KA 36 vom 08.11.2005 Sachstand „Interkulturelle Kompetenz muss zur Lehrerausbildung gehören“

KA 36 vom 08.11.2005 Sachstand „Interkulturelle Kompetenz muss zur Lehrerausbildung gehören“

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KAV 2005 Anregungen und Anfragen

KA 36 vom 08.11.2005 Sachstand „Interkulturelle Kompetenz muss zur Lehrerausbildung gehören“

Frankfurt a.M., 08.11.2005

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 42. öffentlichen außerordentlichen Plenarsitzung am 07.11.2005 wird der Magistrat gebeten, die folgende Anfrage zu beantworten:

 

Wie ist der Sachstand in der Angelegenheit „Interkulturelle Kompetenz muss zur Lehrerausbildung gehören“?

 

Begründung:

Am 17. März 2005 hat die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der KAV hin beschlossen, dass sich der Magistrat mit Nachdruck darum bemühen soll, dass die „Interkulturelle Kompetenz“ als Lernziel in die Lehrerausbildung aufgenommen wird. (§ 8975) Seit diesem Beschluss sind uns keine Aktivitäten zur Umsetzung bekannt.

 

gez. Hüseyin Sitki

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Dez. VI –Bildung, Umwelt und Frauen–

Amt/Betrieb: 40 -Stadtschulamt-

Frankfurt a. M., 26.01.2006

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 17.02.2006 zur Kenntnis genommen.

 

Die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung hat in ihrer Anregung K 52 vom 11.02.2005 kritisiert, dass das 3. Gesetz zur Qualitätssicherung in Hessischen Schulen keinen Paragraphen enthält, der die Aufnahme des Themas „Interkulturelle Kompetenz“ in die Lehrerausbildung regelt, obwohl dies vom Hessischen Kultusministerium zugesagt worden sei.

Dass das Thema im Rahmen der Aus- und Fortbildung der hessischen Lehrkräfte Berücksichtigung findet, zeigt sich allerdings anhand der nachfolgend zitierten Quellen.

 

• Die von Hessischem Kultusministerium und Hessischem Ministerium für Wissenschaft und Kunst eingesetzte Expertengruppe Lehrerbildung hat in ihren Empfehlungen zur Aktualisierung der Lehrerbildung in Hessen das Thema „Interkulturelle Bildung“ als notwendigen Bestandteil des Themenfeldes „Gesellschaftliche, historische, kulturelle und politische Bedingungen von Bildung“ und damit als notwendigen Inhalt des erziehungswissenschaftlichen Studiums benannt.

• Das 3. Gesetz zur Qualitätssicherung in hessischen Schulen regelt u. a., dass die Vermittlung von gesellschaftswissenschaftlichen Kompetenzen zu den Zielen und Inhalten der Lehrerbildung gehört (§ 1 Abs. 2). Hierzu zählen auch Fragen interkultureller Bildung.

• Weitere Festlegungen hinsichtlich der Berücksichtigung dieses Themas finden sich in der Verordnung zur Umsetzung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes (HLbG-UVO):

 

Die Beschreibung und Einschätzung von Prozessen und Maßnahmen der Koedukation, interkultureller sowie integrativer Erziehung und Bildung gehören zu den zentralen Kompetenzen in den Grundwissenschaften (§ 1 Abs. 4 HLbG-UVO). Ziel und Inhalt der pädagogischen Ausbildung der Lehrkräfte ist u. a. die Befähigung zur Förderung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Leistungsfähigkeit und unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft (§ 37 Abs. 1 HLbG-UVO).

 

Träger der Lehrerbildung (§ 4 Abs. 2 HLbG-UVO) sind neben den Universitäten, den Studienseminaren und Schulen die Staatlichen Schulämter und das Amt für Lehrerbildung, die insbesondere bei der Abstimmung von Lehr- und Lerninhalten kooperieren sollen (§ 6 Abs. 2 HLbG-UVO). Hieraus ergibt sich eine Möglichkeit der Einflussnahme auf Aus- und Fortbildungsangebote durch den Magistrat in der Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main.

 

Der Magistrat ist deshalb der Auffassung, dass „Interkulturelle Kompetenz“ als Lernziel in der Lehrerbildung Berücksichtigung findet, wobei die Ausgestaltung des Studiums und der einzelnen Ausbildungsabschnitte den Trägern der Lehrerbildung obliegt. Er sieht infolgedessen über die Zusammenarbeit in inhaltlichen Fragen mit Trägern der Lehrerbildung hinaus keine Notwendigkeit, weitere Festlegungen einzufordern.

 

gez. Ebeling

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 3. Sitzung vom 06.03.2006, Ablehnung

 

Die Beschlusslage der Fachausschüsse und der Stadtverordnetenversammlung zur Vorlage K 52 können Sie über das Informationssystem PARLIS 2000 aufrufen.

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