KA 1 vom 22.05.2002 In welchen Krankenhäusern der Stadt Frankfurt am Main werden die Speisevorschriften beachtet und Gerichte mit Angaben der Zutaten angeboten?

KA 1 vom 22.05.2002 In welchen Krankenhäusern der Stadt Frankfurt am Main werden die Speisevorschriften beachtet und Gerichte mit Angaben der Zutaten angeboten?

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KAV 2002 Anregungen und Anfragen

KA 1 vom 22.05.2002 In welchen Krankenhäusern der Stadt Frankfurt am Main werden die Speisevorschriften beachtet und Gerichte mit Angaben der Zutaten angeboten?

Frankfurt a. M., 22.05.2002

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 6. öffentlichen ordentlichen KAV-Plenarsitzung am 06.05.2002 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

 

Stehen ausgewiesene Gebetsräume für die muslimischen Patienten, Besucher und Mitarbeiter der Krankenhäuser zur Verfügung?

 

Hintergrund:

Erfahrungsberichten zur Folge ist in verschiedenen Frankfurter Krankenhäusern das Speisenangebot nicht auf die religiösen Bedürfnisse von Muslimen abgestimmt. Fehlende Angaben über Zutaten der Speisen, führen zur Ablehnung dieses Angebots und die nicht verzehrten Lebensmittel landen im Müll. Um eine derartige Verschwendung zu vermeiden, ist es anzustreben, eine spezielle Verpflegung für Muslime anzubieten. Mit dieser Maßnahme würde auch verhindert, dass die Angehörigen der Patienten eigene Gerichte mit in das Krankenhaus bringen.

 

Jeder Muslim ist verpflichtet (auch der kranke Patient, wenn es gesundheitlich möglich ist) fünf mal am Tag zu beten. Das bedeutet, dass für muslimischen Patienten, Besucher und Mitarbeiter ein geeigneter und ausgeschilderter Gebetsraum zur Verfügung stehen sollte – eine Maßnahme im Sinne der Toleranz, die auch zur Verbesserung des gesellschaftlichen Klimas unserer multikulturellen Stadt beiträgt.

gez. Sitki

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Dez. IX –Planung und Sicherheit

Amt/Betrieb: 53.AL/S

Frankfurt a. M., 23.07.2002

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 12.08.2002 zur Kenntnis genommen.

 

Nach einer Umfrage in den Frankfurter Krankenhäusern sind die hiesigen Kliniken bestrebt, die spezifischen Bedürfnisse der multikulturellen Patientinnen und Patienten zu erfüllen.

 

In allen Krankenhäusern werden derzeit verschiedene Wahlmenüs angeboten, so dass die Speisevorschriften der verschiedenen Religionen beachtet werden können. Teilweise können die Patientinnen und Patienten ihr Menü auch komplett individuell zusammenstellen.

 

Hinsichtlich ausgewiesener Gebetsräume verweist die überwiegende Anzahl der Kliniken auf vorhandene „Örtlichkeiten der Stille“ die eine multikulturelle Verwendung haben und für Gebete zur Verfügung stehen. In einigen Kliniken wird die Schaffung von muslimischen Gebetsräumen im Rahmen von Umbaumaßnahmen geprüft.

 

Bei eingeschränkt bewegungsfähigen Patientinnen und Patienten sind Gebete in den Krankenzimmern möglich, ohne dass es nach Angabe der Kliniken zu Beanstandungen von Mitpatienten oder Personal kommt.

 

gez. Nikolaus Burggraf

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 11 Sitzung vom 21.10.2002,

Kenntnisnahme

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