KA 18 vom 02.10.2003 Wie bewähren sich die Vorlaufkurse?

KA 18 vom 02.10.2003 Wie bewähren sich die Vorlaufkurse?

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KAV 2003 Anregungen und Anfragen

KA 18 vom 02.10.2003 Wie bewähren sich die Vorlaufkurse?

Frankfurt a.M., 02.10.2003

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 20. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 01.10.2003 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

 

1. Wie viele Vorschulkinder haben die Vorlaufkurse besucht?

2. Wie viele Kinder wurden deswegen von Kindergärten abgemeldet?

3. Wie viele angehend schulpflichtige Kinder haben sich an dieser Maßnahme beteiligt, wie viele haben sich nicht beteiligt haben und warum? Wie hoch ist der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund daran?

4. Wie viele wurden zurückgestellt und mit welcher Begründung?

5. Welche Maßnahmen sind für diese Kinder geplant worden, mit welcher Finanzierung, mit welchem Personal, aus welchem Etat, und an welchen Orten (Schulen, Vorschuleinrichtungen oder gemischt)?

6. Wie soll die Organisation dieser Maßnahmen aussehen und mit welchem Aufwand (z.B. Mobilität) wird das für Eltern verbunden sein?

7. Welche Maßnahmen sind für Kinder geplant worden, die zwar erfolgreich die Vorlaufkurse besucht haben, aber weiterhin Hilfe in der Schulsprache Deutsch benötigen? Sind Lehrkräfte in Schulen vorhanden und in welchem Ausmaß in Anbetracht der aktuellen Sparmaßnahmen?

8. In wie weit werden bei Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern mit besonderer sozialer Schichtzugehörigkeit Kenntnisse der Muttersprache bzw. weiterer Sprachen bei Einschulungsverfahren ermittelt, um vorhandene Sprachkenntnisse (also potenzielle Fähigkeiten) festzustellen?

9. Wie viele Kinder mit Migrationshintergrund und nicht deutscher Muttersprache hatten oder haben in der ersten Klasse der Frankfurter Grundschulen ohne weitere Hilfe Erfolg?

Begründung:

Ein Jahr nach der neuen Einschulungsregelung und der Einführung von Vorlaufkursen stellt sich die Frage nach dem Ergebnis einer solchen Einrichtung für Frankfurt am Main, bzw. welcher Erfolg dadurch erzielt wurde.

Wir sind der Meinung, dass genügend Zeit zur Erhebung von wichtigen statistischen Daten vergangen ist und eine erste genaue Darstellung des aktuellen Standes erfolgen kann.

 

gez. Hüseyin Sitki

Vorsitzender der KAV

 

Stellungnahme des Dez. VI –Bildung, Umwelt und Frauen–

Amt/Betrieb: 40 -Stadtschulamt-

Frankfurt a. M., 12.12.2003

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 16.01.2004 zur Kenntnis genommen.

Die Erhebungen zu den Vorlaufkursen werden für Frankfurt am Main durch das Staatliche Schulamt durchgeführt.

 

Zu 1:

Die Vorlaufkurse wurden von 705 Kindern besucht.

 

Zu 2:

Wenn es zu Abmeldungen wegen der Teilnahme an Vorlaufkursen kam, dann handelt es sich um Einzelfälle. Alle Beteiligten haben Abmeldungen aus Kindertageseinrichtungen massiv entgegengewirkt.

 

Zu 3:

Insgesamt wurden 826 Empfehlungen zur Teilnahme an einem Vorlaufkurs ausgesprochen. 705 Kinder haben tatsächlich teilgenommen. Die Beteiligung an den Vorlaufkursen ist freiwillig. Über die Beweggründe, die zu einer Nichtbeteiligung führten, wurde keine Erhebung durchgeführt.

 

Zu 4:

Zum Schuljahresbeginn 2003/2004 wurden in Frankfurt am Main 28 Kinder ausschließlich wegen nicht ausreichender Deutschkenntnisse zurückgestellt.

 

Zu 5:

Die zurückgestellten Kinder werden in Vorklassen auf die schulischen Anforderungen vorbereitet. Es handelt sich um schulische Angebote, für die das Hessische Kultusministerium Personalkapazitäten und Sachmittel zur Verfügung stellt.

 

Zu 6:

Die Vorlaufkurse und Vorklassen werden wohnortnah angeboten. Die Begleitung der Kinder ist überwiegend aufgrund der großen Kooperationsbereitschaft der Eltern sichergestellt.

 

Zu 7:

Von Schuljahresbeginn bis zur Einrichtung der neuen Vorlaufkurse haben die Schulen die Vorlaufstunden als Mitlaufstunden zur zusätzlichen Förderung der Kinder im ersten Schuljahr verwendet. Darüber hinaus erhalten die Schulen durch das Land Zuweisungen unterschied-licher Größenordnung zur Förderung und Integration der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.

 

Zu 8:

Die Schüleraufnahme liegt in der Hand der jeweiligen Schulleiterinnen und Schulleiter. Sie entscheiden über die Art der Feststellung von vorhandenen Sprachkenntnissen.

 

Zu 9:

Diese Zahl wurde bisher nicht erhoben.

 

gez. Jutta Ebeling

(Stadträtin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 24. Sitzung vom 09.02.2004, die Punkte 3, 4 und 8 der Stellungnahme werden abgelehnt, die anderen dienen zur Kenntnis.

 

siehe Zusatz Anfrage der KAV an den Magistrat KA 00019 vom 09.03.2004