KA 23 vom 06.11.2000 Einrichtung eines internationalen Frauenzentrums und Treffpunkts für Migrantinnen und Migranten

KA 23 vom 06.11.2000 Einrichtung eines internationalen Frauenzentrums und Treffpunkts für Migrantinnen und Migranten

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KAV 2000 Anregungen und Anfragen

KA 23 vom 06.11.2000 Einrichtung eines internationalen Frauenzentrums und Treffpunkts für Migrantinnen und Migranten

Frankfurt a.M., 06.11.2000

Anregung an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 31. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung am 30.10.2000 wird der Magistrat gebeten, ein internationales Frauenzentrum und einen Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten einzurichten.

 

Träger dieses Projekts soll der Verein A.F.I. (Associazione Famiglie Italiane) sein. Diesen Treffpunkt sollen die Migranten selbst konzipieren, gestalten und verwalten. Die Einrichtung soll zur Verbesserung der sozialen Stabilität in Frankfurt dienen und ausländischen Frauen die Möglichkeit geben, ihre Position zu stärken und ihre Rechte besser wahrzunehmen.

 

Begründung:

 

In Frankfurt wird in letzter Zeit der Integration ausländischer Mitbürger größere Beachtung geschenkt. Wir begrüßen die in diesem Bereich bereits realisierten Projekte. Das bestehende Angebot reicht jedoch bei weitem nicht aus. Dies belegen Statistiken über Schulen, den Arbeitsmarkt uns andere Bereiche der Wirtschaft. Es bleibt noch viel zu tun.

 

Das angestrebte Projekt soll als Ergänzung zu den bereits bestehenden Einrichtungen konzipiert werden. Ziel dieses Projekts soll es sein, das Selbstbewusstsein der Migranten in der Gesellschaft zu stärken, damit sie auch die vorhandenen Hilfsangebote tatsächlich in Anspruch nehmen.

 

Ein Schwerpunkt der Einrichtung soll daher die berufliche Beratung und Fortbildung der Migrantinnen sein. Ihre soziale Rolle soll durch gezielte Aufklärung gestärkt werden.

 

Mit der Einrichtung soll darüber hinaus den Migrantinnen ein Treffpunkt angeboten werden, wo man Kontakte knüpft Lebenserfahrungen austauscht. Vielen ausländischen Frauengruppen, die sich in Frankfurt gebildet haben, fehlt es an geeigneten Räumen, um sich zu treffen. Diesem Mangel soll damit entgegengewirkt werden.

 

Das Projekt soll in zweiter Linie auch ein Treffpunkt für ausländische Familien werden, wo man Rat und Hilfe in allen Lebenslagen einholen kann, insbesondere auch, wenn es um schulische und erzieherische Probleme geht. Migranten sollen über das Hessische Schulsystem aufgeklärt werden, damit sie bei der Wahl der Schule die bestmögliche Chance für ihre Kinder nutzen. Das gilt auch für die Suche nach dem optimalen Ausbildungsplatz. Die Losung soll sein: "Weg von der Sonderschule; hin zu einer erfolgreichen schulischen Ausbildung.

 

"Schließlich soll der Treffpunkt Kontakte zwischen Menschen verschiedener kultureller Ausprägung ermöglichen. Das "Wir Gefühlt" soll bei allen Nationalitäten gestärkt und gefördert und der Abbau von beiderseitigen Vorurteilen erzielt werden.

 

Oberstes Ziel des Projektes ist die Integration in der Gemeinschaft. Damit sollen die Bemühungen der Politik, nicht zuletzt in Bezug auf Einbürgerung von unten flankiert und unterstützt werden.

 

gez. Manuel Parrondo-Lozano

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. VIII –Jugend und Soziales–

Amt/Betrieb: 51 –Jugend- und Sozialamt–

Frankfurt a. M., 22.01.2001

 

Der Magistrat hat die nachstehenden Stellungnahmen am 09.02.2001 zur Kenntnis genommen.

 

Aus Sicht des Magistrats ist die Betreuung und sozialintegrative Unterstützung von Einwanderern eine wichtige Aufgabe der Stadt Frankfurt am Main. Dies zeigt auch die Vielzahl der von der Stadt Frankfurt am Main finanziell geförderten Träger, die mit ihren infrastrukturellen Angeboten für ausländische Familien, insbesondere Migrantinnen, in verschiedenen Stadtteilen unterstützend zur Verfügung stehen.

Bevor eine neue Einrichtung hinzutritt, wird der Magistrat eine Untersuchung der Angebots- und Nachfragesituation (Zusammenstellung aller Angebote städtischer Ämter, freier Träger, Vereine, Initiativgruppen usw.) für den in der Anregung angesprochenen Personenkreis durchführen.

Erst nach Auswertung dieser Untersuchung kann entschieden werden, ob ein weiteres Angebot durch die Stadt Frankfurt am Main unterstützt werden soll.

 

gez. Hemzal

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 36. Sitzung vom 23.04.2001, Kenntnisnahme.

 

Stellungnahme des Dez. VIII –Jugend und Soziales–

Amt/Betrieb: 51 –Jugend- und Sozialamt–

Frankfurt a. M., 14.01.2002

 

Der Magistrat hat die nachstehenden Stellungnahmen am 08.02.2002 zur Kenntnis genommen.

 

Zur Frage der Einrichtung eines internationalen Frauenzentrums und Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten beziehen wir uns auf die Stellungnahme vom 22.01.2001 und nehmen ergänzend wie folgt Stellung:

 

Das Frauenreferat und das Amt für multikulturelle Angelegenheiten haben Publikationen (Frauen-Guide 2000/Multikultureller Ratgeber) herausgegeben, aus welchen zahlreiche Einrichtungen für Frauen- auch für Migrantinnen- zu entnehmen sind, die die Funktion der internationalen Begegnung auf unterschiedliche Weise bereits wahrnehmen. Es handelt sich hierbei um größere und kleinere Trägervereine oder Verbände, die sowohl soziale, gesundheitliche, familiale, wie auch kulturelle Aspekte bearbeiten.

 

Weiterhin realisiert das Gesundheitsamt in Verbindung mit dem Frauenreferat, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten und dem Jugend- und Sozialamt eine Beratungsstelle und einen Treffpunkt für afrikanische Frauen. Auch hier soll sowohl Beratung als auch internationale Begegnung möglich sein.

Es wird zudem darauf hingewiesen, dass im Rahmen des integrativen Arbeitsansatzes des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main jährlich finanzielle Mittel von 7,9 Mi DM/4,039 Mio € zur Verfügung gestellt werden. Ein Großteil dieser Fördermittel wird speziell für die Arbeit des genannten Personenkreises verwendet. Auf den Bericht des Magistrats –Förderung von Integrationsmaßnahmen und Ausländervereinen durch die Stadt Frankfurt am Main –B 572 vom 23.07.2001 wird besonders hingewiesen.

 

Es ist abschließen festzuhalten, dass aus der Sicht des Magistrats eine weitere Einrichtung, wie in der Anfrage genannt, nicht erforderlich ist.

 

gez. Frey

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 4. Sitzung vom 04.03.2002, Kenntnisnahme.

 

Den Bericht des Magistrats können Sie über das Informationssystem PARLIS 2000, am Ende der Seite aufrufen.

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