KA 6 vom 05.12.2002 Die Situation der islamisch orientierten Vereine in Frankfurt am Main

KA 6 vom 05.12.2002 Die Situation der islamisch orientierten Vereine in Frankfurt am Main

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KAV 2002 Anregungen und Anfragen

KA 6 vom 05.12.2002 Die Situation der islamisch orientierten Vereine in Frankfurt am Main

Frankfurt a.M., 05.12.2002

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 12. öffentlichen ordentlichen KAV-Plenarsitzung am 25.11.2002 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

 

Der Magistrat hat die Anfrage der KAV KA 3 vom 16.07.2002 mit seiner Stellungnahme vom 14.10.2002 nur unzureichend beantwortet.Wir bitten deshalb den Magistrat, folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Welchen Stellenwert haben die islamisch orientierten Vereine innerhalb der Stadt Frankfurt am Main?

2. Welche Bedeutung haben sie nach Ansicht des Magistrats für den inneren Frieden in der Stadt?

3. Können diese Vereine eine Brückenfunktion zwischen der Stadtverwaltung und religiös eingestellten Bürgen spielen?

 

Begründung:

Gefragt war nicht nach der Bedeutung der islamisch orientierten Vereine für die Gläubigen in der Stadt. Diese Bedeutung ist uns bekannt. Wir fragen nach einer Einschätzung des Magistrats über die Wichtigkeit dieser Vereine für das gesamte soziale Leben in Frankfurt am Main.

Die Stellungnahme geht leider nicht auf die sozialen Angebote und deren Auswirkungen dieser Vereine ein. Darüber hinaus erhoffen wir uns eine Aussage über die Frage, ob die Vereine in ihrer Wichtigkeit genauso wie z.B. ein Sportverein angesehen werden oder wie die Kirchen? Hier ist uns die rechtliche Stellung selbstverständlich bewußt, gemeint ist das Ansehen und die Akzeptanz bei der Stadtverwaltung.

 

Zur Frage Drei war nicht der Dialog zwischen den Vereinen und der Stadtverwaltung gemeint, sondern eine Mittlerfunktion der Vereine zwischen den religiös eingestellten Bürgern und der Stadtverwaltung. Spielen die Vereine diese Mittlerrolle? Ist der Magistrat bestrebt, die Vereine als Mittler zu konsultieren? Wenn ja, in welcher Weise? Wenn nein, welche Gründe sprechen dagegen?

 

gez. Sitki

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Dez. XI –Integration-

Amt/Betrieb: 10A - Amt für multikulturelle Angelegenheiten -

Frankfurt a. M., 31.01.2003

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 21.03.2003 zur Kenntnis genommen.

 

Zu Frage 1

In Frankfurt am Main gibt es derzeit ca. 30 islamische Vereine. Wie alle Glaubensgemeinschaften sind auch sie gemäß Art. 4 des Grundgesetzes akzeptiert. Als Vereine sind sie Bestandteil der kulturellen Vielfalt des städtischen Vereinslebens.

 

Zu Frage 2

Die islamischen Gemeindevereine sind unterschiedlich stark nach außen engagiert. Einige sind vorwiegend nach innen orientiert, andere engagieren sich nach außen in sozialen Zusammenhängen, in Arbeitskreisen und Gremien sowie im interreligiösen Dialog und arbeiten mit städtischen Behörden und anderen Einrichtungen in der Stadt zusammen.

Einen aktuellen Einblick in die sozialen, kulturellen und interreligiösen Aktivitäten der religiösen Zuwanderergemeinden in Frankfurt am Main wird die neu überarbeitete Publikation des Amt für multikulturelle Angelegenheiten „Religionen der Welt. Gemeinden und Aktivitäten in Frankfurt am Main“ geben, die im Sommer 2003 erscheinen wird.

 

Zu Frage 3

Der Magistrat begrüßt, wenn sich die islamisch orientierten Vereine für die Integration und für den sozialen, kulturellen und interreligiösen Dialog einsetzen.Eine Brückenfunktion können islamische Vereine insbesondere haben, wenn sie sich im sozialen und kulturellen Dialog engagieren. Die o. g. Publikation mit Portraits und Adressen der religiösen Zuwanderergemeinden in Frankfurt am Main ist dafür gedacht, die Kontaktaufnahme erleichtern.

 

gez. Dr. Magen

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 16 Sitzung vom 28.04.2003,

Ablehnung

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