KA 3 vom 30.05.2006 Integrationskurse

KA 3 vom 30.05.2006 Integrationskurse

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Anregungen und Anfragen der KAV 2006

KA 3 vom 30.05.2006 Integrationskurse

Frankfurt a.M., 30.05.2006

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 5. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 29.05.2006 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

 

Auf Grund der vom Bundesinnenminister Schäuble angekündigten Kürzung der Finanzierung von Integrationskursen, stellt die KAV folgende Anfrage an den Magistrat:

 

1. Wie viele Einrichtungen sind in Frankfurt Träger von Integrationskursen?

2. Welche Einrichtungen namentlich sind dies?

3. Wie viele Stunden erhalten die Kursteilnehmer/innen?

4. Wie hoch sind die Kosten pro Kurs und wie hoch ist das Stundenhonorar für die Kursleiter/innen?

5. Welche Anforderungen sollen sie für diese Tätigkeit erfüllen (Qualifikation, Lehrtätigkeit, weiteres)?

6. Wie viele Kursteilnehmer/innen besuchen zurzeit Integrationskurse in Frankfurt?

7. Welche besonderen Probleme stellen sich bei den Teilnehmerinnen/Teilnehmern heraus und wie viele (auch in Prozent) sind davon betroffen?

8. Wie sehen die ersten Ergebnisse aus?

9. Welche Folgen könnte die Reduzierung der Finanzmittel für die Maßnahmen in Frankfurt haben und welche Lösungen könnte die Stadt vorsehen?

10. Es wird gebeten, zwischen den vom Bund und Land Hessen einerseits geförderten und andererseits den von der Stadt Frankfurt selbst finanzierten Kursen zu differenzieren.

Begründung:

Die KAV möchte wissen, welche Folgen durch die genannten Kürzungen bei der Finanzierung der Integrationskurse für Frankfurt am Main entstehen, und welche Vorkehrungen die Stadt treffen kann und wird, um mindestens den bisherigen Standard aufrecht erhalten zu können.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

 

Stellungnahme des Dez. XI –Integration–

Amt/Betrieb: 10A –Amt für multikulturelle Angelegenheiten–

Frankfurt a. M., 05.07.2006

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 31.07.2006 zur Kenntnis genommen.

Zu Punkt 1+2

Derzeit sind durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 23 Sprachkursträger in Frankfurt zugelassen; Zulassungen sind zu jedem Zeitpunkt möglich, sodass die Zahl trotz deutlicher Marktdeckung wohl weiter steigen wird.

Die Träger sind:

Academia Espaniola de formacion e.V., Avicenna e.V., AWO Bezirk Hessen-Süd e.V: AWO-GfBS Stadtteildienste, berami e.V., Berlitz Deutschland GmbH, Bildungszentrum des Hess. Handels, Caritasverband Frankfurt e.V., Comunita Catolica Italiana, Deutsche Jugend aus Russland e.V., Drozd u. Kollegen GmbH,Evangelischer Regionalverband – Regenbogen am Bügel, HEMA Berufsbildungsinstitut, InBIT gGmbH, infrau e.V., Internationaler Bund, Lahor e.V., Language Alliance GmbH & Co KG, Lehrerkooperative e.V., Mainhattan Languages, Schule für EDV und berufliche Bildung, Türkisches Volkshaus, Volkshochschule Frankfurt

 

Zu Punkt 3

Der Förderumfang umfasst unabhängig von bereits vorhandenen Deutschkenntnissen oder Alphabetisierungsbedarf pro Teilnehmer/Teilnehmerin 600 Unterrichtsstunden Deutsch und 30 Unterrichtsstunden Orientierungskurs. Wie viele Stunden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen davon in Anspruch nehmen ist nicht bekannt.

 

Zu Punkt 4

Der Stadt sind die Honorarsätze der Kursleiter nicht bekannt; es gibt aber Hinweise darauf, dass sie seit Einführung der Integrationskurse gesunken sind, was wohl mit dem niedrigen Stundensatz von 2,05€/TN zu tun.Die Kursteilnehmer zahlen 1 € pro Unterrichtsstunde; ausgenommen sind Leistungsbezieher nach dem SGB II und Spätaussiedler.

 

Zu Punkt 5

Als Kursleiterqualifikation wird seitens des BAMF alternativ anerkannt:

- Staatsexamen für Deutsch oder eine moderne Fremdsprache

- Abschluss in Deutsch als Fremdsprache- Abschluss Germanistik und Fernstudium des Goethe-Instituts/Universität Kassel

- Zusatzausbildung von Lehrern für Schüler verschiedener Muttersprache der Universität Hamburg

Alle anderen Kursleiter müssen bis zum Ende des Jahres 2009 je nach Voraussetzung Qualifizierungsanteile nachholen. Ausbildende Träger müssen sich akkreditieren lassen. Für das Rhein-Main-Gebiet gibt es noch keine durch das BAMF zugelassenen Träger für die Kursleiterfortbildung.

 

Zu Punkt 6-8

Es liegen seitens des BAMF keinerlei Angaben dazu vor. Grundsätzlich gilt, dass das BAMF bislang keine Daten für die Stadt Frankfurt vorlegen kann, weil es die Daten entsprechend seiner Verwaltungseinheiten erfasst, und das sind Hessen-Nord und Hessen-Süd.

 

Zu Punkt 9

Eine Auswirkung der Haushaltsmittel seitens des Bundes auf Frankfurt lässt sich derzeit nicht erkennen. Es sind bundesweit deutlich weniger Mittel verausgabt worden als zur Verfügung standen. des Weiteren wurde die Kürzung mit der Zusicherung versehen, dass bei steigendem Bedarf weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden. Aus Sicht des Magistrats besteht derzeit kein Handlungsbedarf.

 

Zu Punkt 10

Die Integrationskurse werden ohne Einschränkung durch Bundesmittel finanziert. Das Land und die Kommune sind hier nicht beteiligt. Daher ist eine Darstellung wie in Punkt 10 gewünscht nicht möglich.

 

gez. Dr. Magen

(Stadtrat)

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 7. Sitzung vom 28.08.2006, Kenntnisnahme

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