KA 25 vom 28.09.2004 Sind Ganztagsschulen auch ganztags Schulen?

KA 25 vom 28.09.2004 Sind Ganztagsschulen auch ganztags Schulen?

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KAV 2004 Anregungen und Anfragen

KA 25 vom 28.09.2004 Sind Ganztagsschulen auch ganztags Schulen?

Frankfurt a.M., 28.09.2004

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 30. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 27.09.2004 wird der Magistrat gebeten, die folgende Anfragen zu beantworten:

 

1. Welche Inhalte, welche Konzeptionen gibt es für den Nachmittagsabschnitt der einzelnen Ganztagsschulen in Frankfurt am Main?

2. Wie werden diese freiwilligen Angebote angenommen?

3. Gibt es Schulen, die unter dem Etikett „Ganztagsschulen“ laufen, aber (noch) kein Nachmittagsangebot vorweisen können?

4. Wie ist die Zusammensetzung der Klassen? (Deutsche – Ausländer)

5. Welche Kosten fallen für das Nachmittagsangebot an?

 

Begründung:

Nach den verheerenden PISA-Ergebnissen ist auch in Hessen die Ganztagsschule als ein möglicher Weg aus der Misere heraus erkannt und gangbar gemacht worden.

Doch wie sieht es an den Nachmittagen in den Ganztagsschulen aus?Unbestreitbar kann die Ganztagsschule nur dann den Erfolg bringen, wenn die zusätzliche Zeit, die die Schüler in der Schule verbringen auch mit einem pädagogischen Angebot verknüpft ist und nicht – wie es die Gewerkschaft GEW bezeichnet hat – eine „Halbtagsschule mit Suppenküche“ ist.

 

gez. Hüseyin Sitki

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Dez. VI -Bildung, Umwelt und Frauen-

Amt/Betrieb: 40 -Stadtschulamt-

Frankfurt a. M., 03.11.2004

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 26.11.2004 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1.

Die Nachmittagsangebote der ganztägig arbeitenden Schulen in Frankfurt am Main werden inhaltlich von den Schulen in eigener Verantwortung, unter Einbeziehung ihres Schulprogramms, gestaltet. Die Bildung- und Betreuungsangebote können nach Art und Umfang für einzelne Altersgruppen von Schülern und Schülerinnen unterschiedlich gestaltet sein. Deshalb ist nach den Richtlinien für ganztägig arbeitende Schulen des Hessischen Kultusministeriums auf eine entsprechende Breite des Angebots zu achten. Diese umfasst:

- Pflichtunterricht

- Förderunterricht und Wahlangebote im Sinn der Stundentafel

- Unterrichtsergänzende und –erweiternde Angebote in den Bereichen Kultur, Sprache, Naturwissenschaften u. a.

- Betreuungsangebote, insbesondere für Hausaufgaben und Stillarbeit

- Bibliothek, Cafeteria und offene Sport- und Spielangebote

- Kulturelle Veranstaltungen wie Theater- und Musikaufführungen, Lesungen und Ausstellungen

 

Zu 2.

Nach Rückmeldungen aus den Schulen werden die Angebote sehr gut angenommen. Im Rahmen des Modellprojektes „NaSchu“ nehmen ca. 50 – 80% der gesamten Schülerschaft einer Schule an mindestens einem Angebot pro Woche teil.

 

Zu 3.

Es ist dem Magistrat keine Schule bekannt, die durch das Hessische Kultusministerium als ganztägig arbeitende Schule anerkannt ist, aber keine Angebote am Nachmittag vorweisen kann. Darüber hinaus gibt es Schulen, die ohne als ganztags arbeitende Schule anerkannt zu sein, aus eigenem Engagement Angebote am Nachmittag für ihre Schüler und Schülerinnen vorweist.

 

Zu 4.

Die Zusammensetzung der Nachmittagsangebote mit deutschen und ausländischen Schülern und Schülerinnen geschieht nach keinem prozentualen Verteilungsschlüssel, wie er für feste Klassenzusammensetzungen üblich ist, da die Einwahl in die Angebote auf freiwilliger Basis erfolgt.

 

Zu 5.

Die Nachmittagsangebote sind ein schulisches Angebot, also in der Regel kostenfrei. Lediglich bei besonders teuren Kleingruppenangeboten kann ein geringer Teilnehmerbeitrag erhoben werden. Weiterhin sind, ähnlich dem Schulunterricht, ggf. Verbrauchsmaterialkosten oder Eintrittsgelder zu bezahlen.

 

gez. Jutta Ebeling

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 33. Sitzung vom 10.01.2005, Kenntnisnahme.

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