wenn nein, was sind die Gründe dafür?

 

4. Aufgrund der zurückgehenden Arbeitslosigkeit gibt es mit Sicherheit ausreichend zusätzliche finanzielle Mittel um die schwervermittelbaren „Langzeitarbeitslosen“ insbesondere ausländische Arbeitslose durch spezielle Maßnahmen, Fortbildungen, Umschulungen etc. aus der Arbeitslosigkeit herauszuführen. Welche zusätzlichen Maßnahmen gibt es, um die ausländischen Arbeiter für den Arbeitsmarkt zu gewinnen?

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

 

Stellungnahme des Dez. VIII – Soziales, Senioren; Jugend und Sport –

Amt/Betrieb: RMJ – Rhein-Main-Jobcenter

Frankfurt a. M., 13.03.2008

Die Arbeitsmarktberichte und –statistiken sind im Internet jederzeit unter www.arbeitsagentur.de abrufbar. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können hier monatlich die aktuellen Entwicklungen verfolgen.

 

Die Statistiken unterscheiden nicht zwischen Deutschen und Deutschen mit Migra-tionshintergrund. Es ist lediglich möglich, zwischen Deutschen und Ausländern zu unterscheiden.

 

Zu 1.

Lt. der veröffentlichten Statistik der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Arbeitslosigkeit (SGB II und SGB III) im Jahr 2007 in Frankfurt um 9,2 % reduziert.

 

Zu 2.

Der Anteil der arbeitslosen Ausländer hat sich im Berichtszeitraum um 4,5% reduziert.

 

Zu 3.

Mangelhafte Deutschkenntnisse, fehlende/ungenügende Schulbildung und Berufsausbildung, unterschiedliche Sozialisation und geringes Qualifikationspotential sind mögliche Gründe für eine unterdurchschnittliche Reduzierung der Arbeitslosigkeit von Ausländern.

 

Zu 4.

Seit der Einführung des SGB II ist die Rhein-Main Jobcenter GmbH (RMJ) für alle langzeit-arbeitslose Menschen in Frankfurt verantwortlich. Dazu gehört neben der Leistung zur Grundsicherung auch die Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Neben anderen stellen dabei auch die Menschen mit Migrationshintergrund eine Zielgruppe dar, für die ein spezielles Spektrum an Fördermaßnahmen zur Verfügung steht.

 

Allerdings achtet RMJ als zuständiger Träger der Grundsicherung nach dem SGB II bei der Förderpraxis auch unter dem Aspekt der Integration in dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger auf die Herkunft der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen als vielmehr darauf, die Beschäftigungs- und Integrationschancen dauerhaft zu verbessern. Kulturelle Hintergründe werden dann bei der Ausgestaltung von Fördermaßnahmen berücksichtigt.

 

Für die Menschen mit Migrationshintergrund und Defiziten in der deutschen Sprache gab und gibt es u. a. Maßnahmen zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse. Diese Deutschkurse werden als Ergänzung bzw. im Nachgang zu den Integrationskursen des Bundesamtes für Migration dann eingesetzt, wenn Sprache tatsächlich ein Vermittlungshemmnis darstellt. Im Einzelnen unterscheidet RMJ zwischen „reinen“ Deutschkursen sowie berufsorientierten Sprachkursen, bei denen der Deutschunterricht mit Berufskunde und -Praktika verbunden wird. Im Jahr 2007 wurden diese Angebote mit mehr als 350.000,-€ gefördert.

Darüber hinaus richtet sich ein wesentlicher Teil der Fördermaßnahmen generell an Kunden, mit niedriger beruflicher Qualifizierung, von denen allerdings tatsächlich eine große Anzahl Menschen mit Migrationshintergrund sind.

 

gez. Prof. Dr. Birkenfeld

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 26. Sitzung vom 05.05.2008, Kenntnisnahme

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