KA 4 vom 24.04.1998 Welchen Anteil haben die ausländischen Mitbürger/- innen an der Gesamtanzahl der Beschäftigten bei der Stadt Frankfurt a. M. und den städtischen Gesellschaften

KA 4 vom 24.04.1998 Welchen Anteil haben die ausländischen Mitbürger/- innen an der Gesamtanzahl der Beschäftigten bei der Stadt Frankfurt a. M. und den städtischen Gesellschaften

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KAV 1998 Anregungen und Anfragen

KA 4 vom 24.04.1998 Welchen Anteil haben die ausländischen Mitbürger/- innen an der Gesamtanzahl der Beschäftigten bei der Stadt Frankfurt a. M. und den städtischen Gesellschaften

Frankfurt a.M., 24.04.1998

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gem. HGO

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 5. öffentlichen ordentlichen KAV – Plenarsitzung am 20.04.1998 wird der Magistrat gebeten, folgende Auskunft zu erteilen:

 

Wie hoch ist der Anteil der ausländischen Mitbürger/- innen an der Gesamtzahl der Beschäftigten bei der Stadt Frankfurt am Main und bei den städtischen Gesellschaften?

 

Wir bitten den Magistrat, uns eine genaue Auflistung der ausländischen Beschäftigten, Arbeiter und Angestellten, nach Art der Tätigkeit, Unterabschnitten, Dienststellen und Nationalität vorzulegen.

 

Begründung:

Frankfurt ist eine Stadt mit einem Ausländeranteil von fast 30 %. Die meisten der ausländischen Mitbürger leben hier seit sehr vielen Jahren. Diese Menschen leben und arbeiten in dieser Stadt. Sie zahlen Steuern und sind insgesamt Nettozahler in den deutschen Sozialkassen. Der Nutzen, den die deutsche Wirtschaft von den Leistungen der Migranten/-innen gewonnen hat, ist enorm. Dennoch werden viele ausländische Mitbürger/- innen in vielerlei Hinsicht de - facto gesellschaftlich diskriminiert.

 

- Ausländische Kinder sind immer noch überproportional in den Sonderschulen repräsentiert.

 

- Ausländische Jugendliche haben bei der Bewerbung um eine Lehrstelle schlechtere Chancen als deutsche Jugendliche.

 

- Ältere ausländischen Migranten/- innen genießen nicht die Zuwendung, die Ihnen zustehen müßte. Sie haben keine Einrichtungen um ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, die kulturellen Angebote sind sehr gering.

 

- Ausländische Mitbürger/ - innen werden beim Gang zu den Behörden allein schon deswegen diskriminiert, weil viele von ihnen die deutsche Sprache nicht gut beherrschen. Sie können daher ihre Rechte nicht voll wahrnehmen.

 

Dies sind nur einige Beispiele. Es besteht offensichtlich Handlungsbedarf. Um diese Problematik besser analysieren zu können und dieser Entwicklung, auch in Frankfurt a. M. entgegen zu wirken, ist es wichtig zu wissen, wie in welchen Bereichen, und mit welchem Anteil die ausländischen Mitbewohner Frankfurts bei den städtischen Einrichtungen und Verwaltungen mitwirken.

 

gez. Parrondo - Lozano

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dezernats XI -Personal und Organisation -Amt / Betrieb: Personal- und Organisationsamt

Frankfurt a. M., 20.07.1998

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 10.08.1998 zur Kenntnis genommen.

Bei der Stadt Frankfurt am Main und den städtischen Gesellschaften sind am 01.05.1998 zusammen 3.300 ausländische sowie 19.061 deutsche Angestellte, Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt.

 

Der Anteil der ausländischen Beschäftigten beträgt insgesamt 14,76 %.

 

Die gewünschte Auflistung der ausländischen Beschäftigten, Arbeiter und Angestellte, nach Unterabschnitt / Gesellschaft, Nationalität sowie Amts-/Dienst-/ Berufsbezeichnung ergibt sich aus der Anlage.

 

Wegen der bisherigen Voraussetzung der ausschließlich deutschen Staatsangehörigkeit sind die Beamtenverhältnis beschäftigten Personen bei allen Übersichten und prozentualen Vergleichen nicht berücksichtigt. Seit dem 22.12.1994 können allerdings auch Staatsangehörige eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union in das Beamtenverhältnis berufen werden.

Zur Zeit sind je ein österreichischer und spanischer Staatsangehöriger im Beamtenverhältnis beschäftigt.

 

gez. Hemzal

(Stadtrat)

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