KA 8 vom 05.12.2002 Ausländische Kinder an Frankfurter Sonderschulen

KA 8 vom 05.12.2002 Ausländische Kinder an Frankfurter Sonderschulen

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KAV 2002 Anregungen und Anfragen

KA 8 vom 05.12.2002 Ausländische Kinder an Frankfurter Sonderschulen

Frankfurt a.M., 05.12.2002

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 12. ordentlichen KAV-Plenarsitzung am 25.11.2002 wird der Magistrat wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:

 

1. Inwieweit befasst sich das Land Hessen in seiner Zuständigkeit für Bildung mit der Situation ausländischer Kinder an den Sonderschulen?

 

2. Welche pädagogischen Testverfahren werden beim Sonderschulüberprüfungsverfahren angewendet? Wird das Kaufman-Assessment Battery for Children (K-ABC) angewandt oder ist daran gedacht, es anzuwenden?

 

3. Werden bei dem Überprüfungsverfahren auch die Bildungsabteilungen der jeweiligen Diplomatischen Vertretung mit einbezogen?

 

4. Trifft es zu, dass jedes Jahr alle Sonderschulplätze ausgelastet sein müssen? Wenn nein, wie hoch war die jeweilige Auslastung in den letzten 10 Jahren?

 

Begründung:

Der stetig zunehmende Anteil von ausländischen Kindern an den Sonderschulen ist alles andere als nebensächlich oder gar unwichtig. In den Schulen werden die Weichen für das spätere Leben gestellt. Durch die schlechteren Schulabschlüsse der Jugendlichen verschlechtern sich zunehmend auch deren Ausbildungschancen.Obwohl die Situation an den Sonder- und Hauptschulen schon lange bekannt ist, beweisen die Statistiken, dass es nicht besser, sondern im Gegenteil schlechter wird. Wir möchten erfahren, welche Maßnahmen die Stadt Frankfurt ergreift, bzw. ergreifen will, um dem Trend entgegen zu wirken.

Die schulische Bildung unserer Kinder liegt in der Kompetenz des Landes, doch sollte es der Stadt Frankfurt am Main wichtig sein, auch hier im Bereich ihrer Möglichkeiten Einfluss zu nehmen, da sie als Stadt mit einem besonders hohen Ausländeranteil auch besonders von dem Problem betroffen ist. Es bleibt unbestritten, dass schon in den Kindergärten die Voraussetzungen für Chancengleichheit in den Schulen gesetzt werden können. Die pädagogische Verantwortung liegt hier in den Händen der Stadtverwaltung.

 

gez. Sitki

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Dez. VI -Bildung, Umwelt und Frauen-

Amt/Betrieb: 40 -Stadtschulamt-

Frankfurt a. M., 11.07.2003

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 25.08.2003 zur Kenntnis genommen.

 

Der Magistrat hat, wie in der Anfrage gefordert, das Staatliche Schulamt für Frankfurt am Main zuständigkeitshalber um Stellungnahme gebeten.

 

Das Staatliche Schulamt nimmt wie folgt Stellung:

 

zu Frage 1

Ausländische Kinder haben keine Sonderstellung. Selbstverständlich kümmern wir uns um ausländische und deutsche Kinder gleichermaßen. Für jeden Schüler wird ein individueller Förderplan erstellt, der auf die jeweiligen Gegebenheiten eines Kindes eingeht.

 

zu Frage 2

Bei der Sonderpädagogischen Überprüfung werden normierte Testverfahren und informelle Verfahren verwendet. Der K-ABC wird ebenfalls angewendet. Es fanden differenzierte Fortbildungen für alle Sonderschulen zum K-ABC statt.

 

zu Frage 3

Wenn die Eltern es wünschen werden die Bildungsabteilungen der jeweiligen Diplomatischen Vertretung mit einbezogen.

 

zu Frage 4

Es gibt keine feste Anzahl von Sonderschulplätzen. Plätze müssen je nach Bedarf bereitgestellt werden.

 

Beschluss des Plenums der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 19. Sitzung vom 01.09.2003, Ablehnung.

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