KA 10 vom 21.12.1998 Einbeziehung junger Migranten bei den Mitbestimmungsprojekten für Jugendliche

KA 10 vom 21.12.1998 Einbeziehung junger Migranten bei den Mitbestimmungsprojekten für Jugendliche

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KAV 1998 Anregungen und Anfragen

KA 10 vom 21.12.1998 Einbeziehung junger Migranten bei den Mitbestimmungsprojekten für Jugendliche

Frankfurt a.M., 21.12.1998

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Dem Bericht Nr. 663 vom 11. September 1998 des Magistrats ist zu entnehmen, daß im zweiten Halbjahr 1998 erste Schritte zur Umsetzung eines Modellprojektes zur Einbeziehung von Jugendlichen in politischen Entscheidungen vorgesehen sind. Demnach sollen in einer zweijährigen Erprobungsphase vielfältige Beteiligungsprojekte für Jugendliche entstehen.

 

Einbeziehung junger Migranten bei den Mitbestimmungsprojekten für Jugendliche

 

Dies vorausgeschickt, fragen wir den Magistrat:

 

1.) Wurden für die Realisierung der Modellprojekte bereits Konzepte erarbeitet?

 

2.) Wenn ja, bitten wir diese der KAV zugänglich zu machen.

 

3.) Wurden die Konzepte für das Modellprojekt dahingehen ausgearbeitet, daß auch die Interessen der jungen Migrantinnen und Migrannten Berücksichtigung finden und deren Mitwirkung im Projekt möglich wird?

 

4.) Sollten die unter Punkt 3 genannten Voraussetzung nicht gegeben sein, bitten wir den Magistrat, die Konzeption dahingehen zu erweitern.

 

Begründung:

Für hier lebende junge Migrantinnen und Migranten ist es oft besonders schwierig, sich in der hiesigen Gesellschaft zurechtzufinden. Daher ist es für die individuelle Meinungsbildung und zur allgemeinen politischen Orientierung auch im Hinblick auf integrative Aspekte unerläßlich, junge Migrantinnen und Migranten im Rahmen der vorgesehenen Projekte einzubeziehen. Nur durch die Beteiligung und die daraus resultierenden Erfolge kann ein Zusammenwachsen der verschiedenen Kulturen und ein liberales demokratisches Verständnis wachsen.

 

gez. Parrondo

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dezernats II - Soziales und Jugend -

Frankfurt a. M., 18.02.1999

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 12.03.1999 zur Kenntnis genommen.

 

Die Umsetzung von Beteiligungsprojekten für Jugendliche wird in enger Abstimmung mit den jeweils zuständigen Ortsbeiräten erfolgen. Darüber hinaus sollen alle regionalen Einrichtungen, Vereine und Initiativen, die Angebote für Jugendliche leisten, in die Umsetzungsplanung mit einbezogen werden.

 

Zu 1.) Wie in dem Bericht des Magistrats Nr. 663 dargestellt, ist die Umsetzung von Beteiligungsmodellen nur in enger Abstimmung mit den Betroffenen und der sozialen Infrastruktur des Stadtteiles möglich. Die beschriebenen ersten Überlegungen bilden somit einen Rahmen, der vielfältige Möglichkeiten zur konkreten Ausgestaltung beinhaltet.

 

Das Jugendbildungswerk der Stadt Frankfurt wurde beauftragt, ein Bausteinkonzept zu entwickeln, das allen interessierten Ortsbeiräten bis zur Sommerpause vorgestellt werden kann.

 

Zu 2.) Da sich die Detailplanung von Umsetzungsprojekten dialogisch prozeßhaft entwickeln werde, wird von der Erarbeitung eines flächendeckenden Konzeptes abgesehen.

 

Zu 3.) Eine besondere Zielgruppe von Beteiligungsprojekten sind junge Frankfurter ohne deutschen Paß. Insbesondere für sozial benachteiligte Jugendliche besteht neben der Teilnahme an Stadtteilforen die Möglichkeit, projektbezogene Mitbestimmungsprojekte zu initiieren. Dieses niedrigschwellig Angebot ist auf kurzfristige und schnell zu realisierend Anregungen abgestellt.

 

Zu 4.) Der Magistrat ist grundsätzlich der Auffassung, daß in zu entwickelnde Konzepte im Bereich von Partizipation alle Jugendliche mit einbezogen werden sollen. Die Begleitung und Unterstützung des Jugendbildungswerkes bietet die Gewähr, daß gerade ausländische Jugendliche in besonderer Weise motiviert werden, an diesen Projekten mitzuarbeiten.

 

gez. Joachim Vandreike

(Bürgermeister)

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