KA 60 vom 10.07.1997 Mit wieviel Geld wurde die Spanische Kulturwoche unterstützt?

KA 60 vom 10.07.1997 Mit wieviel Geld wurde die Spanische Kulturwoche unterstützt?

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KAV 1997 Anregungen und Anfragen

KA 60 vom 10.07.1997 Mit wieviel Geld wurde die Spanische Kulturwoche unterstützt?

Frankfurt a.M., 10.07.1997

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gem. Paragr. 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnen-(KAV) der 58. ordentlichen öffentlichen KAV-Plenarsitzung am 30.06.1997 wird der Magistrat gebeten, folgende Anfrage der KAV zu beantworten:Die KAV möge darüber Auskunft haben, mit wieviel Geld und anderen Zuwendungen die „Spanische Kulturwoche“ von Seiten der Stadt insgesamt und insbesondere vom AMKA unterstützt wurde. Außerdem möchten wir wissen, unter welchen Bedingungen (auch finanziellen) die Stadt dem/den Organisator/en die Hauptwache zur Verfügung gestellt hat.

Begründung:

Auf einem gelben Informationsblatt zur Werbung für die „Spanische Kulturwoche“ taucht unter anderem das offizielle Emblem der Stadt Frankfurt am Main und eine Werbung der Saalbau GmbH auf. Interessant wäre zu wissen, welches die Beweggründe der Verantwortlichen dieser Stadt waren, eine solche niveaulose Kommerzveranstaltung mit öffentlichen finanziellen Mitteln zu fördern.In Frankfurt leben ca. 8.000 Spanier und es existieren ca 30 Vereine, die seit Jahrzehnten in unserer Stadt und in den Stadtteilen integrative Arbeit leisten. Bei ihrer Arbeit werden sie kaum mit öffentlichen finanziellen Mitteln unterstützt.

 

Ist den Verantwortlichen dieser Stadt nicht aufgefallen, daß kein einziger spanischer Verein bei dieser Veranstaltung teilgenommen hat oder teilnehmen konnte, weil er die horrenden Standmieten nicht bezahlen konnte oder wollte man diese Vereine von Seiten der Organisatoren nicht dabei haben? Warum wohl? Die Stadt muß sich langsam klar werden, daß sie dabei ist, ihre Kredite bei den spanischen Vereinen in Frankfurt zu verspielen. Es wird immer schwieriger diesen Vereinen zu vermitteln, daß für ihre wichtige Arbeit kein Geld da ist, aber für folkloristische Veranstaltungen des niedrigsten Niveaus Gelder zur Verfügung stehen, damit sich eine handvoll Spanier eine goldene Nase verdienen.

 

gez. Dr. Thomaidis

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dezernates V Amt: Straßenbauamt

Frankfurt a. M., 28.08.1997

 

Zu der Problemstellung wird folgende Stellungnahme abgegeben:

 

Der Antrag auf Sondernutzung zur Durchführung der „Spanischen Woche“ wurde beim Straßenbauamt bereits zum dritten Mal gestellt.

 

Wenn auch während des Ablaufs der diesjährigen Veranstaltung verstöße festgestellt worden sind, bestanden von seiten der Genehmigungsbehörde bisher keine Zweifel an der Redlichkeit des Veranstalters, hinter dem der Verein Centro Cultural Gallego e.V. stand.

 

Ob und wie der Veranstalter eine finanzielle Unterstützung durch eine städtische Gesellschaft erfahren haben soll, entzieht sich der Kenntnis des Straßenbauamtes und kann daher auch nicht beziffert werden.

 

Die Gebühren für die straßenrechtliche Genehmigung betrug in diesem Jahr 550,-- DM. Angesichts dieser Gebührenhöhe, die sich an der Anzahl der Stände zu orientieren hatten, wurde, sofern der Veranstalter verantwortungsbewußt damit umgegangen ist, überhöhten Standmieten nicht Vorschub geleistet.

 

Eine kulturelle Veranstaltung spanischer Mitbürger und Mitbürgerinnen im kommenden Jahr, die von der Vielzahl spanischer Vereine organisiert und getragen wird, ist stadtseits grundsätzlich zu begrüßen und könnte zur Lösung der angesprochenen Probleme beitragen.Hierzu müßten die spanischen Vereine jedoch entsprechend initiativ werden.

 

gez. Corts

(Stadtrat)