KA 12 vom 22.09.1999 Broschüre als Gesundheitswegweiser

KA 12 vom 22.09.1999 Broschüre als Gesundheitswegweiser

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KAV 1999 Anregungen und Anfragen

KA 12 vom 22.09.1999 Broschüre als Gesundheitswegweiser

Frankfurt a.M., 22.09.1999

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen- Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 20. öffentlichen ordentlichen KAV-Plenarsitzung am 13.09.99 wird der Magistrat gebeten zu veranlassen, daß eine Broschüre als Gesundheitswegweiser erstellt wird. Aus der Broschüre soll ersichtlich sein, in welchen Arztpraxen welche Fremdsprache gesprochen wird.

Begründung:

Durch eine Anregung des Ortsbeirates 9 hat die KAV die Notwendigkeit erkannt, daß eine solche Broschüre für Frankfurt unerläßlich ist. In Frankfurt sind viele Migranten, die erst seit kurzer Zeit hier leben und die deutsche Sprache nicht beherrschen. Der Weg zum Arzt wird für diese Menschen zu einer unüberwindbaren Barriere .Es wäre für sie eine große Erleichterung, zu erfahren, in welchen Arztpraxen ihre Sprache gesprochen wird. In anderen Städten wie z. B. Hamburg, Köln und Dortmund hat ein solcher Gesundheitsführer den Betroffenen erhebliche Erleichterungen gebracht. Dadurch konnten auch Defizite bei den Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen aus dem Weg geräumt werden.

 

Unser Vorschlag wäre, der Magistrat gibt das Vorhaben in allen Praxen bekannt und bittet die Praxen um Auskunft darüber, in welchen Sprachen man sich verständigen kann.Ein solches Angebot dürfte auch im Interesse der Ärzte sein. Die Broschüre sollte dann in verschiedenen Sprachen erstellt werden und über die Beratungsstellen, Schulen, Kindergärten und ausländischen Vereinen die ausländischen Mitbürger erreichen.

gez. Parrondo

Vorsitzende der KAV

 

Stellungnahme des Dez. X –Gesundheit-

Amt/Betrieb: -Stadtgesundheitsamt-

Frankfurt a. M., 03.02.2000

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 18.02.2000 zur Kenntnis genommen.

Ein Wegweiser mit Anschriften von muttersprachlichen Fachkräften in der psychosozialen Beratung wurde unter dem Titel „Fremdsprachige psychosoziale Beratung in Frankfurt am Main bereits im Jahr 1997 von der Stadt Frankfurt am Main mit den Ämtern – Amt für Multikulturelle Angelegenheiten, Jugendamt, Sozialamt, Stadtgesundheitsamt, Stadtschulamt sowie dem Caritasverband Frankfurt e. V. und dem Arbeitskreis Migration psychische Gesundheit herausgeben. Es ist beabsichtigt, diese Broschüre zu überarbeiten und mit den Angaben über mutter- bzw. fremdsprachige Ärztinnen und Ärzte zu erweitern und zu ergänzen. Aufgrund der Fachanhörung zur gesundheitlichen Versorgung von Migranteninnen und Migranten in Frankfurt am 22. September 1999 wurde von den beteiligten Ämtern unter der Federführung des Stadtgesundheitsamtes steht, vereinbart. Dieser Arbeitsgruppe sollen folgende Ämter und Einrichtungen angehören:Gesundheitsamt, Amt für Multikulturelle Angelegenheiten, Jugend- und Sozialamt, Arbeitskreis „Migration und psychische Gesundheit“, Frankfurter Arbeitskreis „Ältere Migrantinnen und Migranten HIWA“, Vertreter der Multisektoralen Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Fachanhörung am 22.09.99 (insbesondere KV, Ärztekammer, Klinikbereich und ein Vertreter der ausländischen Ärzte) und die Kommunale Ausländervertretung.

 

Das Gesundheitsamt hat die genannten Ämter und Einrichtungen angeschrieben. Es ist beabsichtigt, die Erstellung eines migrationsspezifischen Gesundheitswegweisers als eines der ersten Projekte in dieser Arbeitsgruppe zu beraten und anschließend umzusetzen.

 

gez.

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 25 Sitzung vom 13.03.2000, Kenntnisnahme

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