KA 37 vom 08.11.2005 Sachstand der Maßnahme „Gleichberechtigter Zugang zu kultureller Bildung für Migrantenkinder“

KA 37 vom 08.11.2005 Sachstand der Maßnahme „Gleichberechtigter Zugang zu kultureller Bildung für Migrantenkinder“

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KAV 2005 Anregungen und Anfragen

KA 37 vom 08.11.2005 Sachstand der Maßnahme „Gleichberechtigter Zugang zu kultureller Bildung für Migrantenkinder“

Frankfurt a.M., 08.11.2005

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 42. öffentlichen außerordentlichen Plenarsitzung am 07.11.2005 wird der Magistrat gebeten, die folgende Anfrage zu beantworten:

 

Wie ist der Sachstand der Maßnahme „Gleichberechtigter Zugang zu kultureller Bildung für Migrantenkinder“?

 

Begründung:

Am 16. Juni 2005 hat die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der KAV hin beschlossen, dass sich die Stadt Frankfurt am Main für einen gleichberechtigten Zugang zu kultureller Bildung für Migrantenkinder“ einsetzt. (§ 9484) Dazu sollte zunächst einmal festgestellt werden:

1. In welchen Schulen gibt es bereits eine Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen?

2. In welchen Bereichen findet eine Kooperation statt?

3. Welche Einrichtungen sind beteiligt (z.B. Museen, Theater und andere Institutionen)?

4. Gibt es weitere Möglichkeiten der Vernetzung von Schule und Kultureinrichtungen und Jugendeinrichtungen/Jugendsozialeinrichtungen?Seit diesem Beschluss sind uns keine Aktivitäten zur Umsetzung bekannt.

 

gez. Hüseyin Sitki

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Dez. VI –Bildung, Umwelt und Frauen-

Amt/Betrieb: 40.51 -Stadtschulamt-

Frankfurt a. M., 15.02.2006

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 13.03.2006 zur Kenntnis genommen.

 

Fast alle Schulen kooperieren im Rahmen ihres pädagogischen Konzeptes mit Kultureinrichtungen, Institutionen und Vereinen sowohl in der Nachbarschaft als auch über den eigenen direkten Einzugsbereich hinaus. Anhand der folgenden Beispiele lassen sich die Kooperationen im kulturellen Bereich konkretisieren:

 

Mit Musikschulen, dem Dr. Hoch’s Konservatorium oder der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst kooperieren beispielsweise: Bonifatiusschule, Diesterwegschule (Grundschule), Elisabethenschule, Engelbert-Humperdinck-Schule, Ernst-Reuter-Schule II, Georg-Büchner-Schule, Merianschule, Michael-Ende-Schule (Grundschule), Minna-Specht-Schule, Musterschule, Peter-Petersen-Schule (Gesamtschule), Schule am Landgraben, Schule am Ried und Weidenbornschule.

 

Mit Vereinen, Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen: Ackermannschule, Diesterwegschule (Grundschule), Eichendorffschule, Holzhausenschule, Karl-von-Ibell-Schule, Schule am Hang, Schule am Ried und Schwanthalerschule.

 

Mit Museen, Theatern, Medien (Rundfunk, Medienwerkstatt, und ähnlichen): Ackermannschule, Albrecht-Dürer-Schule, Anne-Frank-Schule, Bettinaschule, Comeniusschule, Ernst-Reuter-Schule II, Freiherr-vom-Stein- und Willemerschule.

 

Mit Bibliotheken, Verlagen und Buchhandlungen: Albrecht-Dürer-Schule, Astrid-Lindgren-Schule, August-Gräser-Schule, Freiherr-vom-Stein-Schule, Goethe-Gymnasium, Michael-Ende-Schule (Hauptschule), Minna-Specht- und Schillerschule.

 

Mit der Volkshochschule und kulturellen Stiftungen: Albrecht-Dürer-Schule, Eduard-Spranger-Schule, Goethe-Gymnasium und Willemerschule.

 

(Quelle: Schulwegweiser auf der Internetseite der Stadt Frankfurt am Main, www.frankfurt.de)

 

Für den Bereich der Museen ist als Kooperationspartner der Schulen und Anbieter kultureller Bildung besonders zu nennen das IKAT – Interkulturelles Atelier im Museum der Weltkulturen. Es wurde vor fünf Jahren eingerichtet mit der zentralen Aufgabe der Kulturvermittlung. Angebote für Kinder und Jugendliche finden im Rahmen verschiedener Programme, Projekte und für Bildungseinrichtungen statt:

• Zu jeder Ausstellung liegt ein pädagogisches Programm vor.• Seit Juni 2005 bietet das IKAT eine eigene öffentlich zugängliche Ausstellungs- und Aktionsfläche an mit wechselnden Präsentationen für Familien, Kinder und Jugendliche.

• Regelmäßige Ferienprogramme laden zu kombinierten Ausstellungsbesuchen mit kreativen und spielerischen Aktionen ein.

• Die Kooperation mit dem Museumsverband und der Friedrich-Ebert-Schule hat den Internet-Auftritt schule@museum zum Ziel und wird entwickelt im Rahmen eines Förderprogramms, an dem ausschließlich Kinder von Migrantenfamilien teilnehmen.

• Am Projekt „Museum in der Schule“ nehmen die Henri-Dunant-Schule (Grundschule in Sossenheim), die Ackermannschule (Grundschule im Gallus) sowie die Paul-Hindemith-Schule (Gesamtschule im Gallus) teil. Diese Schulen haben einen hohen Anteil an Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund. Die Klassen besuchen normalerweise das Museum selten, da die Eltern im Allgemeinen nicht bereit sind, zusätzliche Bildungsangebote zu finanzieren. Im Rahmen des Projektes können die Kinder und Jugendlichen über einen Zeitraum von einem halben Jahr kostenfrei an museumspädagogischen Angeboten mit unterrichtsergänzenden Themen und interkulturellen Schwerpunkten teilnehmen. Eine Ausweitung der Angebote des IKAT ist derzeit nicht möglich.

 

Neben dem Museum der Weltkulturen ist im Hinblick auf besondere Angebote kultureller Bildung für Migrantenkinder außerdem das Historische Museum mit seiner Migrationsausstellung zu nennen. Hier können bei entsprechender Nachfrage auch zielgerichtete Angebote hinzukommen. Allerdings richtet auch dieses Museum seine Angebote an alle Besucherinnen und Besucher.

 

gez. Jutta Ebeling

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 5. Sitzung vom 29.05.2006, Kenntnisnahme

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